Markus 15,33-34


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(00:00:00) Nun sind wir in dem Markus-Evangelium beim Höhepunkt des ganzen Evangeliums angekommen. Wir könnten auch sagen bei dem Tiefpunkt, denn jetzt geht es in Markus 15, Abferst 33 um die sünenden Leiden. Ich habe schon bei vorherigen Gelegenheiten gesagt, dass die sünenden Leiden des Herrn Jesus ganz kurz nur behandelt werden, letztlich nur in den Versen 33 und 34. Sehr ausführlich wird der Dienst des Herrn Jesus beschrieben, 14 Kapitel lang, 13 Kapitel lang. Dann finden wir, dass im Blick auf den nahenden Tod auch noch ausführlich über die Vorbereitungen gesprochen werden, die der Jesus macht, ihm mit seinen Jüngern das Gedächtnis mal einrichtet und so weiter. Wir finden auch relativ ausführlich noch, natürlich schon viel kürzer, aber für die wenigen Augenblicke dann doch sehr ausführlich, wie der Herr Jesus verhört wurde, wie er misshandelt wurde von den Juden und dann auch von den Nationen, von Pilatus und seinen Soldaten, vergleichsweise lang. Das ist jetzt das, was eigentlich Rettung für uns bewirkt hat, das, was uns erlöst hat, das, was die Grundlage dafür ist, dass wir ewig bei Gott, dem Vater, sein dürfen, (00:01:02) dass wir diese Beziehung haben, dass der Herr Jesus unser Retter geworden ist, das wird jetzt in zwei Versen behandelt. Warum so kurz? Weil das unser Verständnis, unser Ermessen bei weitem übersteigt. Und doch möchte der Herr, dass wir auch darüber nachdenken, dass wir auch da anbetend vor ihm sind und darüber nicht einfach hinweggehen. Und als die sechste Stunde gekommen war, der Jesus wurde, wie wir gelesen haben, in der dritten Stunde, Vers 25 gekreuzigt, jetzt waren drei Stunden, brutale drei Stunden hinter ihm, jetzt haben wir Mittag, voller Mittag in der ganzen Mittagssonne. Als die sechste Stunde gekommen war, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Da wird uns ausdrücklich gesagt, drei Stunden lang war eine Finsternis und in dieser Finsternis, das muss ja furchtbar für die Menschen gewesen sein, das war ein Wunder, das ist nicht irgendwie eine Konstellation, wie manche dann meinen, vielleicht von irgendwie Mondfinsternis, Sonnenfinsternis oder dergleichen, sondern es war absolute Finsternis jetzt dort in diesem Land, vielleicht (00:02:02) über der ganzen Erde. Das muss die Menschen erschreckt haben, dass sie auf einmal nichts mehr sehen konnten. Keiner konnte jetzt mehr hineinschauen im Blick auf das, was Gott mit dem Herrn Jesus hier an diesem Kreuz gemacht hat, was der Jesus jetzt wirklich erduldet hat. Die Leiden von Seiten der Menschen, da können wir etwas verstehen. Es gab auch Märtyrer, andere Märtyrer, nicht nur der Jesus, er war Märtyrer, er war weit mehr als ein Märtyrer, aber er war auch ein Märtyrer, er hat auch den Märtyrer-Tod erduldet. Aber da gab es auch andere, die das erduldet haben, die das auch mit Hingabe, wie wir das aus der Kirchengeschichte wissen, erduldet haben. Aber das, was jetzt kommt, das kann kein anderer Mensch erdulden, das konnte keiner. Denn man kann nicht einmal für sich selbst sterben, das ist der ewige Tod für uns, die wir Sünder waren und sind, wenn man sich noch nicht bekehrt hat. Aber der Jesus hat jetzt hier die Strafe für unsere Schuld auf sich genommen, er war mit der Sünde beladen, das heißt, er wurde zur Sünde gemacht, 2. Korinther 5. Er hat die Sünden von uns auf sich genommen, getragen und er hat die Sünden schuld, das (00:03:06) heißt, die Strafe für unsere Sünden hat er dort auf sich genommen, in diesen drei Stunden. Wir erinnern uns an das Passa, 2. Mose 10 lesen wir, dass auf einmal drei Tage Finsternis war in Israel und in diesen drei Tagen offensichtlich wurde dann auch das Lamm gegessen und auch das Lamm geschlachtet und dort an das Feuer gebracht. Genau das ist hier diese Finsternis, die über das Land kam, weil keiner einen Einblick haben durfte in das, was jetzt Gott mit dem Herrn Jesus getan hat. Wir haben also hier das dritte Gericht, das erste Gericht war das jüdische Gericht, das zweite war das heidnische, das Nationengericht und jetzt kommt das göttliche Gericht. Und bemerkenswerterweise, jeweils spricht der Jesus einmal in allen diesen drei Gerichten. Auch hier finden wir jetzt, was er sagt. Drei Stunden werden kommentarlos gewissermaßen übergangen. Ja, wir wissen aus dem Psalm 22, was dort geschah. Psalm 22, der mit der größten Ausführlichkeit des Alten Testamentes über diese Sünden und (00:04:07) Leiden spricht. Wir haben in dem Alten Testament kaum, das wird übersehen, kaum Hinweise auf diese Sünden und Leiden. Aber Psalm 22, ab Vers 2, wo der Spruch des Herrn Jesus vorgestellt wird. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns. Mein Gott, ich rufe am Tag und du antwortest nicht und bei Nacht und mir wird keine Ruhe. Da wird deutlich, dass diese drei Stunden für den Herrn Jesus wie eine Ewigkeit waren. Für uns ist das die Ewigkeit unserer Strafe, die er auf sich genommen hat, aber bei ihm auch. Er rief am Tag, er rief bei Nacht, keine Antwort, keine Ruhe, das Gericht ging weiter. Dann die Begründung, doch du bist heilig, der du wohnst bei den Lobgesängen Israels. Der Herr Jesus hat dieses Gericht angenommen von Seiten Gottes, weil Gott als heiliger Gott, so rein von Augen um auf Sünde zu sehen, diese Sünde, die der Herr Jesus freiwillig (00:05:01) auf sich genommen hat. Er war der Sündlose, er hat keine Sünde getan. Keine Sünde war in ihm, er kannte nicht einmal Sünde, nein, er ist dort zur Sünde gemacht worden, weil er freiwillig fremde Sünde, fremde Sünden auf sich genommen hat und deshalb diese Heiligkeit Gottes im Blick auf diese Sünde erdulden musste, war er nicht selbst der Heilige, hatte er nicht selbst einen Hass auf die Sünde, musste es in seiner Heiligkeit nicht genauso sein, aber hier hat er das Gericht des Heiligen auf sich genommen. Auf dich vertrauten unsere Väter, sie vertrauten und du errettetest sie, zu dir schrien sie und wurden errettet, sie vertrauten auf dich und wurden nicht beschämt. Das waren die Väter, waren sie nicht Sünder im Unterschied zu dem Herrn Jesus, das waren sie, aber Gott hat ihre Fragen, hat ihre Bedürfnisse, ihre Bitten beantwortet. Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, der Menschenhohn und der vom Volk Verachtete, wirklich vollkommen allein. Und dieses Wort des Herrn Jesus, mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, wird jetzt hier in Vers 34 in unserem Abschnitt wird das wiedergegeben, sogar in der Weise (00:06:04) natürlich in die griechische Sprache übertragen, was der Herr Jesus auf Aramäisch gesagt hat, Eloi Eloi lama sabachthani, was eben übersetzt heißt, mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Gott wollte, dass wir diesen Klang der Worte, die der Herr Jesus in aramäischer Sprache wirklich ausgesprochen hat, dass wir diesen Klang auch hören sollten, dass wir den auch mitnehmen sollten, dass wir einmal uns, wir können uns nicht eindenken, wir können das nicht verstehen, aber doch, dass wir diesen Schmerzensruf, diesen Ausdruck größter Leiden, dass wir ihn hören sollten, mein Gott, das einzige Mal, dass der Jesus zu seinem Vater, zu Gott nicht sagt, mein Vater, sondern mein Gott, das spricht davon, was für ein Gericht jetzt über ihn gekommen ist, mein Gott, später hat er noch einmal von seinem Gott gesprochen, aber dann um uns, wie er das Maria weitergibt für die Brüder, in diese Beziehung zu seinem Gott und zu seinem Vater hineinzuführen, aber hier kann er nicht sagen, mein Vater, (00:07:04) weil hier der heilige Gott im Gericht über ihm stand und ihn gerichtet hat, Gott ist daher seine Anrede, das spricht von Distanz, Gott hatte sich von ihm jetzt abgewendet, er hat ihn verlassen und doch sagt er, mein Gott, weil es deutlich macht, dass dieses Vertrauen auf seinen Gott nicht gelitten hat, auch wenn Gott sich abgewendet hat, er blieb sein Gott, aber die, das Ausmaß dieser, dieser Schmerzen, das Ausmaß dieser Leiden wird deutlich, dass der Jesus das wiederholt, normal hat er Vater gesagt, aber jetzt mein Gott, mein Gott, diese Wiederholung, diese Ansprache, das macht deutlich, wie furchtbar das für den Herrn Jesus war, erstens, dass Gott sich von ihm abgewendet hat und zweitens, dieses Gericht, das er dort erdulden musste, mein Gott, mein Gott, warum, er war der Einzige, der nicht eine Sünde getan hat, nicht eine Einzige, der nur vollkommen gewesen war, warum dieses Gericht, nicht seinetwegen, unseretwegen kam dieses Gericht, ja, um Gott zu verherrlichen, (00:08:01) warum hast du, gerade du, dem er ununterbrochen gedehnt hat, den er in jedem Schritt verherrlicht hat, wo er doch nur gehorsam gewesen war, warum du, der du doch eigentlich das anerkennen musstest, das tat er auch, aber hier war er das Sündopfer, hier war er das vollkommene Opfer, von dem sich Gott abwenden musste, hast du mich, warum hast du mich, mich, der ich nur vollkommen bin, ohne Sünde, keine Sünde in ihm, keine Sünde getan, der Sünde nicht kannte, der er nur das getan hat, was er bei dem Vater sah, was den Vater verherrlichte, warum hast du mich verlassen, was für ein Ausdruck, verlassen, diese drei Stunden, wo er wirklich vollkommen von Gott verlassen war, vollkommen allein, ja, wenn der Herr Jesus von den Menschen gehasst und verlästert worden war, auch an dem Kreuz, da war der Vater bei ihm, aber hier lesen wir, von Gott verlassen, furchtbare Zeit, drei Stunden, aber wunderbare Zeit, Gott musste sich abwenden, aber es gab keinen Augenblick, wo Gott mit größerer Wunder, mit größerer Freude auf den Herrn Jesus sah, als gerade in diesen (00:09:04) drei Stunden der Finsternis, weil der Herr Jesus dort Gott verherrlicht hat, in einer Weise, wie das nie ansonsten geschehen war, vollkommene Verherrlichung im Opfer furchtbarer Leiden. Was hat der Jesus am Ende der drei Stunden, zur neunten Stunde ausgerufen? Das war nicht während der Leiden, sondern mit diesem Ruf ist die Finsternis zu Ende gegangen, mit diesem Ruf waren die sühnenden Leiden zu Ende und Gott hat eine Antwort gegeben auf diesen Ruf, indem er dieses Gericht in dieser Situation, weil es vollendet war, weil es vollständig war, weil damit das Gericht auch das Ausmaß hatte, was Gott im Blick auf die Sünden unserer Ewigkeit, die Schuld unserer Ewigkeit vorgesehen hatte, damit kam das Gericht zu einem Abschluss. Das macht deutlich, der Jesus hat dieses Gericht bis zum Ende getragen. Ja, in unseren Herzen fallen wir vor ihm nieder, wir beten ihn an, dass er diese Leiden, in die wir nicht hineinschauen können, in die wir nicht ermessen können, (00:10:05) die wir nicht erfassen können, weil er sie auf sich genommen hat. Wir beten ihn an und wollen ihm unser Leben weihen als eine Antwort auf diese Liebe, auf diese Hingabe, nicht nur bis in den Tod, sondern in den furchtbaren, sühnenden Leiden, die er zur Verherrlichung Gottes und zu unserem ewigen Heil auf sich genommen hat.
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Artikelreihe: Markusevangelium

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