Markus 7,1-5


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(00:00:00) Herzlich Willkommen zu einem neuen Podcast über das Markus-Evangelium, heute über Markus 7, ab Vers 1. In Kapitel 6 haben wir gesehen, was für einen Segen das Volk Israel damals hätte haben können, wenn sie den Herrn Jesus als Messias angenommen hätten. Aber leider haben sie den Herrn Jesus abgelehnt. Und so musste Herr Jesus seine Jünger, diejenigen, die an ihn glauben, auf eine Schifffahrt, auf eine Reise senden, wo sie mit viel Gegenwind, mit viel Mühen zu tun haben, aber er wird zu ihnen kommen. Er wird zurückkommen und dann wird er hier auf dieser Erde, wird er das Königreich in Herrlichkeit und Macht einrichten und errichten und dann wird es Segen und Heilung geben, auch für sein Volk. Markus spricht dabei nicht von der Seite der Versammlung, das überlässt der Geist Gottes, Matthäus. Hier geht es einfach um das grundsätzliche Bild. Und jetzt in Kapitel 7 kommt der Geist Gottes auf das Volk Israel zurück und zeigt, in (00:01:05) was für einem Zustand dieses Volk gewesen ist. Wir lesen in Vers 1, wieder solche aus Jerusalem, aus dem Zentrum des Gottesdienstes, des jüdischen Gottesdienstes, die ihren zu dem Herrn Jesus sanden in den nördlichen Teil nach Galiläa, um ihn zu prüfen, um zu sehen, ob sie ihn irgendwie fangen könnten. Und dann lesen wir weiter. Ja, wir kennen natürlich auch heute die gute Angewohnheit, sich die Hände zu waschen vor dem Essen. Aber das ist natürlich keine absolute Notwendigkeit. (00:02:03) Wenn man auf Reisen ist, wenn man unterwegs ist, dann kann man sich gar nicht die Hände waschen. Aber für die Juden spielte eben das Händewaschen nicht eine gesundheitliche Rolle, sondern eine zeremonielle Rolle. Und sie nahmen Anstoß daran, dass die Jünger eben ohne sich extra die Hände zu waschen, gegessen haben. Jetzt kommt ein Zwischensatz, der in der Elberfelder Übersetzung vom CSV mit einer Klammer gekennzeichnet ist. Hier sehen wir, dass es den Juden und speziell den Pharisäern, die ja in besonderer Weise wachten, nicht über das Wort Gottes, auch darüber, sondern besonders über diese Überlieferungen, die von den Ältesten kamen und die für sie auf der gleichen Stufe standen wie Gottes (00:03:02) und der Jesus kommt kurze Zeit später darauf zu sprechen. Und gegen ihr Gewissen, gegen ihre Vorstellung konnte man eigentlich in dem Volk Israel, in dem Judentum nichts tun. Und sie haben eine Vorschrift erlassen, dass man mit einer Hand voll Wasser, wörtlich steht damit der Faust voll Wasser, sich die Hände waschen musste. Das offenbart schon, dass es gar nicht um ein wirkliches Säubern der Hände ging. Mit einer Faust voll Wasser kann man sich die Hände, wenn sie wirklich dreckig sind, überhaupt nicht sauber machen. Aber es war eben eine Vorschrift, es war eine religiöse Verpflichtung, dass man zeremoniell sich die Hände wusch. Und vom Markt kommend essen sie nicht, wenn sie sich nicht gewaschen haben. Warum vom Markt? Weil man da Berührung haben konnte, nicht nur mit Juden, sondern auch mit solchen, die aus den Nationen kamen, die vielleicht irgendwelche Sachen verkauft haben. (00:04:01) Und da gab es dann eine Vorschrift inmitten der Juden, dass man bestimmte Arten von Reinigungen vornehmen musste. Das war ein richtig ausgeklügeltes System. Wenn man das ein bisschen nachliest, zum Beispiel Talmud in der Mischina, dann wird man feststellen, dass es wirklich eine festgelegte Art der Reinigung gab, von oben die Hände, von unten die Hände. Und das musste in einer bestimmten Weise getan werden. Und wenn man das nicht nach genau diesen Vorschriften tat, dann war man in den Augen der Juden unrein. Und gerade wenn man eben Berührung mit Heiden hatte, das waren ja aus ihrer Sicht eben unreine Menschen, dann war es erst recht nötig, damit man in einer Weise essen konnte, die aus ihrer Sicht dann auch von Gott angenommen wurde. Also man darf den Pharisäern und diesen Rabbinern nicht vorwerfen, dass sie das einfach nur für sich selbst taten. Das war eine religiöse Handlung, von der sie meinten und von der sie bestimmten, dass (00:05:06) auf diese Weise man Gott ehren konnte. Das war also schon religiös, das war schon im Blick auf Gott gedacht, aber eben von Menschen erfunden. Und vieles andere gibt es, was sie zu halten übernommen haben. Waschungen der Becher und Krüge und Kupfergefäße und Liegepolster. Wir sehen also hier, dass Menschen, wenn auch Führer des Volkes, bestimmte Formen eingeführt haben und für verpflichtend erklärt haben. Wir denken daran, dass auch wir heute leicht in der Gefahr stehen, jedenfalls nach unseren eigenen Vorstellungen, bestimmte Pflichten einzuführen, unabhängig davon, ob sie in Gottes Wort geschrieben stehen oder nicht und dass wir meinen, wenn jemand sich nicht nach diesen Formen hält, richtet, dann ist er gewissermaßen unrein, dann verhält er (00:06:02) sich nicht konform und dann haben wir ein Problem mit ihm. Das können Kleidungsvorschriften sein, wobei es ja nicht verkehrt ist, sich ordentlich zu kleiden. Im Gegenteil. Es ist gut und es ist richtig, ordentliche Kleidung zu tragen, insbesondere auch in den Zusammenkünften. Aber wenn es eine Vorstellung ist, dass man so gekleidet sein muss, wie ich mir das vorstelle, dass man so sitzen muss, wie ich mir das vorstelle, wo Gottes Wort dazu keine direkten Hinweise gibt, dann gehen wir über Gottes Wort hinaus. Dann machen wir Menschenmeinung zu einer Verpflichtung und stellen sie gegen, ja über Gottes Wort. Genau das haben die Juden getan, der Jesus kommt, darauf zu sprechen, das werden wir bei einem anderen Podcast dann sehen. Wollen wir uns prüfen, wir können leicht über die Juden ein abfälliges Urteil haben, aber vielleicht haben wir selbst Vorstellungen, wo wir meinen, so und nicht anders muss das gehandhabt werden. (00:07:01) Oh Gott, das Wort spricht so nicht. Der Text fährt dann fort. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn, den Herrn Jesus, warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Ältesten, sondern essen das Brot mit unreinen Händen. Das heißt, wenn jemand nicht nach ihren Vorstellungen handelte, dann forderten sie die Verantwortlichen heraus, ob der Jesus selbst anders gehandelt hat. Das ist gut möglich, dass der Jesus, obwohl er diese menschengemachten Forderungen als solche ablehnte, dass sie gegenüber das Wort Gottes gestellt wurden, so scheint es doch so, dass er lebte, um so wenig Anstoß wie möglich zu geben. Das ist ein Vorbild für uns. Wir müssen Menschenworte, wir müssen Menschenvorschriften, müssen wir nicht annehmen. Und trotzdem ist die Frage, was habe ich für eine Gesinnung? Bin ich jemand, der möglichst wenig Anstoß gibt, jetzt in dem Sinne des Wortes, dass (00:08:05) ich möglichst wenig Menschen etwas vorstelle, etwas tue, was sie innerlich irgendwie ablehnen? Der Jesus hat das offensichtlich so gehandhabt. Seine Gesinnung war, Gott zu ehren und in einer Weise zu leben, dass sich möglichst wenig Menschen über ihn ärgerten. Interessant ist, dass die Pharisäer nicht zu den Jüngern gingen, sondern zu dem Herrn Jesus. Sie haben alles benutzt, um gegen den Herrn Jesus vorzugehen. Das gibt es auch heute. Da werden Dinge von uns Menschen, leider auch von uns Christen falsch getan und die Menschen sagen, das ist Christus, das ist der Herr Jesus, also kann sein Wort nicht richtig sein, also kann das, was der Jesus gelehrt hat, nicht richtig sein. Da sehen wir, wie der Zielpunkt des Hasses, des Feindes, des Teufels und auch der ungläubigen Menschen immer der Herr Jesus ist. Aber Gott sei Dank, der Jesus stellt sich vor seine Jünger, der Jesus zeigt in dem nächsten Abschnitt, dass Gottes Wort zählt und nicht Menschen Wort. (00:09:05) Das wollen auch wir für uns festhalten.
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Artikelreihe: Markusevangelium

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