Markus 7,33-35


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(00:00:00) Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast über das Markus-Evangelium, heute noch einmal über den Schluss von Markus 7. Wir haben beim letzten Mal gesehen, dass der Herr Jesus dort jemand, der taub war, der nicht hören konnte und dadurch auch nur schwer reden konnte, geheilt hat und haben gesehen, dass das ein Vorbild ist auf das, was der Herr Jesus mit seinem irdischen Volk, mit dem Volk Israel tut. Wir können das natürlich genauso auf uns anwenden, dass der Jesus auch mit uns so gehandelt hat. Wir waren ebenfalls taub. Wir waren solche, die Gottes Wort nicht gehört haben, ja nicht hören wollten, aber er hat uns gerettet. Durch ihn haben wir diese Erlösung bekommen, sind wir zu solchen geworden, die Ohren des Herzens bekommen haben, um jetzt Gott zu hören, seine Stimme zu hören, seinem Wort zuzuhören. Ich möchte das aber jetzt bewusst einmal auf Hirtendienst beziehen und anwenden, und zwar die Art und Weise, wie der Herr Jesus hier wirksam wurde. (00:01:05) In Markus 7 Vers 33 lesen wir, er nahm ihn von der Volksmenge weg für sich allein. Das ist das Erste, was der Herr Jesus mit diesem Menschen tut. Wenn jemand einen Hirtendienst tun möchte, dann gibt es natürlich einen Teil des Hirtendienstes, der sich an alle Gläubigen wendet. Der Dienst des Wortes, sagen wir in der Zusammenkunft zur Auferbarung, ist durchaus ein Hirtendienst. Aber im Normalfall ist der Hirtendienst ein Dienst, der an dem Einzelnen geschieht, wo man den Einzelnen für sich wegnehmen muss, nicht wegnehmen muss, damit man alleine jetzt Zugriff auf so jemanden hat, sondern weil ein solcher Dienst einfach nicht in der Öffentlichkeit geschehen kann. Man braucht Ruhe, man braucht Zeit, man braucht die gegenseitige Aufmerksamkeit, man muss ihn für sich allein nehmen. Da hat jeder seine eigenen Herausforderungen, seine eigenen Probleme vielleicht. Das tut der Herr Jesus als erstes. Zweitens, er legt seine Finger in seine Ohren. Im Hirtendienst gibt es manche Dinge, die mit medizinischen Problemen zu tun haben. (00:02:03) Sagen wir mal eine Depression, die kann durchaus endogen bewirkt sein, genetisch, durch Vorbelastung und so weiter. Aber oftmals haben wir es doch im Hirtendienst auch damit zu tun, dass es eine geistliche, eine glaubensmäßige Ursache für ein Problem gibt. Und wenn das der Fall ist, dann ist es nötig, die Finger in die Ohren zu legen. Also in diesem Fall bei dem Tauben war das Problem natürlich das Ohr. Was auch immer das Problem in dem Fall ist, mit dem wir zu tun haben, dann müssen wir den Finger in diese Wunde legen. Es bringt nichts, mit guten Worten sich im Kreis zu drehen. Man erlebt das immer wieder, dass im Hirtendienst letztlich nicht das eigentliche Problem angesprochen wird. Es geht nicht um eine Symptombehandlung. Es geht nicht darum, dass wir einfach durch Medikamente, ich meine das jetzt in übertragenen Sinn, dass wir dadurch die Folgen eines Problems lindern. Das kann man tatsächlich tun. (00:03:02) Wenn eine Glaubensursache ist, kann man auch buchstäblich Medikamente neben jemandem dämpfen. Damit ist aber das Problem nicht erledigt. Das Problem ist, wir müssen die Bereitschaft haben, und zwar von beiden Seiten, das Problem anzugehen. Es bringt natürlich nichts, wenn ein Seelsorger versucht, dieses Problem zu lösen, aber der, der betroffen ist, gar nicht dazu bereit ist. Nein, das muss natürlich auch vorhanden sein, diese Bereitschaft. Man muss den Finger in die Wunde legen. Nur so wird man wirklich weiterkommen. Derjenige muss zu einer Einsicht geführt werden, sagen wir mal Eigenwille, sagen wir mal Ungehorsam, dass er so nicht einfach weitermachen kann, sondern dass die Lösung nur darin besteht, dass man auf dieses Problem eingeht. Dann heißt es drittens, und er spie. Das heißt, der Jesus hat Speichel, wahrscheinlich in seiner Hand oder wo auch immer, hingespuckt und hat das dann benutzt. Das heißt, das ist das, wo er seine Kraft deutlich machte. Und das heißt für uns im Hirtendienst, wir selbst haben keine Kraft, wir selbst können (00:04:04) das nicht. Der Herr Jesus ist der Einzige, der diese Rettung bringen kann. Das heißt, wir müssen denjenigen, wie das hier am Anfang ja auch geschah, zu dem Herrn Jesus bringen. Wir müssen ihn in Verbindung mit dem Herrn Jesus bringen. Jeder Hirtendienst hat nur dann Nutzen, ist nur dann wirklich zum Segen, wenn jemand zu dem Herrn Jesus gebracht wird, wenn wir die Lösung in dem Wort Gottes suchen und in der Kraft, die der Herr Jesus gibt. Nur von ihm kann eine Veränderung ausgehen. Und dann heißt es viertens, er rührte seine Zunge an. Das heißt, die Symptome, das heißt die Folgen des Problems, die bleiben nicht unberücksichtigt, sondern werden ebenso behandelt. Bei diesem Mann war das ja so, dass er nicht hören konnte und deshalb auch nicht vernünftig reden konnte. Im seelsorgerlichen Bereich ist das oft so, da gibt es ein Grundproblem, aber das hat natürlich Folgen, sagen wir mal der Eigenwille und dadurch ist nicht nur die Beziehung zu dem Herrn gestört, sondern auch die Beziehung zu anderen, vielleicht in der Ehe, vielleicht (00:05:03) von Kindern zu Eltern, von Eltern zu Kindern. Und das muss ebenso behandelt werden, darauf muss man ebenso eingehen. Das ist nicht die Ursache, aber die Folge und in dieser Folge haben sich dann weitere Folgen eingeschlichen, die schädlich sind. Auch damit muss man handeln, auch darin muss man etwas verändern. Und dann heißt es fünftens und zum Himmel aufblickend, der Herr Jesus ist der ewige Sohn Gottes und er hat in sich selbst die Kraft und auch die Autorität zu handeln und trotzdem hat er im Aufblick zum Himmel gehandelt, trotzdem hat er in Abhängigkeit von Gott gehandelt. Wie viel mehr müssen wir das tun? Wenn wir im seelsorgerlichen Bereich tätig werden, dann lasst uns das Vertrauen zu Gott haben, die Abhängigkeit von Gott auch sichtbar ausdrücken. Selbst wenn wir ein seelsorgerliches Gespräch haben, dann beten wir zu dem Herrn und innerlich ganz besonders, wenn wir merken, wir kommen zu dem entscheidenden Punkt in einer Sache, dann wollen wir zu dem Herrn aufblicken und mit ihm handeln. (00:06:04) Zum Himmel aufblickend, sechstens, seufzte er. Das heißt, der Herr Jesus hat nie gehandelt, ohne sich nicht unter diese Situation zu stellen. Matthäus 8 zitiert Jesaja 53 und da wird deutlich, dass der Herr Jesus diese Krankheiten und diese Schwachheiten auf sich genommen hat, das heißt, er hat sich eins damit gemacht. Wir werden im seelsorgerlichen Bereich nie eine Hilfe sein können, wenn wir uns nicht eins machen mit der Situation des Betroffenen. Wir können das natürlich nicht im absoluten Sinn, wie der Herr Jesus das getan hat, dass er sich vollkommen eins gemacht hat, diese Dinge wirklich zu seinen eigenen gemacht hat, das können wir nicht. Aber wir sollen doch uns eins machen mit der Situation, sollen traurig darüber sein, sollen nicht meinen, wir wären ja besser, wir wären ja geistlicher, gottesfürchtiger, sondern seufzen und dann spricht er zu ihm, dann kommt im siebten Punkt dann wirklich die Heilung und wir sollen dann die Worte Gottes sprechen, wir sollen das sagen, was dann nötig ist, (00:07:06) deshalb ist diese Abhängigkeit vom Herrn auch so nötig, in diesem Fall Ephata, das ist werde aufgetan, der Herr hilft auch heute, der Herr verändert auch heute die Situation von Menschen, von Gläubigen, denen wir seelsorgerlich dienen dürfen. Und sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge wurde gelöst und er redete richtig. Das ist mir ein wichtiger Punkt, die Wirkung des Herrn Jesus, die geht nie über Jahre, ich meine die Behandlung, die Fürsorge, die Begleitung, sondern das war bei dem Herrn Jesus immer eine vergleichsweise kurze Sache. Wer heute in eine Psychotherapie oder dergleichen geht, das ist oft über Jahre eine Behandlung, das gibt es bei dem Herrn Jesus nicht. Wenn wir wirklich in gottgemäßer Weise eingreifen, das heißt, wenn wir eine solche Hilfestellung (00:08:01) geben, dann sage ich nicht, dass das mit einer Sitzung oder mit einem Gespräch erledigt ist, aber es ist völlig unnormal, dass so etwas über Jahre, über Monate dauert. Ich rede nicht von einem medizinischen Problem, nehmen wir nochmal das Beispiel einer Depression oder auch von Halluzinationen oder Schizophrenie, was auch immer da existiert. Medizinisch haben wir nicht die Autorität, die Fähigkeit einfach zu sagen, so das Problem haben wir jetzt von jetzt auf gleich gelöst. Aber ich rede von geistlichen Problemen. Wenn eine Bereitschaft ist, die Dinge zu bekennen und anzugehen, dann ist das in allgemeinen, in aller Regel ist das keine Sache, die über Monate oder über Jahre dauert. Hier bei dem Herrn Jesus sehen wir das, er war natürlich mächtig, aber er ist doch heute genauso mächtig, er kann heute Menschen verändern, wenn wir uns verändern lassen wollen und deshalb gilt das auch im seelsorgerlichen Bereich, wenn das über Monate, Jahre dauert, bis da eine Veränderung möglich ist, dann müssen wir uns fragen, stehe ich richtig, (00:09:01) habe ich die richtige Beziehung zum Herrn, zweitens, ist derjenige wirklich bereit sich zu ändern oder drehen wir uns letztlich im Kreis und dann müssen wir am Ende des Tages irgendwann auch sagen, solange keine Bereitschaft da ist, führt das zu nichts, wenn wir einfach nur reden, reden, reden, ohne dass die entsprechenden Konsequenzen auch gezogen werden. So lernen wir aus diesem Abschnitt, aus diesen Versen Wichtiges für unser Glaubensleben, nicht nur im Blick auf Israel, sondern auch für den Dienst, den wir für den Herrn Jesus tun dürfen, wenn er uns einen solchen Herkendienst anvertraut hat. Der Herr wird dann mit uns sein, wird uns helfen und wir müssen uns selbst die Ohren öffnen lassen, um zu erkennen, was jeweils dann der richtige Weg, die richtige Maßnahme, die richtige Zusprache und Fürsprache ist.
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Artikelreihe: Markusevangelium

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