Markus 9,28-32


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(00:00:00) Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast über das Markus-Evangelium. Wir stehen in Markus 9 Vers 28. Der Jesus hatte einen Knaben, einen Jungen geheilt, der von einem Dämon besessen war. Und wir lesen, dass die Jünger nicht dazu in der Lage waren, ihn zu heilen, dass der Jesus in seiner Barmherzigkeit aber diesen Jungen geheilt hat, obwohl der Glaube des Vaters gering war. Aber der Herr hat das nicht zum Anlass genommen, weder den Unglauben der Jünger noch den mangelnden Glauben des Vaters diesen Jungen hängen zu lassen, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Nein, er hat wirklich in seiner Barmherzigkeit diesem Knaben geholfen. Und dann heißt es in Vers 28, Und als er, der Herr Jesus, in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein, Warum haben wir ihn nicht austreiben können? Ja, die Jünger haben gemerkt, dass da irgendwas nicht stimmte. Dass der Herr Jesus jetzt ein Wunder getan hat, sie aber nicht dazu in der Lage waren. Und das beschäftigte sie. Und das ist gut so, dass es sie beschäftigt hat. (00:01:02) Und das sollte auch uns beschäftigen, wenn wir merken, dass irgendetwas in unserem Glaubensleben nicht normal läuft. Wenn wir als Diener, und wir alle sind Diener, des Herrn Jesus, ob im Verborgenen oder in der Öffentlichkeit, je nach Aufgabe und natürlich auch je nach Geschlecht, seine Schwester hat keine Aufgabe in der Öffentlichkeit, das finden wir in Gottes Wort im Neuen Testament nicht. Aber wenn wir merken, da läuft was nicht, das funktioniert nicht, was wir tun, dann müssen wir uns natürlich die Frage stellen, was ist da los, warum nicht? Und das ist die beste und letztlich die einzige Adresse der Herr Jesus. Für uns heißt das natürlich, das Konsultieren, das Beschäftigen mit seinem Wort und dann das Bringen im Gebet zu dem Herrn Jesus. Und das tun sie. Und sie tun das im Haus. Der Herr Jesus, das ist auch wieder ein wichtiger Punkt des Hirtendienstes, der Herr Jesus belehrt sie jetzt nicht vor allen anderen. Das ist manchmal nötig und bei Petrus finden wir einmal, dass der Jesus das genauso tut. Aber hier sehen wir, dass das Normale, der Normalfall ist, dass man das im Verborgenen, dass man das im Haus tut. Und das tut der Herr Jesus. (00:02:02) Er hilft den Jüngern im Verborgenen. So etwas braucht erstens Zeit und braucht zweitens ein gewisses Abgeschirmtsein vor der Öffentlichkeit, damit sich die Herzen öffnen. Und wir wissen alle, dass wenn wir in der Öffentlichkeit sind, wir doch ein Stück weit anders reden. Und ich meine gar nicht damit Heuchelei. Aber es ist einfach, man kann sich nicht so öffnen. Man ist ja verletzbar. Man ist verletzlich, wenn man sich öffnet, wenn man wirklich das Herz ausschüttet. Und das kann man und das sollte man auch in der Öffentlichkeit nicht tun. Deshalb ist das Haus eben der private Bereich. Ein Umfeld, wo man sich öffnen kann, ist genau der richtige Bereich dafür. Und er war mit den Jüngern allein. Er fragten ihn seine Jünger für sich allein. Das ist etwas, wo man auch nicht in großer Runde darüber sprechen kann. Bitte, das waren jetzt natürlich zwölf Jünger, die dabei waren. Aber für sich allein, das heißt, das muss wirklich der Bereich, das Umfeld sein, das müssen die Personen sein, die wirklich jetzt auch mit dieser konkreten Frage zu tun hatten. (00:03:02) Und das waren eben in diesem Fall die neun. Denn die anderen drei kamen ja mit dem Herrn Jesus vom Berg, als das Problem aufgetreten war. Warum haben wir ihn nicht austreiben können? Ja, das ist die Frage. Warum konnte der Jesus uns mal in einem bestimmten Punkt nicht benutzen? Warum müssen wir erkennen, dass der Herr jemand anders benutzt hat? Und wir sollten nicht neidisch sein auf den anderen, sondern wir sollten uns fragen, warum konnte der Herr mich persönlich nicht benutzen in diesem Umfeld, in dieser Situation? Und die Jünger haben sich das gefragt. Und der Jesus gibt ihnen eine konkrete Antwort. Er sprach zu ihnen, diese Art kann durch nichts ausfahren, als nur durch Gebet und Fasten. Der Jesus nennt zwei Punkte, die Voraussetzungen sind, die nötig sind, um hier eine Hilfestellung zu geben. Punkt eins ist Gebet. Und das kann man schlicht umschreiben, die bewusste Abhängigkeit von dem Herrn Jesus. Wir können das nicht tun, indem wir meinen, wir kriegen das schon auf die Reihe. Vielleicht war das bei den Jüngern der Fall. Offensichtlich. Gebet. Sie haben nicht zu Gott, zu dem Herrn Jesus, zu Gott gebetet. (00:04:02) Sie sind einfach losgeprescht. Wie oft machen wir auch etwas, haben eine Überzeugung, haben eine Überlegung, die mag ja an sich gar nicht verkehrt sein. Aber es geht von uns selbst aus. Wir haben, wir tun, ein Gebet. Nur wenn ich in bewusster Abhängigkeit von ihm bin, da geht es jetzt auch nicht um ein besonderes Gebet, auch nicht um ein Massengebet, auch nicht um die Länge eines Gebetes, sondern es geht einfach darum, dass ich in bewusster Weise mich von dem Herrn abhängig mache. Punkt eins. Punkt zwei, Fasten. Wir haben ja nirgendwo im Neuen Testament die Aufforderung, jetzt fastet bitte mal. Das finden wir auch hier nicht. Aber der Jesus sagt doch, das geht nicht ohne Fasten. Fasten ist der bewusste Verzicht auf Dinge, die nicht böse sind, auf Dinge, denen wir uns im natürlichen Bereich durchaus aussetzen dürfen, die aber ein Hindernis sein können, um wirklich sich zu konzentrieren auf das, was der Herr uns zeigen möchte. Das buchstäbliche Fasten hatte ja mit Essen zu tun. Und das wurde in Israel, das kann man im Alten Testament nachlesen, (00:05:01) sehr, sehr intensiv auch praktiziert. Die Gefahr bei dem Fasten ist, ich faste, um etwas zu erreichen. Davon spricht der Jesus hier nicht. Das wäre nämlich eine gesetzliche Art. Ich faste, damit der Herr mir eine Antwort gibt. Der Herr ist nicht angewiesen, ob ein Fasten oder nicht Fasten. Und das ist gerade die Gefahr, dass ich das Fasten als ein Instrument einsetze, formales Instrument, um etwas zu erreichen. Und das wäre ein großer Irrtum. Sondern das Fasten ist immer im Alten Testament auch das Begleiten von zum Beispiel einer Demütigung oder hier eben einer Gebetszeit. Und dann fastet man eben nicht, um besser zu sein, um etwas Besseres zu erreichen, um den Herrn sozusagen dazu zu bringen, eine Antwort zu geben. Denn der Herr ist nicht auf unser Fasten angewiesen. Sondern es ist, dass ich bewusst verzichte auf etwas, um mich auf das Gebet, auf das zu konzentrieren, was ich hier von dem Herrn als Aufgabe vorgelegt bekommen habe. Es ging auch bei den Jüngern natürlich hier Fasten. Der Herr wollte nicht, (00:06:01) sagte ihn damit nicht, er hätte mal da jetzt drei Tage nichts essen sollen. Sondern die Bedeutung ist einfach diese bewusste Abhängigkeit des Gebetes und das bewusste Verzichten auf natürliche Genüsse, die nicht böse sind, die uns aber behindern, in einem konkreten Umstand, in einer konkreten Situation wirklich ein Ohr zu haben für das, was der Herr sagen möchte. Ich warne ausdrücklich davor, jetzt im Übermaß zu fasten. Denn dann kommt das Fasten zum Mittelpunkt. Wir sollen schon gar nicht vor anderen fasten. Ich habe das mal erlebt, wenn einer sagt, ja ich faste gerade. Jetzt soll gar keiner wissen, dass ich faste. Also man muss dann auch eine Gelegenheit suchen, die gar nicht auffallen kann. Wo nicht die halbe Welt oder auch nur andere Geschwister mitbekommen, dass ich faste. Das wäre der falsche Gedanke. Sondern es geht darum, um umso mehr Zeit und Hingabe und auch Herz (00:07:01) für die Sache des Herrn haben zu können. Wundern wir uns nicht, oder wir brauchen uns ja nicht zu wundern, dass bei uns oft so wenig Ergebnis erzielt wird, weil wir erstens so wenig von dem Herrn abhängig sind, weil wir diese bewusste Abhängigkeit von ihm, das Warten auf ihn, so wenig kennen und zweitens, weil wir gerne alles mitnehmen, und dann ist es eben kein Fasten. Dann ist es eben gerade nicht der bewusste Verzicht, um Zeit und auch Freude und auch Energie für den Herrn in dem Dienst zu haben. Wir können also aus dieser Belehrung sehr lernen. Dann heißt es weiter in Vers 30, Und sie gingen von dort weg und zogen nach Galiläa. Und er, der Jesus, wollte nicht, dass es jemand erfahre, dass er dahin geht. Der Jesus ist der Anziehungspunkt der Menschen, das wird auch später wieder deutlich, aber er möchte nicht, dass sie seinetwegen, also seiner Wunderwirkungen wegen kommen, sondern weil sie ein Herz für Gott haben. Das war immer sein Antrieb. Und wie ist das bei uns? Ist das nicht doch bei uns (00:08:01) auch so, dass wir gerne wollen, dass die Leute wissen, dass wir da sind und vielleicht einen Vortrag halten, vielleicht einen Dienst tun oder was auch immer unser Geschäft ist? Der Jesus wollte das nicht. Der Jesus verschwand. Der Jesus wollte Gott ehren und wollte nicht selbst im Mittelpunkt stehen. Eine ernste Frage für jeden von uns. Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen und das hat er offensichtlich wiederholt und über einen längeren Zeitraum getan, so drückt der Geist Gottes das hier aus. Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen überliefert und sie werden ihn töten und nachdem er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen. Jesus spricht hier zum dritten Mal von seinen Leiden und er kündigt an, dass er als der Sohn des Menschen von Menschen getötet wird, aber dass er auferstehen wird. Der Jesus hat immer wieder betont, dass er nach drei Tagen auferstehen würde. Umso auffälliger ist ja, dass die Jünger das später nicht verwirklichten. Das war das, was den Herrn Jesus beschäftigte. Ihn beschäftigte eben nicht im Mittelpunkt zu stehen, ihn beschäftigte nicht Wunder zu tun, sondern ihn beschäftigte, dass (00:09:01) das Ende seines Weges sie auf der Erde die Leiden waren. Was lesen wir von den Jüngern? Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen. Sie verstanden das nicht. Sie kannten doch die alttestamentlichen Schriften, sie kannten Jesaja 53, kannten sie besser als wir. Und trotzdem waren sie nicht in der Lage einzugehen auf die Empfindungen und auf die Worte des Herrn Jesus. Ob wir ein Verständnis inzwischen haben von den Leiden des Herrn Jesus? Sie fürchteten sich, ihn zu fragen. Sie merkten, dass er von etwas sprach, was ihnen irgendwie gar nichts sagte, was an ihnen vorbei ging. Ist das Wort des Herrn, was wir in der Bibel finden, sind die Empfindungen des Herrn Jesus, sind die Leiden des Herrn Jesus etwas, was unsere Herzen anspricht und was dazu führt, dass wir seine Nähe suchen, dass wir die Gemeinschaft mit ihm suchen, dass wir in Gebet, in anbetendem Gebet, aber auch in fragendem Gebet zu ihm kommen. Das sollte so sein. Bei den Jüngern war das nicht so. Nun, wir haben keinen Grund, irgendwie auf sie herabzuschauen. Der Geist Gottes wohnte noch nicht in ihnen und wir wären auch nicht anders gewesen. Aber wir wollen lernen. (00:10:01) Wir wollen nicht uns suchen. Wir wollen auf den Herrn Jesus sehen. Wir wollen uns mit seinen Leiden mehr beschäftigen. Dann würde unser Leben auch anders aussehen.
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Artikelreihe: Markusevangelium

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