Die Versammlung Gottes (64) - gastweise Aufnahme (5)


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(00:00:00) Im letzten Podcast haben wir uns Matthäus 18 angeschaut und haben gesehen, was der Geist Gottes durch den Herrn Jesus dort über die örtliche Versammlung sagt, über ihr Handeln sagt, über die Autorität ihres Handelns, über die Auswirkungen ihres Handelns, über die Voraussetzungen für dieses Handeln und auch für die Autorität, die durch die Handlungsweise sogar bis in den Himmel ausstrahlt und auch auf die Erde. Es gibt neuerdings, oder gar nicht so neuerdings, das hat es immer mal gegeben, seltsame Auffassungen, die mit Matthäus 18 Vers 18 verbunden werden. Da wird gesagt, wenn es da heißt in Matthäus 18, wahrlich ich sage euch, was irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein, dass das gar nicht meint, dass hier auf der Erde gehandelt wird und dann Auswirkungen im Himmel seien, sondern umgekehrt. Da ja hier eine Perfektform benutzt würde, würde das bedeuten, dass im Himmel gehandelt (00:01:03) worden ist und dass wir auf der Erde das einfach nachvollziehen würden. Denn es wäre ja absurd zu denken, dass der Himmel sich an etwas hängt, dass der Himmel Folge leistet dem was auf der Erde ist. Es muss doch alles vom Himmel ausgehen. Nun, wenn man so etwas hört, dann erinnert mich das an das was William Kelly geschrieben hat, ein Bibelausleger, zu dem wir großes Vertrauen haben können, der Gottes Gedanken wirklich sehr gut verstanden hat, sehr gut auch ausdrücken und erklären konnte, was in Gottes Wort zu finden ist. Er sagte einmal, nichts ist schlimmer als ein Halbwissen in Grundtextsprachen, die nämlich dazu führen, dass man so wirkt, als ob man die Dinge versteht, Leute aber verwirrt, weil man das Falsche sagt, weil man eben durch sein Halbwissen Dinge weitergibt, die überhaupt nicht wahr sind, die einfach nicht stimmen. Tatsächlich ist es so, dass wir hier einige Vergangenheitsformen, einige Futurformen haben (00:02:07) und man sich die ein bisschen anschauen muss. Wahrlich, ich sage euch, das ist Präsenz, was irgend ihr auf der Erde binden werdet, das ist im Aorist als Konjunktiv, weil das die Konstruktion eben ist, ausgedrückt. Was ihr auf der Erde binden werdet, Aorist Konjunktiv heißt aber nicht, dass das Vergangenheitsform ist, schon falsch ausgedrückt, dass das eine Vergangenheitsform ist, sondern es soll auf die einzelne Handlung bezogen werden, das wird im Himmel gebunden sein, so wird ist Futur, gebunden ist eine Perfektpartizipform. Wir haben es also hier mit einer Futur-Perfektform zu tun und was irgend ihr auf der Erde lösen werdet, lösen ist wieder diese Aorist Konjunktivform, wird im Himmel gelöst sein, Futur- und Perfektpartizip. Das heißt, das was hier von manchen ausgedrückt wird als Vergangenheitsform ist tatsächlich (00:03:05) ein Futurperfekt, das heißt in der Zukunft wird es dann gebunden sein, wann? Genau dann, wenn die Versammlung gehandelt hat. Es geht also hier überhaupt nicht darum, das ist einfach völlig abwegig, dass der Himmel handelt und dann wir das auf der Erde nachvollziehen, das sagt der Herr Jesus gerade nicht, sondern er sagt eine Handlung, hier geht es um die konkrete Handlung auf der Erde, das Binden oder das Lösen, deshalb eben dieser Aorist Konjunktiv, dass wenn da Präsenz wäre, dann wäre das eine dauerhafte, das immer wieder Handlung, darum geht es aber gar nicht, davon geht der Herr ja nicht aus, dass wir ständig immer wieder so handeln, sondern es ist eine punktuelle Handlung, deshalb der Aorist, der hier im Konjunktiv benutzt wird, das wird in der Zukunft, nämlich nachdem auf der Erde gelöst oder gebunden worden ist, wird das im Himmel auch gelöst sein, das heißt dann entsprechend gehandelt worden sein, das ist genau damit gemeint. Das heißt, das Futurperfekt beschreibt den Zustand der Vollendung in der Zukunft, nicht (00:04:07) was vorher schon im Himmel geschehen ist, bevor auf der Erde gehandelt wird, sondern das Futurperfekt beschreibt den Zustand der Vollendung in der Zukunft, es wird sein gebunden, es wird sein gelöst, das ist eine Konstruktion, die mehrfach im Neuen Testament vorkommt, hier in Matthäus 18 Vers 18, Matthäus 16 Vers 19, im Blick auf Petrus wird das Gleiche gesagt, auch in einem anderen Zusammenhang, also in einem inhaltlichen Zusammenhang wird das in Lukas 12 Vers 52 erwähnt. Das heißt, die Handlung auf der Erde löst tatsächlich etwas im Himmel aus, und nicht die Handlung im Himmel löst etwas auf der Erde aus. Natürlich ist und bleibt wahr, das haben wir beim vorherigen Podcast gesehen, dass wir auf der Erde nur in Abhängigkeit vom Himmel handeln können, deshalb das Gebet, dass wir nur dann in der Lage sind, nach Gottes Gedanken zu handeln, wenn wir im Namen des (00:05:01) Herrn Jesus versammelt sind, zu seinem Namen hin, wenn also er derjenige ist, der uns anleitet. Aber was Vers 18, Matthäus 18 Vers 18 eindeutig sagt, ist, dass das, was auf der Erde gebunden wird, im Himmel gebunden sein wird, das ist dieses Futurperfekt, also hier auf der Erde wird gehandelt und dann folgt, dass im Himmel diese Handlung nachvollzogen sein wird, nicht als Auslöser, sondern als Folge. Daran müssen wir unbedingt festhalten, jede andere Erklärung für diese Zeitform ist einfach nicht wahr. Und das kann man auch in entsprechenden Grammatiken nachlesen, die jetzt nicht von irgendwelchen Verfechtern irgendeiner Versammlungsgemeinde-Idee geschrieben worden sind, sondern die anerkannten Grammatiken sind. Wir bleiben also dabei, dass der Herr der örtlichen Versammlung Autorität gegeben hat zu handeln und dass er mit diesem Handeln gewaltige Auswirkungen verbindet, die sogar im Himmel und natürlich, wie wir gesehen haben, logischerweise dann auch auf der Erde (00:06:04) Folgen haben werden. So wollen wir dann die Gedanken des Herrn richtig verstehen, wollen uns diesen Gedanken unterordnen, nicht menschlichen Meinungen, die das alles irgendwie weg erklären wollen vielleicht, die mit menschlicher Weisheit überlegen, wie kann man das so machen, dass nicht die örtliche Versammlung eben die verantwortliche Institution, wenn man so will, ist, sondern dass das irgendwie Menschen sind, dass das Brüder sind. Nein, hier sehen wir ganz klar, dass nicht einzelne Brüder, nicht einzelne Personen, sondern die örtliche Versammlung, ihr, ich sage euch, nicht irgendwelchen Brüdern, sondern der örtlichen Versammlung, dass sie in der Pflicht ist zu handeln und dass sie davon ausgehen kann, dass wenn sie das in Abhängigkeit von dem Herrn tut, Vers 19, wenn sie das im Namen des Herrn tut, weil sie versammelt ist in seinem Namen, dass das Auswirkungen hat im Himmel und auf der Erde. Wir bleiben bei Gottes Wort, wir bleiben bei den göttlichen Gedanken und wollen uns dem (00:07:01) Herrn von Herzen unterordnen.
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Artikelreihe: Die Versammlung Gottes (Podcast)

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