Die Versammlung Gottes (75) - gastweise Aufnahme (16)


Transkript der Audiodatei

Hinweis: Der folgende Text ist ein computer-generiertes Transkript der Audiodatei. Vereinzelt kann die Spracherkennung fehlerhaft sein.
(00:00:00) Wir haben uns mit dem ersten Einwand beschäftigt, dass es Gläubige gibt, die sagen, wir trennen uns nur von Bösem. Wir haben gesehen, natürlich trennen wir uns von Bösem, aber dass wir auch eine positive Aufforderung haben, die Einheit des Geistes zu bewahren im Band des Fredens. Die Einheit des Geistes, das heißt, das ist die Einheit, die der Geist Gottes zu jeder Zeit, in der die Versammlung Gottes hier auf dieser Erde ist, bildet, formiert, unter anderem in Absonderung vom Bösen, aber auch in dem Verfolgen eben dieses Prinzips der Einheit. Wir denken an den einen Leib, den es gibt und dass wir deshalb eben nicht außen vor lassen können, woher jemand kommt. Wir sollen die Einheit verwirklichen und sollen nicht durch die Art und Weise, wie wir zusammenkommen und wie wir aufnehmen, ein Zeugnis ablegen, es gibt zwei Leiber, es gibt drei Leiber, es gibt hundert Versammlungen. Nein, die gibt es nicht, es gibt nur die eine Versammlung Gottes und dementsprechend müssen wir auch uns entscheiden und müssen wir auch die Entscheidungen treffen. Wir haben gesehen, das liegt eben an Epheser 4 und damit sind wir bei dem zweiten Einwand. Der zweite Einwand heißt nämlich, ja, du kannst aber nicht mit Epheser 4 kommen, denn (00:01:02) in Epheser 4, wo es um die Bewahrung der Einheit des Geistes geht, da geht es doch gar nicht um die Zusammenkünfte, sondern da geht es um das persönliche Miteinander am Ort und mit den Zusammenkünften aufnehmen, zum Brotbrötchen und so weiter, hat das überhaupt nichts zu tun. Nun schauen wir uns diesen Einwand an und schauen wir uns an, worum es in Epheser 4 geht. In Epheser 4 sagt der Apostel Paulus, wir haben das ja schon vor uns gehabt, ich ermahne euch nun ich der Gefangene im Herrn, dass ihr würdig wandelt der Berufung, mit der ihr berufen worden seid und wir haben gesehen, dass das ein Rückbezug ist auf das, was wir in Epheser 2 finden, wo genau diese gemeinschaftliche Berufung, es geht eben ausdrücklich nicht um die persönliche Berufung, sondern die gemeinschaftliche Berufung als der eine neue Mensch, Vers 15 und als das Haus, der Tempel, die Behausung Gottes, Vers 19 bis 22 geht. Es geht also um das Miteinander. Ist das Miteinander beschränkt auf die Nicht-Zusammenkünfte, das wird wohl jeder einsehen, dass das Unfug (00:02:01) wäre. Zu denken, die Versammlung Gottes, das Haus, der eine Leib, der eine Mensch, das hat mit allem zu tun, was die Versammlung Gottes betrifft, aber nicht mit den Zusammenkünften. Natürlich stehen in Epheser 4 die Zusammenkünfte nicht im Vordergrund, da geht es nicht in aller erster Linie um die Zusammenkünfte, sondern da geht es um die Versammlung Gottes, wie sie sich darstellt am Ort und über den Ort hinaus. Aber stellt sich die Versammlung nur außerhalb der Zusammenkünfte dar? Natürlich nicht, sondern sie stellt sich auch in dem Miteinander am Ort dar. Das heißt, Epheser 4 betrifft und behandelt auch das Miteinander am Ort, behandelt auch damit, wie wir jemanden aufnehmen, miteinander umgehen im Blick auf die Zusammenkünfte und besonders im Blick auf das Brotbrechen. In Vers 4 sehen wir ja, dass die Versammlung eben nicht nur am Ort uns vorgestellt wird, sondern dass sie auch weltweit in den Blick genommen wird. Es geht um den einen Leib. Der eine Leib, der ist nicht an dem einen Ort und schon gar nicht allein an dem einen (00:03:05) Ort, sondern das ist die Versammlung weltweit. Das ist also der zweite Punkt, der in diesem Einwand sozusagen entkräftet wird, als ob es nur um das Miteinander am Ort ginge, nicht um die Zusammenkünfte, sondern nur um das persönliche Miteinander am Ort. Also erstens, Versammlung Gottes enthält immer die Zusammenkünfte, beschränkt sich nicht darauf, aber enthält sie. Zweitens, wenn hier davon die Rede ist, da ist ein Leib und wenn von der Berufung als der eine Mensch und das Haus Gottes die Rede ist, dann kann sich das nicht nur auf den Ort beziehen, denn die Versammlung Gottes, die ist ja nicht irgendwie eine am Ort abgetrennte Einheit von der weltweiten Versammlung. Das wird umso mehr deutlich, wenn wir nicht nur auf die Berufung schauen, sondern wenn wir in den Versen 11 bis 16 sehen, dass dieser Versammlung Gaben gegeben worden sind, nämlich Apostel, Propheten. Waren die auf Ephesus beschränkt? Natürlich nicht. In Ephesus gab es überhaupt keine Apostel. Das macht schon deutlich, dass der Herr viel weiter denkt, dass der Apostel Paulus viel (00:04:01) weiter denkt. Und wenn hier von Evangelisten, Hirten und Lehrern die Rede ist, dann sind sie eben gerade nicht nur Ephesus gegeben, sondern dem Leib weltweit. Also wir haben in Vers 4 und auch in der Berufung und auch in den Versen die Folgen den ganzen Leib, also weltweit im Auge. Das ist durch die Berufung deutlich und eben durch die Gaben, die gegeben worden sind, eben nicht nur für die Epheser, sondern für den Leib weltweit. Das heißt in den Versen 11 bis 16 wird die Praxis der Versammlung Gottes weltweit behandelt, zum Beispiel wenn von der Vollendung der Heiligen, der Einheit des Glaubens die Rede ist, dass der ganze Leib wohl zusammengefügt ist, dann wird für uns sofort deutlich, das kann sich nicht nur auf einen Ort beziehen. Es kommt noch hinzu, dass das ja nicht nur für Epheser 4 gilt, wenn jetzt sozusagen der Einwand erhoben wird, ja Moment mal, in Epheser 4 geht es doch gar nicht um die Zusammenkünfte. Schauen wir uns mal die anderen Stellen an, die wir und auch diejenigen, die solche Einwände (00:05:01) geltend machen wollen, benutzen im Blick auf das, was die örtliche Versammlung tun muss oder was sie nicht tun darf, dann schauen wir uns diese Stellen an, die ebenfalls nicht unmittelbar mit den Zusammenkünften zu tun haben. 2. Johannes 9 bis 11, da geht es um das Nichtaufnehmen von falschen Lehrern, bösen Lehrern, die nicht die Lehre des Christus bringen, im Haus, damit sind ja nicht die Zusammenkünfte gemeint. Also damit wird deutlich, das ist ein Argument, wo man nicht will, dass Grundsätze der Schrift auch auf das Besuchsweise aufnehmen auf die Aufnahme am Tisch des Herrn angewendet werden. Gleiche gilt für den Sauerteig Galater 5 Vers 9, gilt für den Sauerteig in 1. Korinther 5. Wo ist denn in 1. Korinther 5, wenn es um das Ausschließen geht, von dem Brotbrechen, von den Zusammenkünften die Rede? Überhaupt nicht. Und trotzdem ist für uns alle klar, sonnenklar, dass diese Belehrung, Auswirkung und direkten Bezug zu den Zusammenkünften hat, denn wenn ich mit jemandem nicht essen darf, darf ich natürlich auch nicht mit jemandem das Abendmahl, das Gedächtnis mal einnehmen. (00:06:01) Das heißt, die genannten Prinzipien in 2. Johannes, im Galaterbrief, im 1. Korintherbrief und auch in Epheser 4, die haben eine direkte Auswirkung auf die Praxis des Versammlungs, des Gemeindelebens, was Aufnehmen, Ausschließen, Miteinander zu tun hat. Und das gilt natürlich auch für Epheser 4. Es wäre ja seltsam, wenn man sagt, okay, dieses Prinzip, die Einheit des Geistes zu bewahren, das beziehen wir jetzt mal auf das Zusammensein außerhalb der Zusammenkünfte beziehen wir meinetwegen dann noch auf das Zusammensein auch von Gläubigen über den Ort hinaus, aber auf keinen Fall auf die Zusammenkünfte, als ob die Zusammenkünfte nicht zur Versammlung Gottes gehören, zu dem Haus Gottes gehören würden und zu den Belehrungen, die Gott uns darüber gibt. Wir müssen uns also die Frage stellen, suchen wir Auswege, Ausflüchte oder wollen wir schlicht Gottes Wort gehorsam sein? Wollen wir einfach uns eine Freiheit genehmigen, die Gottes Wort uns nicht gibt? Gottes Wort ist für uns kein Gesetzbuch, aber es gibt uns Prinzipien, die uns eben nicht frei machen. Zu handeln, zu entscheiden, wie wir wollen. Lasst uns also auch Epheser 4 in dem Kontext, in dem er steht, in dem diese Verse stehen, (00:07:06) wahrnehmen, ernst nehmen und eben auch auf diese Frage beziehen, denn damit haben sie unmittelbar zu tun, wenn es um den einen Leib geht, wenn es um die Einheit des Geistes geht, wie wir Besucher aufnehmen können oder eben nicht. Wir wollen mit offenen Herzen wollen wir das Thema angehen, aber wir wollen unbedingt bei Gottes Wort und bei Gottes Wort allein bleiben.
Beitrag teilen

Artikelreihe: Die Versammlung Gottes (Podcast)

Verwandte Artikel

Die Versammlung Gottes (67) - gastweise Aufnahme (8) Manuel Seibel Epheser 4 zeigt uns, was wir im Blick auf die Gemeinschaft der Versammlung (Gemeinde) Gottes für eine Aufgabe haben: die Einheit des Geistes zu bewahren. Das ist im Blick auf das Thema der gastweisen Aufnahme von grundlegender Bedeutung und weist ... Podcast anhören
Die Versammlung Gottes (70) - gastweise Aufnahme (11) Manuel Seibel Gerne suchen wir konkrete Anhaltspunkte, wie man bei einer besuchsweisen Aufnahme vorgehen kann. Hier sind ein paar Hinweise im Blick auf ein Gespräch, das wir in einem solchen Fall mit Dankbarkeit führen sollten. Podcast anhören
Die Versammlung Gottes (79) - gastweise Aufnahme (20) Manuel Seibel Es ist ein Vorrecht, Gläubige am Tisch des Herrn aufnehmen zu dürfen. So sollten wir dieses Thema betrachten und behandeln - aber natürlich mit biblischer "Vorsicht". Welche praktischen Schlussfolgerungen kann man aus der Lehre ziehen, die wir in ... Podcast anhören
Die Versammlung Gottes (73) - gastweise Aufnahme (14) Manuel Seibel Ein wichtiger Aspekt bei der gastweisen Aufnahme ist, dass wir als solche, die vor der Frage der Aufnahme stehen, ein biblisches Verständnis von dem Wesen und der Handlungsweise der örtlichen Versammlung haben. Das könnten wir leicht übersehen ... Podcast anhören
Die Versammlung Gottes (81) - gastweise Aufnahme (Tisch des Herrn!) Manuel Seibel Mit diesem Podcast bringen wir das Thema "gastweise Aufnahme" zu einem Abschluss. Ein paar Schlussgedanken sollten dieses herausfordernde und wichtige Thema abrunden. Podcast anhören
Die Versammlung Gottes (66) - gastweise Aufnahme (7) Manuel Seibel Wenn es um die Frage der gastweisen Aufnahme geht, muss man ein Bewusstsein der Beziehung der örtlichen Versammlung zur weltweiten haben. Genau dieses wichtige Thema wird in 1. Korinther 12,27 behandelt. Podcast anhören