05.06.2005Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (42) – wenn Eltern ihre Finger im Spiel haben II

Was die Bibel sagt

„Und er [der König des Nordens] wird ihm [dem König des Südens] eine Tochter der Frauen geben“ (Daniel, Kapitel 11, Vers 17).

„Und es gibt Verschnittene, die von Menschen verschnitten worden sind“ (Matthäusevangelium, Kapitel 19, Vers 12).

Strategischer Einfluss

Der König des Nordens setzte die Eheschließung seiner Tochter strategisch für sich ein. So können Eltern ihrem Kind aus Prestige, aufgrund des Namens, aufgrund des Geldes, aufgrund des Einflusses der potenziellen Schwiegerfamilie zu einem solchen Schritt raten. Man sollte solche Überlegungen nicht so ganz weit von sich weisen. Wir können so leicht von Beweggründen gekennzeichnet sein, die wir zwar allgemein verneinen, die aber dennoch eine Rolle in unseren Entscheidungen - eben auch für unsere Kinder - eine Rolle spielen können.

Bei dem König des Nordens ging diese „Hilfestellung“ vollkommen schief. Es ist von „Verderben“ die Rede. Und oft gehen auch bei uns solche Überlegungen schief. Die Ehe der Kinder ist zuweilen von Beginn an unglücklich. Oder sie richtet sich an falschen Zielen wie Geld, Karriere, Reputation etc. aus. Und das ist fast immer zum bleibenden Schaden für die Kinder. Wir wollen uns daher unserer eigenen Motive bewusst werden. Und sie vor dem Herrn offen legen und erwägen.

Eine Hochzeit verhindern

Eltern können manchmal sogar die Hochzeit von Kindern verhindern. Nun haben wir beim letzten Mal gesehen, dass „Kinder“ ihre Eltern unbedingt um Rat fragen sollen. Und ein geistlicher Rat wird sicher immer angenommen werden (sollen). Aber Eltern können auch zu weit gehen! „Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Matthäusevangelium, Kapitel 19, Vers 6). Hier können sich auch Christen versündigen - in Bezug auf ihre Kinder!

Wenn es Punkte im Leben der Kinder sind, die nicht von entscheidender Bedeutung sind, sollten sich Eltern sehr gut überlegen, ob sie wirklich eingreifen sollen. Oft wird Kleidung zum Maßstab einer solchen Intervention gemacht. Und natürlich sollten sich Verlobte ordentlich kleiden. Aber überzogene Forderungen an die künftige Schwiegertochter oder den künftigen Schwiegersohn sind nicht vertrauensfördernd und können das zerstören, was der Herr zusammengeführt hat. Besonders schlimm wird es, wenn dies während der Verlobungszeit zu einem Schibboleth gemacht wird.

Ein falsches an sich binden

Ein anderes „Verhindern“ einer Ehe kann sein, dass Eltern ihre Kinder derart erziehen, dass sie nicht fähig sind, eine Ehe einzugehen. In diesem Sinn kann man Matthäus 19 (Verschnittener von Eltern) anwenden. Zuweilen hat man erlebt, dass gerade Töchter, aber auch schon mal Söhne in einem selbstständigen Leben mit dem Herrn Jesus beschnitten und davon abgehalten werden, dass sie gar nicht fähig (und in diesem Sinn auch nicht attraktiv) für eine Ehe oder einen Ehepartner werden. Von manchen wurde/wird erwartet, dass sie sich ganz um ihre Eltern kümmern. Andere werden derart bemuttert, dass sie zu einem eigenständigen Leben nicht in der Lage sind.

Es muss vermutlich nicht weiter erläutert werden, dass dies nicht in Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes ist. Gott möchte, dass Kinder ihre Eltern ehren -auch, wenn sie älter geworden sind. Gott möchte aber nicht, dass Eltern ihre Kinder wie Kletten an sich binden. Ein wichtiges Erziehungsziel dagegen ist, Kinder in eine eigenständiges Leben, in Abhängigkeit von dem Herrn Jesus Christus, zu führen. Dazu wollen wir uns als Eltern gegenseitig ermutigen.