09.02.2006Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (50) – Familienplanung und Verhütung III

Was die Bibel sagt

„Denn ich habe ihn erkannt, dass er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm befehle, damit sie den Weg des HERRN bewahren, Gerechtigkeit und Recht auszuüben“ (1. Mose, Kapitel 18, Vers 19).

„Und Isaak hatte Esau lieb, denn Wildbret war nach seinem Mund; Rebekka aber hatte Jakob lieb“ (1. Mose, Kapitel 25, Vers 28).

Verlobte und Familienplanung

Haben diese Fragen überhaupt mit Verlobten zu tun? Ja. Und zwar deshalb, weil sich junge Leute über diese Themen unterhalten. Und sie müssen frühzeitig eine Entscheidung treffen, wie sie mit diesem Thema umgehen wollen - und zwar in Verantwortung vor ihrem Herrn. Das kann man dadurch tun, dass man diese Fragen ins Gebet vor Gott bringt.

Weniger für Verlobte von Bedeutung, aber im späteren Eheleben eben doch nicht unwichtig, ist die Fragestellung: Wie viele Kinder können wir uns eigentlich „erlauben“, „zumuten“?

Genug Sorge für alle Kinder getragen?

Wie immer gibt es dafür keine pauschale Antwort. Von Abraham sagt Gott, wie oben bereits zitiert: „Denn ich habe ihn erkannt, dass er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm befehle, damit sie den Weg des HERRN bewahren, Gerechtigkeit und Recht auszuüben“ (1. Mose, Kapitel 18, Vers 19).

Wenn man sich 1. Mose, Kapitel 31 ansieht, dann kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass Jakob ein erfolgreicher Geschäftsmann war, sich aber seinen Kindern eher weniger gewidmet hat. Und wenn man noch die Begebenheit mit den Dudaim (1. Mose, Kapitel 30, Vers 14) mit einbezieht, dann ging es ihm auch nicht um seine Ehefrauen. Sie konnten losen, mit wem er die Nacht verbrachte. Hatte er ausreichend Zeit und Fürsorge, um sich jedem einzelnen seiner mindestens 13 Kinder zu widmen?

Der Unterschied zwischen Zeit haben und sich Zeit nehmen ...

Nun muss man natürlich die Frage, ob Jakob dieses Zeit „hatte“, von der Frage unterscheiden, ob er sich diese Zeit genommen hat! Denn wenn er - wie offensichtlich - in diesem Punkt versagt hat, muss das nicht für uns alle heißen, dass man sich nicht ausreichend um 13 oder mehr Kinder kümmern kann.

Kinder scheinen aber - gerade wenn sie in die Pubertät kommen - einen besonderen Zeit- und Zuwendungsanspruch zu besitzen. Und dem müssen wir als Eltern auch nachkommen können. Nicht jeder ist so robust - und hier kommt es nicht nur auf den Vater, sondern ganz besonders auf die Mutter an, die ja die meiste Zeit zu Hause verbringt - mit den oftmals ganz unterschiedlich gelagerten Fragen und Schwierigkeiten der jugendlichen Kinder zurecht zu kommen und zugleich noch den Haushalt zu schaffen. Und sich ja auch noch für den Ehepartner „zu engagieren“. Und auch die Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes benötigt unser aller Engagement!

Wichtig ist im Übrigen auch, dass wir nicht meinten, man könne sich die Kinder aufteilen. Das haben - sozusagen - Isaak und Rebekka gemacht. Aber Gott möchte, dass wir eine gemeinsame Familie sind vor dem Herrn. Eine solche Trennung von Lieblingskindern, die das jeweilige Elternteil hat, ist nur zum Schaden!

Die Bibel ist kein Gesetzbuch!

Alles in allem: Man kann zu diesem Punkt keine Vorschriften machen. Aber natürlich mag man sich selbst die Frage stellen, ob bereits bei einem oder zwei Kindern eine solche Grenze erreicht ist. Oder bei dreien. Es gibt ja Familien, wo diese Frage schlicht mit „ja“ zu beantworten ist. Aber könnte es zuweilen nicht auch sein, dass wir selbst es uns einfacher machen?