25.02.2004Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (31) – Orte, die zu meiden sind I

Biblische Beispiele

„Und Dina, die Tochter Leas, die sie Jakob geboren hatte, ging aus, die Töchter des Landes zu sehen“ (1. Mose 34,1).

„Und Simson ging nach Timna hinab; und er sah in Timna eine Frau von den Töchtern der Philister“ (Richter 14,1).

„Und ein Mann vom haus Levi ging hin und nahm eine Tochter Levis“ (2. Mose 2,1).

Es ist schön, wenn sich junge Menschen in ihrer Verlobungszeit rein erhalten. Das weißt Du eigentlich auch ohne eine besondere Belehrung. Dennoch ist es immer wieder gut, dass wir uns daran erinnern. Denn wir alle haben es nötig.

An welchen Orten hältst Du Ausschau?

Aber es reicht nicht aus, dass wir uns VOR der Verlobungszeit sauber verhalten. Auch im Hinblick auf die Verlobung ist es gut, über dieses Thema nachzudenken! Dina und Simson sind Dir hierfür warnende Beispiele - Amram und Jokebed, die Eltern Moses, sind hingegen Vorbilder!

Die Frage lautet schlicht: An welchen Orten hältst Du Ausschau nach einem Ehepartner. In dieser Folge wollen wir einmal kurz über ungute Orte nachdenken. Man scheut sich ja schon, direkt von sündigen oder bösen Orten zu sprechen, weil es direkt so „einengend“ klingt. Auch das werden wir tun müssen. Später werden wir die beispielhaften Orte vorstellen.

Jakob trug Mitschuld - Dina war selbst verantwortlich!

Gehen wir kurz auf die beiden genannten biblischen Beispiele ein: Natürlich trug Jakob Mitverantwortung für diesen Fehler. Was musste er in Sichem Halt machen (1. Mose 33)? Erst später - zu spät - zog er weiter nach Bethel, das heißt übersetzt Haus Gottes. Das war ein deutlich besserer Platz.

Aber Dina kann sich nicht „herausreden“! Sie war offenbar alt genug. Und hatte nichts Besseres zu tun, als sich die Töchter des Landes anzusehen. Nein, nicht die heiratsfähigen Männer, sondern die Damen. Und was passierte - ein „ungläubiger“ Mann sah sie und wollte sie haben - und nahm sie. Ein Elend kam daraus hervor! Du kannst es in 1. Mose 34 nachlesen.

In der Welt suchen?

Sichem ist für uns Gläubige ein Bild der Welt. Wer in der Welt umherschaut, wir die Welt „ernten“. Wer in der Welt einen Ehepartner sucht, wir die Welt als Ehepartner erhalten - einen Ungläubigen (schreckliches Ergebnis), oder, wenn es sich wenigstens noch um einen Gläubigen handelt, dann einen weltförmigen Gläubigen. Aber er passt zu mir, wenn ich in der Welt suche, denn ich selbst beweise ja damit, dass ich weltlich gesonnen bin!

Simson - begnadet und doch lüstern: die christliche Welt

Bei Simson - der umgekehrte Fall - war es noch schlimmer. Er ging nicht nach Timna, um sich das Land und die Männer anzuschauen. Aus dem weiteren Verlauf seiner Geschichte können wir ersehen, dass er dorthin ging, um seine Begierden zu befriedigen. Die Philister sind in der Bibel das Symbol von Christen, die den Namen von Christus tragen, innerlich aber mit Ihm nichts zu tun haben wollen. Es ist also nicht einfach die Welt, sondern eine von Christus abgefallene Christenheit.

Als junger Mensch mag man sich dem Selbstbetrug hingeben: Hauptsache Christ. Aber das ist ganz und gar unbiblisch. Nicht einmal „Hauptsache bekehrt“ ist richtig. Aber wenn Du meinst, es wird schon gut gehen, denn jemand trägt den Namen Christ, dann wirst Du die bitteren Folgen ernten müssen!

Der Ort kann entscheidend sein!

Vergiss nicht, dass sowohl Simson als auch Dina an ihren Fehlern regelrecht gescheitert sind. Von Dina lesen wir überhaupt nichts mehr in der Schrift. Und Simson ist an seiner Begierdenkrankheit, die aber keine Krankheit sondern Sünde war, buchstäblich zugrunde gegangen. Das Geheimnis seiner geistlichen Kraft zerstörte er damit.

Und auch Du - wenn Du meinst, Du könntest dich in der Welt umgucken nach einem Ehepartner, und sei es noch so unabsichtlich, wirst das Geheimnis geistlicher Kraft und Gottesfurcht verderben. Denn Deine Kraft zu einem freudigen und erfüllten Christenleben findest Du ausschließlich bei dem Herrn Jesus - und Ihn hast Du dann nicht mit im Bund!

Ausblick

Das waren zunächst einige prinzipielle Bemerkungen. Aber sie sind doch notwendig, um die Tragweite und Konsequenz der „Ortswahl“ zu verstehen. Beim nächsten Mal wollen wir noch konkreter werden.

Ich hoffe sehr, dass Du schon jetzt nicht nur erkennst, sondern auch den inneren Wunsch formulierst, es nicht Dina oder Simson gleichzutun. Es wäre schade um Dein Leben!