12.03.2006Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (52) – Familienplanung und Verhütung V

Was die Bibel sagt

„Da aber Onan wusste, dass der Nachkomme nicht für ihn sein sollte, so geschah es, wenn er zu der Frau seines Bruders einging, dass er den Samen zur Erde verderben ließ, um seinem Bruder keinen Nachkommen zu geben. Und es war böse in den Augen des HERRN, was er tat; und er [Gott] tötete auch ihn“ (1. Mose, Kapitel 38, Verse 9.10).

Verhütung – ein heikles Thema!

Damit bleibt noch das Thema Verhütung und Verhütungsmethoden offen. Wie wir alle wissen, handelt es sich dabei um ein äußerst heikles Thema. Die Bibel sagt nichts direkt. Und so müssen wir uns sehr vorsichtig ausdrücken, wenn wir uns – wer auch immer – zu diesem Thema äußern.

Ich habe bereits in den letzten Folgen versucht klarzumachen, dass es für uns kaum in Frage kommen kann als Christen, kurz nach der Eheschließung oder vor einer gewissen Anzahl von Kindern mit Verhütungsmethoden zu arbeiten. Die Ausnahmen – so möchte ich es einmal ausdrücken – wurden ja auch genannt.

Zwingen zum Kinderzeugen?

Und kann man eine Frau, die gerade ein Kind bekommen hat und noch nicht wieder Boden unter die Füße bekommen hat, wirklich „zwingen“ zu einem sogenannten „ungeschützten“ Intimverkehr? Noch einmal zur Erinnerung: Auch im intimen Zusammensein zwischen Mann und Frau gilt es, dass der Mann seine Frau „lieben“ soll, also ihre Bedürfnisse suchen und erfüllen soll. Und wenn eine Frau vor lauter Angst, sofort wieder schwanger zu werden, überhaupt keine Freude an diesem intimen Zusammensein haben kann? Dann können jedenfalls wir Männer unter keinen Umständen sagen: „Doch, das will der Herr so!“ Nein, so will Er es überhaupt nicht! Dann näherten wir uns bedenklich einer Vergewaltigung. Zumindest ist es vollkommen lieblos!

Nun geht es mir nicht darum, einzelne Verhütungsmethoden zu analysieren. Dazu dürfte wohl jeder für sich selbst in der Lage sein, so hoffe ich. Es geht aber um einen Grundsatz: Aus biblischer Sicht ist es nicht akzeptabel, eine Methode zu wählen, die einer Tötung – um es zunächst vorsichtig zu formulieren – der befruchteten Eizelle entspricht. Anders ausgedrückt: Wenn eine Verhütungsmethode erst dann „greift“, nachdem Ei- und Samenzelle verschmolzen sind, wird Leben getötet. Wer das bewusst und wissentlich macht, hat einen Mord an einem Menschen begangen.

Leben – schon im Mutterleib!

Mir ist bewusst, dass es auch unter christlichen Wissenschaftlern und „Experten“ sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, ab welchem Zeitpunkt man genau von „Leben“, von einem „Kind“, von einem „Menschen“ sprechen kann. Ich will das an dieser Stelle offen lassen. Eines ist klar: auf jeden Fall „schon“, wenn sich das Kind noch im Mutterleib befindet.

David sagt an einer Stelle: „Meinen Keim sahen deine Augen ...“ (Psalm 139, Vers 16). Mit „Keim“ ist eigentlich ein Knäuel gemeint, eine ungeformte Masse. Kurz vorher sagt David zu Gott: „Du wobst mich im Leib meiner Mutter“ (Vers 13).

Gott schenkt das Leben von Anfang an

Und in dem interessanten „Fall“ von Simson lesen wir: „Ein Nasir soll der Knabe sein von Mutterleib an“ (Richter, Kapitel 13, Vers 5). Deshalb sollte seine Mutter keinen Alkohol trinken und nichts Unreines essen. Und das wird ihr schon gesagt, bevor sie überhaupt schwanger war. Offensichtlich sollte die diese Praxis bereits von dem Augenblick der Verschmelzung von Same und Ei üben. Ein Hinweis darauf, dass Gott das Kind schon von diesem Augenblick an als Mensch „annahm“.

Und auch Hiob spricht von sich als von einer Persönlichkeit im Mutterleib an: „Warum hast du mich doch aus dem Mutterleib hervorgehen lassen?“ (Hiob, Kapitel 10, Vers 18).

Ein Wort zur „Pille“

An dieser Stelle ein kurzes Wort zur "Pille": Sie soll eine Schwangerschaft medikamentös verhindern. Dazu täuscht sie sozusagen eine Schwangerschaft vor, so dass ein Eisprung verhindert wird bzw. verhindert werden soll. Kommt es jedoch ausnahmsweise doch zu einem solchen Eisprung, verhindert dieses Medikament durch diese Art Vortäuschung der Schwangerschaft eine Einnistung der befruchteten Eizelle, so dass diese absterben muss. Das schließt aus meiner Sicht die Anwendung der "Pille" als Verhütungsmethode aus! [Es geht an dieser Stelle nicht um eine Beurteilung einer Rezeptur aus anderen Gründen, bei der die Pille verschrieben wird!]

Es ist einfach wichtig, dass man sich den Mechanismus der jeweiligen sogenannten Verhütungsmethode sehr genau anschaut. Denn wenn es auch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit gibt, dass doch „Leben“ getötet wird: Können wir eine solche Methode mit gutem Gewissen benutzen?

Gemeinsam dem Herrn vertrauen

Abschließend sei gesagt: Wir dürfen unserem Herrn in allem vertrauen! Er weiß, was gut für uns ist. Aber Er hat uns – und besonders uns Männern! – die Verantwortung für unsere Ehen und Familien gegeben. Er möchte, dass wir uns um unsere Familien und Ehen sorgen. Dass wir das Wohl unserer Ehepartnerin kümmern. Und dass wir auch durch Mitarbeit und Mithilfe Sorge tragen, dass unsere Ehefrau nicht allein steht in der vielen Arbeit – oft im Tohuwabohu – das bei einer größeren Kinderschar unausbleiblich ist.

Dann kann man auch gemeinsam zu dem Herrn bitten, dass Er hilft. Und bei allem die Freude erhält in seiner Nachfolge. Wir haben einen guten Herrn!