13.12.2002Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (02) - Glaubens-Voraussetzungen für Verlobte

„Sie ist frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn" (1. Korinther 7,39). Dieser Vers macht deutlich, dass sich ein gläubiger Mensch (in dem Vers geht es um die Frau, es ist aber in gleicher Weise für den Mann gültig) nur mit einem anderen Gläubigen verheiraten und damit verloben kann. Wie sollte die Verbindung mit einem Ungläubigen „im Herrn" sein? Das ist unmöglich. Wenn zwei Menschen in der entscheidenden Frage des Lebens – wo bringe ich die Ewigkeit zu – vollkommen unterschiedliche Antworten geben müssen, sind sie nicht für eine gemeinsame Ehe geeignet. Dass also ein „attraktiver Gegenüber" gläubig ist, ist unabdingbare (!) Voraussetzung.

Wohin schaust Du bei der Partnerwahl eigentlich?

Ich höre und sehe immer wieder, dass junge Menschen auf beruflichen oder ausbildungstechnischen Veranstaltungen interessante und für sie beeindruckende „Partner" kennen lernen und mit ihnen ins Gespräch kommen. So weit, so gut. Aber dann vergessen sie sich und verlieben sich (vermeintlich) in den Gegenüber. Wenn sie ihre Gefühle dann nicht mehr im Zaum halten können, beginnt die erste Umarmung, vielleicht der erste Kuss und der erste „Griff unter die Gürtellinie" (auch wenn das zuweilen noch etwas wartet). Eine solche Handlung ist zum Unsegen! Jedenfalls ruht der Segen des Herrn nicht auf dem Gläubigen, wenn er sich so leichtfertig in die Hände eines Ungläubigen begibt.

Zuweilen wird nicht einmal das Thema „Glaube" angesprochen. Das ist tragisch! Aber selbst wenn man auf die Bibel und den Glauben an Jesus Christus zu sprechen kommt: Keiner von uns ist in der Lage, einen anderem Menschen „zu erretten". Es ist allein Gottes Werk! Und wenn Liebesgefühle hinzu kommen (ob es wirklich Liebe ist?), kann man ohnehin nicht mehr unterscheiden, ob jemand äußerlich „mitgeht", um den Partner nicht zu verlieren, oder ob er wirklich innerlich umkehrt. Natürlich – Gott sei Dank!, manche haben sich später bekehrt. Und was, wenn er nicht wirklich Buße tut und sich nicht bekehrt? Dann gehst Du die Beziehung eines „ungleichen Jochs" (2. Korinther 6) ein. Und das bedeutet für die Ehe, dass Du für immer an einen ungläubigen Ehepartner gebunden bist. Du kommst hier nicht mehr heraus! Das ist zu Deinem eigenen Elend – und zu schlimmen Verunehrung unseres Herrn!

Ich liebe sie aber so! – Wirklich?

Ich höre an dieser Stelle immer wieder das Argument: Ich kann nicht anders, ich liebe diesen Menschen so. – Auch wenn es hart klingt: Davon glaube ich kein Wort – kein einziges! Erstens habe ich immer wieder erlebt, dass sich im nachhinein nach einer gewissen Zeit (als es zu spät war bzw. als schon viel Falsches in der Beziehung passiert ist – Stichwort Sexualität) eine deutliche Abschwächung dieser vermeintlich so einzigartigen Bindung ergibt. Zum anderen sind wir in einem Zustand des Verliebtseins überhaupt nicht in der Lage, klar zu denken. Schon im Hohenlied lesen wir an einer Stelle: Ich bin krank vor Liebe. Und genau das ist eine richtige „Gefühlsbeschreibung". Wenn jemand krank ist, muss man ihm helfen – er selbst kann es in der Regel in einem solchen Zustand nicht selbst tun.

Also: Finger weg von ungläubigen Mädchen und Jungen!!! Sei es in der Schule, am Arbeitsplatz, bei einem Seminar, in einer „Abendveranstaltung", ganz besonders im Schwimmbad, und wo auch immer sonst.

Und welcher kirchliche Weg?

Aber es stellt sich die Frage, ob diese Voraussetzung reicht. Wir lesen an einer Stelle im Alten Testament: „Wandeln wohl zwei miteinander, es sei denn, dass sie übereingekommen sind?" (Amos 3,3). Es ist notwendig, dass der künftige Ehepartner gläubig ist. Aber was ist, wenn er einen anderen kirchlichen Weg geht? Eine wirkliche „Übereinkunft" heißt, dass man in den wesentlichen Lebensfragen wirklich einig ist, eins ist. Und es ist sicher für jeden einleuchtend, dass dies nicht zutrifft, wenn man über den gemeinsamen Weg von Gläubigen unterschiedlicher Auffassung ist.

Nun ist es so, dass beispielsweise zwei junge Menschen, die sich aus der Schule kennen, auch über solche Themen reden. Und wenn es sich nun einmal um Personen unterschiedlichen Geschlechts handelt, kann man nicht immer Gefühle und Verstand trennen. Man kann es eigentlich nie! Von daher mag es nicht unwahrscheinlich sein, dass sich nach anregenden Unterhaltungen über den Glauben und – unter Gläubigen – über den kirchlichen Weg auch weitergehende Gefühle bilden.

Wollt ihr einen gemeinsamen Weg gehen?

Entscheidend aber ist: Will man wirklich gemeinsam einen gemeinsamen Weg gehen? Ich halte das für unabdingbar, gerade, wenn man an Kinder denkt, die aus einer solchen Verbindung ja in aller Regel hervorkommen – zum Glück! Und wenn dieses Thema nicht vor der Verlobung geklärt sind, werden sie mitgeschleppt und können noch zu schwerwiegenden Verwerfungen führen, zu wirklichen Herzensübungen. Daher sollte diese Frage frühzeitig geklärt sein, wenn es sich um Gläubige unterschiedlicher kirchlicher Wege handelt.

Aber warum müssen wir eigentlich immer „woanders" hinschielen? Gibt es nicht genug Gläubige, mit denen wir einen kirchlichen Weg gehen? Ist es nicht eher ein „fleischlicher" Reiz, mit einem Mädchen oder Jungen einer „anderen Richtung" anzubändeln? Dieses Umherschauen auf anderen Plätzen (vgl. 1. Mose 34) ist durchaus nicht zum Segen, sondern eher eine Gefahr für uns.

Es gibt Hoffnung!

Es gibt ausreichend viele unverheiratete junge Frauen und Männer, die ihr Leben in Übereinstimmung mit den Gedanken Gottes führen wollen. Mehr als genug! Lass Dir mal dafür die Augen öffnen. Ich bin sicher, dass Du dann einen gottesfürchtigen Verlobungspartner finden wirst.

In der nächsten Folge wollen wir uns weitere Voraussetzungen für Verlobte ansehen.
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