04.02.2003Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (05) – „körperliche" Voraussetzungen für Verlobte

Und Simson sah in Timna eine Frau von den Töchtern der Philister. Und er ging hinauf und berichtete es seinem Vater und seiner Mutter ... Diese nimm mir, denn sie ist recht in meinen Augen" (Richter 14,1-3).

In den letzten beiden Malen haben wir uns die geistige und seelische Seite einer Beziehung angeschaut. Diesmal kommen wir zur körperlichen. Sie spielt eine große Rolle, denn immerhin ist der – wenn auch hoffentlich bekleidete – Körper das erste, was wir bei einem potentiellen Ehepartner sehen. Und auch die Stimme, die wir von ihr/ihm hören, gehört zu diesem körperlichen Teil. Schon am Anfang möchte ich betonen: Der Körper ist wichtig, aber weniger wichtig als Geist und Seele!

Der/die Verlobte darf körperlich attraktiv sein!

Auf der anderen Seite wollen wir nicht unnatürlich werden! Es wäre absurd anzunehmen, dass man sich für die Frau/den Mann besonders interessieren soll, den/die man am unattraktivsten findet. Eine solche „Führung" finden wir nicht in der Bibel! Zu unserem Glück hat jeder ein unterschiedliches „Ideal" einer „vollkommen" schönen Person. Aber Verliebtheit und Zuneigung im Menschen beginnt häufig bei der körperlichen Seite. Wie gesagt – diese sollte nicht allein ausschlaggebend sein, aber wir sollten sie nicht vernachlässigen.

Welcher Mann wüsste nicht, dass Ehefrauen von ihm nicht auch „schön" gefunden werden wollen. Denn eine Frau möchte auch körperlich begehrt werden – der Mann im übrigen auch! Und es scheint mir ein Irrglaube zu sein, dass man denkt, weil man vielleicht besonders geistlich ist oder sich so dünkt: Hauptsache, die seelische und geistige Übereinstimmung ist gegeben.

Wir dürfen uns beim Verlobten wohl fühlen

Nein! Wir sollen unsere (künftigen) Ehepartner auch schön und begehrenswert finden. Das hat nichts mit fleischlicher Liebe zu tun. Natürlich kann ein solches Verlangen zu rein fleischlichen Begierden verkommen – jedenfalls dann, wenn wir uns vor dem Eingehen einer Beziehung einfach nur vorstellen, wie diese andere Person „im Bett" sein könnte. Aber das ist ja nicht der Normalfall. Hoffentlich nicht.

Wir sollten uns in der Nähe des künftigen Verlobten wohl fühlen – auch körperlich. Wir sollten gerne mit ihm/ihr zusammen in der Öffentlichkeit zusammen sein wollen. Wenn ich – aus welchen Gründen auch immer, seien sie berechtigt oder nicht – mich dessen schämen würde, sollten wir besser die Finger davon lassen; oder unsere Einstellung ändern. Aber wenn wir eine Abneigung gegen die körperliche Seite unseres „Gegenüber" haben oder entwickeln, ist Gefahr im Verzug. Das sollten wir nicht gering achten, weil es sehr schnell zu Schwierigkeiten führen kann.

Wir müssen nüchtern bleiben

Wir können im übrigen zuweilen einer vollkommenen Fehleinschätzung unterliegen. Wir selbst halten uns für den körperlich attraktivsten Menschen (ohne es zu sein), und wundern uns, dass nicht alle unverheirateten Menschen des anderen Geschlechts auf uns fliegen; oder wenn wir Männer sind, dass sie uns nicht attraktiv finden und „ablehnen".

Wir dürfen unseren Gegenüber schön und attraktiv finden! Nicht von ungefähr finden wir einen solchen Ausdruck auch bei manchen Frauen immer wieder in der Bibel: „Und das Mädchen [Rebekka] war sehr schön von Ansehen, eine Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt" (1. Mose 24,16). Wir brauchen uns für solche Empfindungen auch in keiner Weise zu schämen. Sie sind normal und gehören dazu! Von beiden Seiten. Wir dürfen sie uns auch gegenseitig sagen, wenn wir verlobt sind, weil wir uns lieb haben und die guten Seiten (auch die körperlichen) des anderen gerne erwähnen.

Eine Beziehung ist nicht allein körperlich!

Aber: Wir alle müssen auf der Hut sein, dass wir dieses Kriterium nicht zum einzigen machen. Denn es ist nun einmal so, dass es schöne und nicht so schöne Frauen und Männer gibt, auch wenn wir natürlich immer sehr subjektive Maßstäbe anlegen. Vor allem dürfen wir aber die körperliche Seite nicht in einer fleischlichen Weisen „einsetzen". Dieses negative Kriterium finden wir bei Simson. Es sah eine begehrenswerte Frau bei den Philistern – und die wollte er besitzen. Besonders im Bett. Denn für diesen Richter Israels konnte es keine geistig-geistliche Verbindung mit dieser Frau geben, die zu den Feinden des Volkes Gottes gehörte. Aber er fand sie attraktiv – und jetzt wollte er sie sofort besitzen und genießen.

Also: Der äußere Eindruck ist wichtig, aber überhaupt nicht entscheidend. Nicht der fordernde Blick einer jungen Frau oder eines jungen Mannes, nicht ihre Oberweite (das ist Frauen gegenüber nicht despektierlich gemeint, sondern einfach im Blick auf lüsterne Gedanken und Begierden von Männern!) darf zur Entscheidung führen. Es ist einfach eine Grundvoraussetzung, dass man den/die potentielle „Kandidat(in)" schön und nett findet. Dann jedoch kommen die anderen Kriterien, über die wir in den letzten Wochen ebenfalls nachgedacht haben.

Schlussfolgerung

Aus 1. Mose 2 wissen wir, dass die Ehe die körperliche Seite mit einschließt. Daher hat sie ihre Bedeutung und Berechtigung. Wir wollen sie weder kleiner noch größer reden, als diese Seite ist. Aber wir wollen uns auch in Bezug auf körperliche Aspekte unter den Gehorsam des Christus stellen.