19.02.2008Ehe & Familie

Anregungen für Verlobte (54) – Abtreibung II

Noch einmal zum Überblick: Ich habe das Thema Abtreibung in fünf Abschnitte eingeteilt:

1. Was ist Abtreibung in den Augen Gottes? Was ist von dem Begriff zu halten?
2. Was kann einen dazu führen abzutreiben?
3. Alternativen zur Abtreibung
4. Was kann man machen, wenn man abgetrieben hat?
5. Was können wir als Hilfe solchen gegenüber tun, die abgetrieben haben?

Was kann dazu führen abzutreiben?

Wir haben schon gesehen, dass die Bibel nicht konkret von der Abtreibung spricht. Die Bibel ist einfach kein Lehrbuch, das jede Sünde einzeln ausmalt. Gott sei Dank! Was wir aber auch in der Bibel finden ist, dass Menschen in Notsituationen kommen können. Genau das hat oft mit der Lage von Frauen zu tun, die abtreiben. Zu Beginn will ich eine Reihe von Gründen für Abtreibungen aufzählen:

1. Leider habe ich vergessen zu verhüten. Ein Kind passt jetzt nicht in meine Zeit- und Karriereplanung.
2. Mein Bauch gehört mir. Ich selbst darf entscheiden, ob und wann ich ein Kind zur Welt bringe oder nicht.
3. Konnte ich ahnen, was aus diesem one-night-stand hervorkommt?
4. Ich gehe noch zur Schule und bin zu jung, als dass ich Verantwortung für ein Kind übernehmen könnte.
5. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit diesem Partner mein Leben auf Dauer verbringen will. Daher will ich lieber noch warten und sicher werden.
6. Mir ist bescheinigt worden, dass das Kind schwer behindert ist.
7. Wir haben schon 10 Kinder. Mehr schaff ich einfach nicht.
8. Ich bin vergewaltigt worden.
9. Das Leben der Mutter steht auf dem Spiel
10. Ich will das Kind nicht!

Wahrscheinlich könnte man noch 100 weitere Gründe anführen, die genannt werden. Darum geht es nicht. Es gibt manche Gründe, die fadenscheiniger Natur sind. Es gibt solche, die mit der Freiheit zu tun haben, die eine Frau haben möchte. Es gibt Gründe, die mit der Selbstverwirklichung von Frauen zu tun haben. Und es gibt enorme Gewissensentscheidungen für Frauen. Man darf nicht per se unterstellen, dass es sich Frauen nicht schwer gemacht hätten mit der Entscheidung. Und tatsächlich gibt es enorme Notsituationen für Frauen!

Wir wollen uns mit den einzelnen Gründen im Folgenden beschäftigen und uns in dieser Folge den ersten Punkt vornehmen:

1. Leider habe ich vergessen zu verhüten. Ein Kind passt jetzt nicht in meine Zeit- und Karriereplanung.

Wir haben uns in der Vergangenheit mit dem Thema Familienplanung beschäftigt. Eines ist klar: Gott hat uns Ehepaaren den Auftrag gegeben: „Mehrt euch und füllt die Erde“ (1. Mo 9,1). Die eigene Karriere und Selbstverwirklichung kann wohl kaum ein Grund sein, dafür eine anderes Leben zu töten. Gott ist Schöpfer des Lebens. Er hat das Recht über Leben und Tod. Wir Menschen nie! Übrigens auch nicht über das eigene Leben!

Natürlich kann es ein innerer Schock für die Frau (und den Mann) sein, wenn man auf einmal völlig unerwartet erkennt: Hier liegt eine Schwangerschaft vor. Aber rechtfertigt dies das Umbringen eines Menschen (auch wenn dieser noch nicht zu hören und sehen gewesen ist)? Natürlich nicht. Es gehört zu unserem menschlichen Dasein im Unterschied zu Tieren, dass wir in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen, und zwar auch dann, wenn es unerwartet dazu kommen mag. Trauen wir Gott noch zu, dass Er besser als wir weiß, wann etwas gut für uns ist?