Der leidende Knecht (14) - Jesaja 53,8 (4)

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Am Ende dieses Verses werden zwei Tatsachen deutlich. Erstens, dass Gott in dieser Strophe der Redende ist. Er spricht von den Juden als von „seinem Volk“. Zweitens betont Gott, warum sein Sohn leiden musste. Es waren die Übertretungen seines Volkes.

„Mein Volk“

Gott hatte sich ein Volk unter allen Völkern dieser Erde erwählt (5. Mo 7,6). Allerdings war dieses Volk untreu geworden. Anstatt den Messias, den Sohn Gottes, im Glauben anzunehmen, verwarfen und kreuzigten sie Ihn (Apg 3,15). Sie wollten Ihn nicht (Joh 19,15). Auch nach der Kreuzigung, als Gott das Volk abermals zur Buße aufrief, lehnten sie es ab, umzukehren. So musste Gott seine Beziehung zu diesem Volk für eine bestimmte Zeit unterbrechen (Röm 11,1.11).

Doch eines Tages wird Gott sich dieses Volkes wieder annehmen und einen Überrest daraus erwecken, der Buße tun und den Messias im Glauben annehmen wird (Röm 9,27). Diesen Überrest nennt Er hier in Jesaja 53,8 „mein Volk“. Ihnen wird Er in Gnade begegnen und ihre Übertretungen vergeben, weil sein Sohn die Strafe für ihre Sünden im Gericht Gottes getragen hat.

Die Ursache für das Gericht Gottes

Die Ursache für die Strafe Gottes, die den Messias traf, klang schon an. Es waren die Übertretungen des Volkes Israels, genauer genommen des künftigen Überrests, darüber hinaus jedoch auch unsere. In Jesaja 53,4 lesen wir einen Ausspruch dieses Überrestes, der einmal zu der Erkenntnis kommen und ausrufen wird:

„Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt“.

Das war die damalige Überzeugung des Volkes Israels. Der zukünftige Überrest wird sich einmal mit dieser Aussage einsmachen und zu der  Erkenntnis gelangen und sagen:

„Doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen“ (Jes 53,5).

Hier in Vers 8 zeigt Gott unmissverständlich diese Wahrheit auf. Er macht ganz deutlich, dass der Messias nicht aufgrund eigener Schuld oder wegen des Missfallens Gottes bestraft wurde, sondern wegen der Übertretung seines Volkes. Ihre Übertretungen waren die Ursache für die Strafe Gottes, die der Messias stellvertretend auf sich nahm. Für ihre Sünden musste Er unter der Hand Gottes in den drei Stunden der Finsternis leiden (Ps 22,2; Jes 53,12).

Die Strafe oder der Schlag fand ihre Ursache also außerhalb des Messias. Dennoch war Er bereit, für fremde Schuld ins Gericht zu gehen. Welch eine Gnade! Welch eine Liebe!

So strafte Gott seinen Sohn, damit der bußfertige Überrest einmal ungestraft unter den Segen Gottes im Tausendjährigen Reich und darüber hinaus kommen kann.

Auch für uns

Wenn wir einmal über die direkte Bedeutung dieses Verses hinausgehen, dann trug der Herr Jesus auch die Strafe für unsere Sünden. Auch für unsere Schuld litt Er stellvertretend im Gericht Gottes. Dafür sei Ihm ewig Dank und Anbetung dargebracht. Denn nur auf der Grundlage dieser sühnenden Leiden besitzen wir die Vergebung unserer Sünden, verbunden mit der Hoffnung, einmal bei dem im Himmel zu sein, der „uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat“ (Eph 5,2).

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