Der leidende Knecht (13) - Jesaja 53,8 (3)

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Das Land der Lebendigen

Wenn der Prophet Jesaja in diesem Kapitel den Ausdruck „Land der Lebendigen“ benutzt, dann verwendet er diesen Ausdruck nicht zum ersten Mal. In Kapitel 38,11 hat er ihn bereits schon einmal gebraucht: „Ich sprach: Ich werde Jah nicht sehen, Jah im Land der Lebendigen.“ In beiden Fällen ist damit die Erde gemeint.

Abgeschnitten

Von dieser Erde wurde der Messias abgeschnitten. Der Begriff „abschneiden“ drückt dabei nicht nur das „Hinweg tun“ des Messias (Dan 9,26), sondern auch, dass Er nicht mehr „zu sehen“ sein würde. In Matthäus 23,38.39 lesen wir:

„Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen; denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprecht: „Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!“

So umfasst das Abschneiden des Messias wohl mehr, als nur seinen Tod. Wir denken dabei auch an seine Auferstehung und Himmelfahrt. Bis zu seinem zweiten Kommen in Macht und Herrlichkeit würde Er so für das Volk nicht mehr sichtbar sein und auch keine Beziehung mehr zu ihnen haben.

Dadurch, dass das Volk Ihn verworfen und, was ihre Verantwortung betrifft, ermordet hat (Apg 3,15; 5,30), hat Gott die Beziehung zu diesem Volk für eine bestimmte Zeit, die bis heute noch anhält, unterbrochen. Er hat dem Volk seinen Messias durch den Tod entzogen. Doch einmal wird Er sich diesem Volk wieder zuwenden und dem bußfertigen Überrest des Volkes Israels ihre Übertretungen vergeben (Jes 53,8), was eine Überleitung zum nächsten Versteil darstellt, den wir uns dann im nächsten Artikel ansehen.

Bei dem Begriff „abschneiden“ sollten wir aber auch an den Schmerz denken, der grundsätzlich bei dem Vorgang des Abschneidens entsteht. Bezogen auf den Tod des Messias waren das für Ihn die Leiden des Todes, die Er freiwillig auf sich nahm, um dem Überrest des Volkes Israels und auch uns die Vergebung der Sünden anbieten zu können.

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Artikelreihe: Der leidende Knecht

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