Henoch – ein Vorfahre Jesu (FMN)

Lesezeit: 3 Min.

Eine besondere Auszeichnung liegt darin, dass Henoch ein Vorfahre Jesu Christi sein durfte. Natürlich finden wir in den Geschlechtsregistern Jesu auch manche bösen Könige. Dort werden Personen erwähnt, die gottlos gelebt haben. Sie stehen sozusagen nur „historisch“ in diesem Stammbaum. Ganz anders Henoch. Er verwirklichte einen Lebensstil, der sich von dem der meisten Menschen grundlegend unterschied. Bei ihm können wir das Aufnehmen in die Stammtafel unseres Herrn durchaus als Auszeichnung verstehen.

Schon in 1. Chronika 1 wird Henoch in einem Stammbaum erwähnt. Dort beginnt der Geist Gottes bei Adam und führt über Henoch, den siebten, zunächst bis zu Noah und Sem. Dann führt der Schreiber diese Reihe bis auf David weiter (1. Chr 2,15). Auch er ist ein Siebter1, wie Henoch (Jud 14) ...

Lukas 3 ist neben 1. Chronika 1 die einzige Stelle, in der Henoch über die drei ausführlicheren Beschreibungen von 1. Mose 5, Hebräer 11 und Judasbrief hinaus erwähnt wird. Dort steht dieser Glaubensmann an der achtletzten Position einer Aufzählung, die mit Jesus, unserem Herrn, beginnt (V. 23-38).

Dieser Stammbaum scheint über Maria, die Mutter Jesu, zurückgeführt zu werden bis auf Adam. Hier ist es nicht Salomo, der zehnte Sohn Davids, sondern Nathan, wahrscheinlich sein neunter Sohn (1. Chr 3,5), über den die Abstammungslinie verläuft.

Sie geht schließlich zurück bis zu Adam, und dann sogar bis zu Gott (Lk 3,38). Einerseits wird deutlich, dass der Herr Jesus tatsächlich Mensch war. Diese Linie im Lukasevangelium zeigt, dass Er als Sohn von Maria als Mensch geboren worden war. „Man meinte“ zwar, dass Er „ein Sohn Josephs“ war. Das aber war Er nur vor dem Gesetz, wie Matthäus zeigt (Mt 1,16). Offenbar adoptierte Joseph den Sohn der Maria (Mt 1,18-25), denn dieser wurde nicht von ihm gezeugt (Joh 1,1.14; Mte 1,20; Lk 1,35). Nein, Jesus war mehr als das. Er war vollkommen Mensch und zugleich Sohn Gottes. Auch deshalb wird sein Geschlecht in Lukas 3 bis auf Gott zurückgeführt: „des Gottes“!

Zurück zu Henoch: Gott adelt diesen Mann, indem Er ihn in diesem Geschlechtsregister nennt. Natürlich war er biologisch und historisch ein Vorfahre Jesu. Aber beim „Klang“ des Namens „Henoch“ wird dem Bibelleser die besondere Lebensgeschichte Henochs vor Augen gemalt. Auch wenn er wie alle anderen Menschen (bis auf den Herrn) als Sünder geboren wurde, unterschied er sich von den meisten. So hat Gott große Freude, seinen Christus mit diesem Glaubensmann zu verbinden.

Wenn du seine Geschichte liest, motiviert dich das, Ihn im Glaubensvertrauen, in seiner Hingabe und Treue nachzuahmen? Wenn du das tust, gehörst du als bekehrter Mensch zwar nicht zu den Vorfahren Jesu, aber Gott nimmt dich sozusagen in die Liste der Nachfahren des Herrn auf. Er verbindet alle, die sich bekehren, mit seinem Sohn. Mit Ihm sind wir nämlich als Erlöste untrennbar verbunden. Gut, wenn das nicht nur der Stellung nach auf uns zutrifft, sondern auch in unserem Leben zu sehen ist. Er ist es wert!

Folge mir nach – Heft 1/2024

Fußnoten

  • 1 … obwohl er historisch Isais achter Sohn war (vgl. 1. Sam 16,10.11).
Beitrag teilen
Stichwörter

Artikelreihe: Henoch - der Mann Gottes

Verwandte Artikel

Henoch – einer, der Gott naht (FMN) Manuel Seibel Henoch war ein Mann Gottes, der mit Gott lebte und die Gemeinschaft mit Gott suchte. In der Bibel werden uns nicht viele Details über sein Leben mitgeteilt. Aber aus den wenigen Hinweisen entwickelt sich ein beeindruckendes Porträt dieses Gläubigen. Artikel lesen
Jesus Christus – der gute Hirte (FMN) Roger Paul Unser Herr Jesus Christus wird in der Bibel als Hirte mit drei unterschiedlichen Kennzeichen vorgestellt: als guter Hirte, großer Hirte und Erz-Hirte. Artikel lesen
Vor Augen gemalt (FMN) Henning Brockhaus Der Apostel Paulus verwendet in seinem Brief an die Galater einen bewegenden Ausdruck, um seine Briefempfänger zu erreichen und sie an den Tod Jesu Christi zu erinnern. Er spricht davon, dass er ihnen „Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen ... Artikel lesen
Henoch – ein treuer Prophet Gottes (FMN) Manuel Seibel Henoch war ein Erlöster, denn er hat sich bekehrt. Er war ein Mann Gottes, denn er lebte mit Gott. Er war sozusagen ein „Himmelsbürger“, denn seine Entrückung wird mit seinem Glauben verbunden. Er war ein Anbeter, denn er nahte Gott. Er war ... Artikel lesen
Jesus – der Nazaräer (FMN) Manuel Walter Gott hatte dem Volk Israel einen König verheißen. Wie würde das Volk diesen empfangen? Würden sie ihn annehmen? Das Gegenteil war der Fall. Artikel lesen
Jesus Christus - Erretter und Herr (FMN, Die gute Saat) Die gute Saat "Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und in der Nacht Wache hielten über ihre Herde. Und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie" (Lukas 2,8.9). Artikel lesen