Die Sunamitin: Wenn der Glaube sich auf den Kirchenbesuch beschränkt (V. 22-24)


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(00:00:00) Die sunamitische Frau hatte Trauriges in ihrer Familie erlebt. Gott hatte ihr durch ein Wunder einen Knaben geschenkt und der war jetzt, obwohl er noch jung war, gestorben. Sie hat den Knaben auf das Bett Elisas gelegt, und dann lesen wir in 2. Könige 4 Vers 22, Und sie rief ihren Mann und sprach, Sende mir doch einen von den Dienern und eine von den Eselinnen, und ich will zu dem Mann Gottes laufen und wiederkommen. Das zeigt, auch hier, sie hat jetzt vor, zu Elisa zu gehen, das war ja eine Strecke weg. Und sie tut das nicht ohne ihren Mann. Eigentlich hätte der Mann doch auf die Idee kommen können, oder nicht? Dass hier der Prophet, der richtige Mann, ist die richtige Person, zu der man gehen könnte. Er hätte doch zu diesen Propheten gehen können. Irgendwie hat man den Eindruck, dieser Mann hat überhaupt keine Beziehung zu Gott und auch gar nicht zu den Propheten. Dieser Mann hat überhaupt kein geistliches Empfinden, das ist tragisch, wenn wir als Männer oder wenn wir als Gläubige letztlich kein geistliches Empfinden haben, vielleicht sogar im Unglauben leben. Natürlich, als Gläubige einen Ungläubigen zu heiraten, das ist fatal, das ist auch gegen (00:01:05) Gottes Wort. Aber damals, habe ich schon bei anderen Podcasts gesagt, wurde man ja im Wesentlichen verheiratet. Das heißt, diese Frau konnte da wahrscheinlich gar nichts dafür, an welchen Mann sie geraten ist. Aber dieser Mann erweist sich weder als empfindungsvoll, was seinen Knaben betrifft, was seinen eigenen Sohn betrifft, der ihm im Alter geschenkt worden ist, das müsste doch eigentlich ganz besonders wertvoll für ihn gewesen sein. Kein Empfinden dafür, kein Empfinden für die Frau, kein Empfinden für ein geistliches Leben mit Elisa, mit Gott, wir würden sagen heute mit dem Herrn Jesus, irgendwie tragisch. Er hat überhaupt kein Interesse irgendwie an geistlichen Dingen, was mag der Herr in meinem Leben, in unserem Leben da feststellen. Diese Frau aber ist bereit, auch diesem Mann den Platz der Überordnung zu geben in der Ehe. In unserer Gesellschaft ist das ja alles andere als normal. (00:02:02) Da will die Frau emanzipiert sein, da will die Frau den Ton angeben, da ist die Frau gleichberechtigt, sie hat gleiche Rechte, sie ist gleichgestellt. Aber das ist in Gottes Wort nicht so und so sehen wir, dass hier eine gläubige Frau gerade dadurch sich auszeichnet, gerade dadurch ihre Gottesfurcht zeigt, dass sie, obwohl ihr Mann alles andere als gottesfürchtig zu sein scheint, alles andere als seine Funktion als Ehemann und Vater einzunehmen scheint, trotzdem ihm den Platz der Überordnung gibt und ihn fragt, ob das alles in Ordnung so ist, ihn darum bittet ihr zu helfen und von den Dienern einen zu geben. Und dann lesen wir in Vers 23 und er sprach, warum willst du heute zu ihm gehen? Es ist weder Neumond noch Sabbat. Tja, für ihn war es also nur eine Frage von bestimmten Festen. Neumond, also Anfang eines Monats oder Sabbat, dass man irgendetwas Geistliches tat. Das erinnert fatal an manche Christen heute, ja, die zur sogenannten Christmitte, Weihnachten (00:03:05) in die Kirche gehen, vielleicht noch Ostern und that's it, das ist alles. Das ist irgendwie traurig und wir Gläubige, die wir wirklich an den Herrn Jesus glauben, auch wir können uns so verhalten, dass wir zwar Sonntagssabbat, in Anführungsstrichen, der Sonntag ist natürlich nicht der Sabbat, aber dass der für uns wie so ein Sabbat ist, ja, da gehört es ja, es gehört sich da in die Kirche zu gehen, also gehen auch wir in die Kirche, gehen auch wir zu den Gottesdiensten, zu den Zusammenkünften. Aber ansonsten, was das restliche Leben betrifft, dann machen wir, was wir wollen, da leben wir unser eigenes Leben, da machen wir unseren eigenen Stiefel, aber sonntags, da gehört sich das, ja, und vielleicht noch so eine besondere Konferenz, da gehen wir dann auch hin, Neumond, aber ansonsten haben wir mit Gott nichts zu tun, nichts am Hut, das ist dieser Mann, ganz anders diese Frau, sie ist eine Person, die mit ihrem Gott, mit ihrem Herrn lebt, ein tägliches Leben führt und wenn irgendetwas Besonderes ist, erst recht hat sie dann Gemeinschaft mit Gott, hier mit dem Propheten Elisa, warum willst du heute (00:04:06) zu ihm gehen, es ist weder Neumond noch Sabbat und sie sprach, es ist gut, wörtlich eigentlich Frieden, lass es gut sein, ich habe ein Anliegen, jetzt sehen wir, dass dieser Mann nicht nur ungeistlich ist, sondern dass er empfindungslos ist, er ist nicht ein Tor, wie das bei Nabal ist, dem Mann von Abigail, das ist er nicht, aber er ist irgendwie gleichgültig, er ist träge, er hat gar kein Empfinden, er hat gar nicht gemerkt, dass sein Sohn gestorben ist, man hat irgendwie den Eindruck, dieser Mann, der lebt sein eigenes Leben, der lebt in seiner eigenen Blase, in seiner eigenen Welt, aber er hat überhaupt kein, er bemerkt überhaupt nicht, dass da etwas ganz Tragisches vorgefallen ist, er fragt nicht nach warum denn er fragt nicht, gibt es einen besonderen Anlass, sondern er geht einfach darüber hinweg, wir wissen natürlich nicht, ob die Frau jetzt direkt zu ihm gekommen ist, ob sie einen der Diener zu ihm gesendet hat, so wirkt das ein bisschen hier, als ob das auch nicht direkt (00:05:06) zugegangen ist, schon traurig, wenn eine Ehe in dieser Weise funktioniert, wir sagen, das liegt an beiden, aber das ist nicht so, wir finden in Gottes Wort durchaus den Hinweis, dass einer schuldig sein kann, bei dem Streit in 2. Mose 2 zwischen dem Israeliten und dem zweiten Israeliten heißt es ausdrücklich, dass Mose zu dem Schuldigen sprach oder dass der Schuldige sprach, also eine Ehe kann durchaus nicht von beiden Seiten mangelhaft geführt werden, sondern von einer, hier ist das ganz offensichtlich, dieser Mann ist empfindungslos, kein Blick dafür, dass es seiner Frau nicht gut geht, dass sein Sohn sogar gestorben ist, so können wir in einer Ehe, das muss ja nicht immer der Mann sein, obwohl die Gefahr groß ist, dass es eher wir Männer sind, da kann man gar nicht merken, dass es der Ehefrau nicht gut geht oder dass es dem Ehepartner, dem Ehemann nicht gut geht, da kann man gar nicht merken, dass es den Kindern nicht gut geht und das kannst du auf das Äußere beziehen, das kannst du genauso auf (00:06:01) das Innere beziehen, dass es eine geistliche Entwicklung gibt, die schlecht ist und wir merken das gar nicht, nicht mal bei unserem Ehepartner, der geht ja sonntags noch in die Kirche, geht ja noch mit in die Gottesdienste, in die Zusammenkünfte, ist vielleicht auch so, dass er sogar noch ein Lied vorschlägt oder ein Gebet spricht und wir registrieren gar nicht, dass es irgendwie den Berg runter geht, dass da keine geistliche Initiative mehr ist, keine geistliche Energie mehr ist, dass der Dienst für den Herrn schleifen gelassen wird, dass das Wort Gottes vielleicht nur noch so peripher, so nebenbei gelesen wird, aber nicht wirklich das Herz ausfüllt, so ist das bei diesem Mann so und das kann im Blick sogar auf unseren Ehepartner, also die Person, mit der wir das Bett teilen, kann das so weit gehen, dass wir nicht merken, wie es ihm um das Herz ist, dass das Herz irgendwie traurig ist und wir bekommen das nicht mit, das Herz von dem Herrn sich entfernt und wir bekommen das nicht mit. Tragisch ist das, wenn das uns so im Blick auf unsere Kinder geht. Wir können natürlich nicht in unsere Kinder hineinschauen und unsere Kinder können auch manches vor uns verbergen, gerade wenn es um schlechte Wege geht und doch haben wir irgendwie eine Nähe zu unseren (00:07:03) Kindern, dass wir spüren, da ist irgendwas anders als sonst. Wie gesagt, unsere Kinder, wie wir selbst können große Schauspieler sein, aber tragisch, wenn wir dann nicht in der Lage sind, das irgendwie zu merken, zu registrieren. Und sie sattelte die Eselin und sprach zu ihrem Diener, treibe immer vorwärts, halte mich nicht auf, zu ihrem Diener sagte sie das, im Reiten es sei denn, dass ich es dir sage. Das ist Vers 24. Sie hat Eile. Ihr Kind war doch gestorben. Macht es doch nichts aus, ob man ein Tag oder zwei Tage oder drei Tage unterwegs war, drei Stunden oder sechs Stunden. Doch sie wollte dringend zu den Propheten. Ist uns das dann auch wirklich in solchen Nöten ein Anliegen, alles andere mal zur Seite zu lassen und nur noch den Herrn vor uns zu haben, alles daran zu setzen, dass man jetzt in Ruhe Zeit hat, um sich um den Herrn zu kümmern, das heißt um zu ihm zu gehen. Wir brauchen nirgendwo hin mit dem Esel und mit dem Wagen, sondern wir können direkt im Gebet zu ihm gehen. Aber wir brauchen Ruhe dafür. Das kann (00:08:04) man nicht irgendwie im Trubel einfach so nebenbei machen. Da muss man sich wirklich eine Zeit nehmen, so wie der Herr Jesus das in Matthäus 6 sagt, diese stille Kammer, wo man in Ruhe mit ihm sich aussprechen kann, ihm die Not vorstellen kann und warten kann, was er tun wird. Ich meine nicht im Gebet. Es geht mir gar nicht um dieses hörende Gebet. Das ist eine ganz große Gefahr. Ein Mystizismus, den wir da reinbringen, dass wir dann warten, dass eine Antwort kommt. Das ist dann reiner Mystizismus. Das ist etwas, wo man nur warnen kann, wo man sich letztlich okkulten Kräften oder im besten Fall seinen eigenen Hirngespinsten dann öffnet. Nein, das wollen wir nicht tun. Gottes Antwort kommt durch sein Wort und wie er die Umstände dann leitet und vielleicht auch jemanden sendet. Aber wir wollen diese Zeit nutzen im Gebet, wollen uns in das Verborgene begeben und mit dem Herrn, ich nenne das einmal aussprechen, wollen ihm unsere Not vorstellen und dann warten, wie er reagieren wird, was er tun wird. Er hört uns, er hört dich. Wenn du eine Not hast, sag sie ihm und sei sicher, er hört dich. Auch wenn du die Antwort noch nicht mitbekommen hast, wenn du (00:09:04) vielleicht schon einen Tag, vielleicht eine Woche, vielleicht einen Monat, vielleicht ein Jahr, vielleicht zehn Jahre betest. Denke nicht, er hört das nicht und er interessiert sich nicht für dich. Wie oft hat er seine Zuwendung in anderer Weise gezeigt, dass wir sicher sein können. Er kümmert sich um uns und er lässt uns nicht allein. Ich möchte dir Mut zusprechen, dass du dieses Bewusstsein wirklich bewahrst und dieses Bewusstsein hast. Der Herr kümmert sich um dich, er lässt dich nicht allein. Das macht er nie.
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Artikelreihe: Was uns die Frau aus Sunem für unsere Lebenspraxis lehrt (2. Kön 4)

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