Die trauernde Sunamitin: Wenn wahres Mitempfinden fehlt (V. 25-27)


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(00:00:00) Die wohlhabende Frau aus Zunem hatte eine große Katastrophe erlebt. Ihr Sohn war gestorben. Vielleicht war die größere Katastrophe, dass ihr Mann überhaupt kein Empfinden für sie hatte. Gar nicht merkte, dass der Sohn nicht mehr lebte. Gar nicht merkte, dass seine Frau eine Not hatte und sie fragte, was willst du? Was willst du beim Propheten? Was hast du denn mit dem zu tun? Und wir wollen uns sagen, wir wollen lernen dadurch, dass wir wirklich Empfindungen haben, Empfindsam sind für den Herrn. Sie hat dann in Übereinstimmung mit ihrem Mann gehandelt, hat ihm das gesagt, er hat nur sein Unverständnis geäußert, hat aber nichts dagegen, dass sie dann zu den Propheten lief. Irgendwie seltsam, dass ihm egal war, dass sie zu den Propheten ging und er nicht mit ihr. Aber der Prophet sagte ihm nichts. Er brauchte kein prophetisches Wort. Ich weiß nicht, ob wir mit einer Erwartungshaltung in die Zusammenkünfte gehen, dass wir wirklich den Herrn bitten, gib uns ein Wort, das wir nötig haben für unser Glaubensleben, für diese Woche, für die vor uns liegenden Tage, damit wir einen Weg gehen, der dich ehrt, (00:01:01) damit wir deine Weisung für unser Leben bekommen. Nun sehen wir hier in Vers 25, so zog sie hin und kam zum Mann Gottes auf den Berg Karmel. Das war also eine durchaus weite Reise. Der Berg Karmel ist eben eine Erhöhung, d.h. von dort aus konnte man sehen, wenn jemand kam. Das war vielleicht eine gewisse Sicherheit auch für den Propheten, er musste ja immer damit rechnen, dass Menschen ihn ans Zeug gehen wollten, ihn bedrängen wollten, ihn vielleicht auch töten wollten und zugleich war eben das ein Berg, wo man räumlich gewissermaßen näher bei Gott war. Das war der Prophet, der auf einem Berg lebte, der auf einem Berg wohnte, der Gott nahe war in seinem Inneren. Und dann heißt es weiter in Vers 25, und es geschah, als der Mann Gottes sie von fern sah, da sprach er zu Gehasi, seinem Diener, sieh dort die Sunamitin. Das ist schon bemerkenswert. Er sah sie von fern und wusste, wer das war. Seht ihr, das ist mit unserem Herrn noch viel mehr so. Wir brauchen gar nicht anzukommen, da sieht er schon, dass wir kommen, dass wir zu ihm wollen. (00:02:01) Er sieht unsere Herzensregung. Aber hier der Mann Gottes, der hatte ein Auge dafür, dass obwohl sie fern war, woran immer er das erkannte. Bei Jehu heißt es einmal, dass es heißt, dass er so verrückt war in seiner Fortbewegung, dass man das sofort erkennen konnte. Hier bei der Sunamitin, ob man das an der Kleidung sah, woran Elisa das wusste, unser Herr weiß das. Wenn wir in Not sind, er weiß das, wenn wir zu ihm kommen wollen, er weiß das, er registriert das und er braucht nicht, wie wir Namen zu lernen, sondern er hat sich sofort, darf ich das mal in Ehrfurcht sagen, eingestellt auf unsere konkreten Bedürfnisse. Siehe dort die Sunamitin, nun lauf ihr doch entgegen und sprich zu ihr, geht es dir gut, geht es deinem Mann gut, geht es deinem Kind gut? Und das hat er offenbar gemacht und dann die Antwort und sie sprach, gut. Da sehen wir, das lernen wir für uns, man kann nicht jedem seine Nöte schildern. Es gibt auch unter den Dienern, unter solchen, die sich Diener nennen, vielleicht solche, denen wir unsere Bedürfnisse, unsere Nöte nicht mitteilen können, weil wir empfinden, (00:03:04) der kann darauf keine Antwort geben. Nun wir als Diener können auf gar nichts eine Antwort geben, das ist allein der Herr, der eine Antwort geben kann. Wir sind dazu nicht fähig, aber wir haben ja schon Erlebnisse, auch inmitten der Gläubigen, wo wir merken, wenn wir jemandem etwas sagen, vielleicht boostet er das gleich in die halbe Welt oder der kann sich gar nicht auf mich einstellen, der hat gar kein Ohr für meine wirklichen Bedürfnisse, der hört zwar, was ich sage, aber er sagt immer nur das, was er sagen möchte, das, was er meint, gehört zu haben, was ihn beschäftigt, da bekomme ich keine Antwort auf meine Not, das ist bei dem Herrn ganz anders. Und inmitten der Gläubigen nochmal, wir brauchen nicht mit jedem intensive Freundschaften zu pflegen, das können wir auch gar nicht, da gibt es Einzelne, denen wir etwas anvertrauen können und da lasst uns dieses Vertrauen ihnen gegenüber auch bewahren. Hier war das so, das ist ja keine Lüge gewesen, dass sie sagt, es ist gut, sie macht damit einfach deutlich, du Gehasi, du bist nicht die Person, zu der ich gekommen bin. Und Elisa merkt das ja auch sofort, dass da irgendwas nicht stimmte, als sie dann zu ihm (00:04:04) kam. Wir brauchen nicht zu meinen, wir müssten mit jedem über alle unsere Bedürfnisse, unsere Probleme, unsere Herausforderungen zu reden. Wir können mit denen reden, von denen wir erwarten können, dass sie ein Herz für den Herrn und auch für die Nöte inmitten des Volkes Gottes haben, für meine Nöte. Und sie kam zum Mann Gottes auf den Berg und umfasste seine Füße. Da sehen wir, wie groß die Not war. War der Sohn nicht schon gestorben? Warum geht sie überhaupt zu den Propheten? Weil sie weiß, wenn er ein Kind aus dem Tod sozusagen erwecken kann, sie hatte nicht damit gerechnet, noch ein Kind bekommen zu können, dann kann er auch die rechte Antwort auf meine Not geben. Sie hatte offensichtlich Vertrauen, dass dieser Mann in der Lage war, ihren Sohn aufzuerwecken. Sie hätte ihn ja nicht auf das Bett gelegt, sondern begraben, was ja in dem Orient üblich ist, wo sie jetzt da wohnte hinzunehmen, dass man das innerhalb von 24 Stunden wahrscheinlich damals auch getan hat. (00:05:01) Wir wissen, dass die Verwesung gerade in diesen Gegenden sehr schnell nicht nur einsetzt, sondern auch ihr Werk verrichtet und sichtbar wird und auch riechbar wird. Aber sie hatte das Kind auf das Bett gelegt, weil sie das feste Vertrauen hatte, Gott würde das Kind auferwecken. Ich warne davor, heute mit einer Illusion zu dem Herrn zu kommen. Ja, der Herr ist allmächtig, er kann alles tun. Aber wie schon mehrfach gesagt in den Podcasts, das ist nicht das allgemeine Wirken des Herrn. Er kann das tun, aber normalerweise handelt er heute anders. Wir brauchen also nicht einen Scheinglauben hier an den Tag zu legen, der aber nicht gewurzelt ist, nicht das Fundament hat in dem Wort Gottes. Lasst uns da auch nüchtern und besonnen sein, wozu wir im Neuen Testament immer wieder aufgerufen werden und nicht hier irgendwelchen falschen Ideen alttestamentlicher Art hinterherlaufen. Aber sie hatte nicht nur die Not, die sie ausdrückt durch das Umfassen der Füße, sondern sie wusste, dass er in der Lage war, ihr eine Antwort auf ihre Bedürfnisse zu (00:06:05) geben. Da trat Gehasi dazu, um sie wegzustoßen. Da sehen wir einen herzlosen Diener, er war ja letztlich ein Diener des Dieners und damit selber ein Diener Gehasi. Aber er hatte kein Herz für Gott. Wir sehen das später in Kapitel 5, dass er ein Herz für das Geld hatte, dass er ein Herz für sich selbst hatte, dass er selber im Mittelpunkt stehen wollte. Das heißt nicht, dass er nicht auch etwas getan hat, was Gott gebrauchen konnte. Es gibt auch heute Diener, die letztlich sich selbst suchen und die der Herr trotzdem benutzen kann, die der Herr sogar zum Segen benutzen kann, er kann ja sogar Ungläubige benutzen. Aber das sind herzlose, selbstsüchtige Diener, wie wir ihnen hier in Gehasi vorgestellt bekommen. Die können Gott benutzen, die können sogar viel Zuspruch haben, aber wer sich selbst sucht, der sucht nicht den Herrn und der sucht letztlich auch nicht die Bedürfnisse, die Herzen derer, denen er dienen soll. Das mag ich immer noch vorgeben. Ich kann so sprechen, dass das mein Beweggrund ist, dass das mein Ziel ist, aber meine Worte (00:07:05) und meine Taten offenbaren, ob ich wirklich dem Herrn diene oder ob ich mir selbst diene. Der Mann Gottes aber sprach, lass sie, denn ihre Seele ist betrübt und der Herr hat es mir verborgen und es mir nicht kundgetan. Der Mann, der Ehemann hatte nicht gemerkt, dass diese Frau betrübt war, dass ihre Seele betrübt war, aber der Elisa sieht das sofort und er ist erstaunt, dass Gott ihm das nicht vorher gesagt hat, aber das ist eigentlich großartig. Gott wollte hier deutlich machen, was für ein Unterschied zwischen diesen drei Männern Menschen war. Da ist der eine, der vielleicht gläubig ist, aber irgendwie kein Leben in Gemeinschaft mit Gott hat, der nicht sensibel ist, das war der Ehemann der Frau. Dann ist der Ungläubige Gehasi, ich will nicht sagen, dass er ungläubig war, buchstäblich, aber der für einen solchen steht, der für einen selbstsüchtigen Diener steht, der nach außen hin eine Beziehung zu Elisa hat, aber dessen Herz weit entfernt ist davon, der natürlich nur an sich selbst denkt, nur an seine Ehre denkt. (00:08:03) Er war zurückgestoßen worden, warum hat die Frau zu ihm gesagt, alles gut und es war ja gar nicht alles gut. Er merkte, dass sie ihm gegenüber nicht offen war und jetzt will er sie wegstoßen. Er sucht nicht die Herrlichkeit des Herrn, er sucht nicht die Herrlichkeit Elisas, sondern er sucht seine eigene Ehre, er sucht sich selbst. Und dann finden wir Elisa, einen Mann, der sich beugt darunter, dass Gott ihm das nicht mitgeteilt hat. Gott hat immer seine besonderen Gründe auch für so etwas, dass er uns Dinge für eine Zeit gewissermaßen vorenthält und dass wir auf seine Zeit warten müssen. Bei Christus ist das so, dass er immer alles weiß. Wenn wir zu Christus kommen, dann empfindet er nicht nur mit uns, dann stellt er sich nicht nur auf unsere Seite, dann kann er nicht nur mit uns weinen, so wie er auch sich mit uns freuen kann, sondern er weiß das längst zuvor. Er hat das so kommen lassen, damit seine Herrlichkeit groß hervorscheint. Hier wird das bei Elisa deutlich, dass er sich sofort auf ihre Seite stellt, dass er mitleidet, ihre Seele ist betrübt und das lässt ihn nicht kalt. (00:09:01) So sollten auch wir reagieren, wenn wir merken, dass jemand in Not ist. Selbst wenn es selbstverschuldete Not wäre, das ist es ja hier nicht in diesem Fall, aber selbst wenn es so wäre, sind wir solche, die ein Mitempfinden haben über die Nöte unserer Mitgeschwister, die Mitleid zu haben vermögen, die sich auf ihre Seite stellen oder sind wir solche, die herzlos sind, wie ein Gehase? Lasst uns davon Elisa lernen, lasst uns von dem Herrn Jesus Christus lernen, der unser großes Vorbild ist. Wie ist er mit den Nöten seiner Mitmenschen umgegangen, auch mit der Not im Hause Bethaniens? Er hatte ein echtes Herz für die Gläubigen und das wollen auch wir von ihm lernen. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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Artikelreihe: Was uns die Frau aus Sunem für unsere Lebenspraxis lehrt (2. Kön 4)

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