Gedankensplitter (Schluss) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 4)

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Wehmut

Zum Abschluss dieser kurzen Reihe über den Anfang der Versammlung (Gemeinde) Gottes auf der Erde schauen wir wehmütig zurück. Was für eine Einheit war inmitten des Volkes Gottes damals zu sehen. Sie waren eins und Gott erfüllte damit das Gebet seines Sohnes sowohl im Blick auf die Apostel als auch, was die Gläubigen insgesamt betraf (Joh 17).

Diese gaben äußerlich alles füreinander, obwohl es sich um hohe Verkaufserlöse von Grundstücken und Häusern handelte. Innerlich standen die Gläubigen  zusammen. Sie stärkten den Aposteln, die in erster Linie in der Öffentlichkeit tätig waren, den Rücken.

Gott bestätigte die Gute Botschaft, die sich nunmehr an die ganze Welt richtete. Zwar waren zunächst nur Juden „Zuhörer“. Aber Petrus machte von Anfang an deutlich, dass sich das Evangelium nicht nur an diese richtete, sondern auch an die Fernen, die Nationen (Apg 2,39).

Viele Wunder geschahen. Menschen, die von weit weg nach Jerusalem kamen, konnten in ihrer eigenen Sprache Worte der Weissagung und des Lobes Gottes hören. Kranke wurden geheilt und sogar Tote auferweckt. Das Wirken Gottes war überall sichtbar, wo die Apostel hinkamen, predigten und handelten.

Heute

Das haben wir heute so nicht mehr. Die Versammlung Gottes ist zersplittert, was ihre Darstellung auf der Erde betrifft. Offenbarung 2 und 3 verdeutlichen, dass das so bleiben wird bis zum Kommen des Herrn. Von äußerer Kraft ist nicht viel zu sehen und zu spüren. Im Gegenteil! Kraftlosigkeit ist ein sichtbares Kennzeichen der Gläubigen.

Aber eines haben auch wir heute noch: die Gute Botschaft. Wir haben dasselbe Evangelium der Kraft, das wir noch immer verkündigen können. Es ist Gottes Kraft (Röm 1,16). Aber wir haben noch viel mehr von der Anfangszeit: Wir haben denselben Geist Gottes, der in uns persönlich und in der Gemeinde Gottes kollektiv wohnt (1. Kor 3,16, 6,19). Wir haben sogar das vollständige Wort Gottes in Händen, was es damals noch nicht gab.

Und wir haben gereinigte Herzen (Apg 15,9), die in gleicher Weise wie in der frühen Phase des Christentums durch Hingabe und Gehorsam geprägt sein können. Wir werden nicht so sichtbare Ergebnisse erleben, wie wir sie in den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte lesen. Aber glücklich ist ein Herz, das für Christus schlägt.

Mut und Zuversicht!

So brauchen wir nicht wehmütig zurückzuschauen. Wir haben einen kommenden Herrn, der aus dem Himmel in die Wolken kommen wird, um uns zu sich zu holen (1. Thes 4,15-18). Was für eine großartige Hoffnung!

Wir haben himmlische Segnungen, die wir schon heute genießen können (Eph 1-3). Und wir sind mit den Gläubigen in der Versammlung Gottes verbunden. Wir stehen nicht isoliert auf der Erde.

Ob der Herr uns wachend und betend antreffen wird, indem wir das, was Er uns als das schöne Gut anvertraut hat, auch bewahren? Sind wir treu in dem Wenigen, was Er uns übertragen hat? Der Herr wird uns reichlich belohnen, wenn wir heute – persönlich und gemeinschaftlich – zu seiner Ehre leben.

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Artikelreihe: Gedankensplitter zum Anfang der Versammlung auf der Erde

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