Gedankensplitter (28) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 4)

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Die Verse 34 und 35 zeigen, dass dies Kennzeichen nicht nur einiger weniger Christen war. So viele Häuser und Immobilien besaßen, verkauften diese und gaben den Kauferlös für die Bedürftigen. So stellt Lukas in diesen Versen ein Merkmal praktischer Hingabe der Gläubigen heraus.

Apostelgeschichte 4,36.37

Dieser Abschnitt schließt nun damit, dass eine Person eingeführt wird, die im Verlauf der Apostelgeschichte noch von großer Bedeutung sein würde:

Joseph aber, der von den Aposteln auch Barnabas genannt wurde (was übersetzt heißt: Sohn des Trostes), ein Levit, ein Zyprier von Geburt, der einen Acker besaß, verkaufte ihn, brachte das Geld und legte es zu den Füßen der Apostel nieder“ (Apg 4,36.37).

Joseph, der Sohn des Trostes

Wir haben bereits gesehen, dass die ersten Christen ausnahmslos dem Judentum entstammten. So auch Joseph. Sein Name bedeutet: „Er füge hinzu!“ (1. Mo 30,24). Das war Programm für diesen Mann. Er war jemand, der den Gläubigen hinzufügte, indem er sich für sie aufopferte. Das finden wir an dieser Stelle und darüber hinaus in späteren Kapiteln der Apostelgeschichte.

Joseph wurde von den Aposteln „Barnabas“ genannt. Offenbar erkannten die Apostel sehr schnell, was für einen wertvollen Dienst dieser Mann tat und was für einen Charakter sein Handeln trug. Barnabas heißt „Sohn des Trostes“ (oder der Ermunterung, der Ermahnung). Er war anscheinend jemand, der ein herzliches Verhältnis zu den einzelnen Gläubigen pflegte und sie zur Seite nahm, um sie zu trösten, zu ermutigen, zu ermahnen, wenn nötig, um ihnen zu helfen.

Solche Gläubigen können wir auch heute sehr gut gebrauchen. Es mangelt an Erlösten, die ein Herz und Auge für andere haben. Die erkennen, wo es eines Anstoßes oder einer Warnung bedarf. Wertvoll sind diejenigen, die entsprechend der aktuellen Situation eines Menschen das rechte Wort zur rechten Zeit an diese richten können. Hätten wir doch mehr von ihnen!

Der Levit

Dieser Barnabas war ein Levit. Das ist interessant, denn Leviten hatten eigentlich kein eigenes Erbteil (4. Mo 18,23; 5. Mo 12,12). Vielleicht ist Nehemia 11,20 ein Hinweis darauf, dass in der Nachexil-Zeit dieser Stamm auf einmal doch über ein Erbgut verfügte.

Nach Nehemia 13,10 war ihnen in der Zeit des Niedergangs, als Nehemia für eine Zeit aus Jerusalem wieder zurück nach Susan zu seinem Herrscher musste, auch nicht das gegeben worden, was ihnen zustand. Sie waren die Empfänger des von Gott angeordneten Zehnten. Hatten sie sich deshalb um ein eigenes Erbe bemüht?

Das freigiebige Herz von Barnabas

Jedenfalls besaß Barnabas einen Acker. Aber sein Herz hing nicht an dem Acker und dem Geld. Er wollte den Erlös nicht für sich benutzen, sondern legte ihn zu den Füßen der Apostel nieder. So wurde er zu einem Gegensatz von Ananias, dessen Lüge und Heuchelei der Heilige Geist in Apostelschichte 5 offenbaren muss. Das Herz von Ananias hing am Geld.

Zugleich zeigt dieses Schenken Josephs, dass es jedem persönlich überlassen war, ob er geben wollte oder nicht. Barnabas gab und Gott zeigt im weiteren Verlauf des Buches, dass Er ihn dafür reichlich segnen würde. Er akzeptierte auch die Autorität der Apostel und war durch einen lebendigen Gehorsam geprägt.

Von alledem können wir viel lernen. Sind wir solche, die freigiebig sind? Schenke Gott, dass wir zugleich mehr von einem gehorsamen Herzen gekennzeichnet sind und zum Wohl der Versammlung (Gemeinde) Gottes das, was wir besitzen und was Gott uns geschenkt hat, einsetzen. So können wir als glückliche Christen leben und Gott ehren.

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