Gedankensplitter (24) zum Anfang der Versammlung auf der Erde (Apg 4)

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An vielen Stellen des Wortes Gottes betont der Geist Gottes die Wichtigkeit des Gebets. Der großartige Segen der Gebetsversammlung wird durch die Folgen und Auswirkungen unterstrichen. Gottes Antwort auf das einmütige Gebet wird uns in wenigen Punkten vorgestellt.

Apostelgeschichte 4,31

Damit war ihr Gebet aber noch immer nicht zu Ende. Sie hatten das Wohl der Menschen auf dem Herzen, die um sie herum lebten. So beteten sie weiter:

Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit“ (Apg 4,31).

Gottes Antwort auf das Gebet

Bevor wir uns diese wunderbaren Auswirkungen ansehen, müssen wir eines verstehen: Die Verse 24-30 zeigen uns das Gebet der Versammlung. Das dürfen wir aber nicht so auffassen, dass hier genau und nur ein einziges Gebet gesprochen worden wäre. Dieser Abschnitt fasst die Bitten der Gläubigen zusammen, die bei diesem Anlass ausgesprochen wurden. Sie waren einmütig und beteten alle „in dieselbe Richtung“. Sie verwirklichten, was der Herr als Voraussetzung für erfüllte Gebete gesagt hatte (Mt 18,19): ein Übereinkommen und damit Einmütigkeit.

Wir müssen davon ausgehen, dass insgesamt mehrere Gebete gesprochen wurden. Das ist üblich in solchen Versammlungsstunden. Bei uns betet ja auch nicht nur ein Bruder über das, worüber man „übereingekommen“ ist (Mt 18,19).

Der Kern und Inhalt der Bitten damals war genau das, was wir in den Versen vor uns gehabt haben. Wir müssen uns fragen, ob man unsere Gebetszusammenkünfte auch mit einem derartigen „roten Faden“ zusammenfassen kann. Nicht, dass es immer eine direkte Linie geben müsste. Wir haben ja oft keine solch konkrete Dienst-Situation und Erfahrung hinter oder vor uns. Aber gibt es diese Einmütigkeit? Und gibt es ein gewisses aufeinander Eingehen in den Gebeten? Ein Miteinander und Nacheinander?

Nun kommt Gottes Antwort auf diese Gebete. Und diese ist außerordentlich eindrucksvoll.

  1. Die Grundlage von Gottes Antwort: das Gebet

Die Antwort Gottes wird ausdrücklich auf das Gebet der Versammelten bezogen. Damit ist unmissverständlich klar, dass Gott auf ihr Bitten reagierte und nicht einfach in souveräner Weise, wie Er das manchmal tut, in das Geschehen eingriff. Gott wollte aktiv und positiv auf die Treue und Hingabe der Gläubigen reagieren.

Das wird Er auch bei uns tun, wenn wir in Abhängigkeit von Ihm und in Einmütigkeit untereinander zu Ihm beten. Heute wird seine Antwort nicht so spektakulär ausfallen. Aber sie wird uns ermutigen und motivieren.

  1. Der äußere Segen: die Stätte erbebte

Gott bekannte sich zu den Seinen. Hier gab es kein Erdbeben in der Stadt oder im Haus. Nein, die unmittelbare Stätte, wo sie zum Gebet versammelt waren, erbebte. Das passt zu den Zeichen und Wundern, für die sie beteten. Beides war etwas für die Anfangszeit. Wir brauchen solche äußeren „Ereignisse“ nicht zu erwarten. Wir leben in einer Zeit großen Niedergangs. Da kann Gott sich zu unserer Schwachheit und zu unserem Versagen nicht in dieser Weise bekennen. Auch nicht zu der Zerrissenheit von uns Christen.

Dennoch können wir damit rechnen, dass Er die Umstände so lenken wird, dass wir eine Ermunterung erfahren. Seine Wege sind höher als unsere (Jes 55,9). In jedem Fall bekennt Er sich zu denen, die Ihm dienen wollen und sich auf seine Seite stellen (Mal 3,16-18).

Vor allem ist es schön, ein zweites Mal den direkten Bezug zu der Gebetsversammlung zu sehen. Denn es war die Stätte, „wo sie versammelt waren“, die erbebte. Gottes Antworten sind auch heute konkret und man kann sie zuordnen.

  1. Der innere Segen: erfüllt mit dem Heiligen Geist

Äußerer Segen ist schön. Viel wichtiger jedoch ist der innerliche Segen, den Gott schenkt. Hier war es so, dass die Gläubigen mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden. Das ist kein neues Thema, sondern wurde schon in Apostelgeschichte 2,4 erwähnt. Da haben wir gesehen, dass es im Neuen Testament zwei Ausdrücke gibt, die sehr ähnlich sind, aber etwas Unterschiedliches vorstellen. Manche Personen wurden mit Heiligem Geist erfüllt wie hier. Bei anderen lesen wir, dass sie voll Heiligen Geistes waren.

Voll Heiligen Geistes lesen wir im Blick auf den Herrn Jesus (Lk 4,1) und auf die Gläubigen, die einen Diakonendienst ausführen sollten (Apg 6,3). Die Tatsache, dass dies auch vom Herrn Jesus gesagt wird, macht deutlich, dass es hierbei um eine grundsätzliche, dauerhafte(re) Kontrolle der jeweiligen Personen durch den Heiligen Geist geht.

Der Ausdruck, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, kommt auch in Apostelgeschichte 2 vor. Er hat mehr mit einem konkreten Dienst zu tun, vor dem ein Gläubiger steht. Gott erfüllt Personen mit dem Heiligen Geist, damit sie befähigt werden, einen Dienst ganz nach göttlichen Gedanken auszuführen. Dazu stehen sie unter der Kontrolle des Geistes, der sie in diesen Dingen führt und lenkt. Eine etwas ausführlichere Erklärung zu diesem Thema gibt es in Verbindung mit Kapitel 2,4.

Die Apostel und die Gläubigen damals hatten einen Dienst vor sich. Und genau dafür stattete sie der Herr aus, in dem Er sie mit dem Heiligen Geist erfüllte. So konnten sie unter seiner Kontrolle und in seiner Kraft das tun, was der Herr von ihnen wollte.

Für uns stellt sich die Frage, ob wir unser tägliches Leben so gestalten, dass der Herr uns mit der Kraft des Geistes erfüllen kann. Dazu müssen wir nein zur Sünde, zu den Wirkungen des Fleisches und zum Eigenwillen sagen. Und wir müssen uns öffnen für den Willen Gottes, in dem wir Ihm von Herzen gehorsam sein wollen.

  1. Reden des Wortes mit Freimütigkeit

Die Gläubigen waren durch die Führung und Kraft des Geistes Gottes in der Lage, das Wort Gottes mit Freimütigkeit zu reden. Das war ihr Wunsch und Gebet, das war auch das Ergebnis ihres Betens. Auf diese Weise wurde Gott verherrlicht. Zugleich konnten Menschen vom Zorn Gottes gerettet werden.

Wenn wir aufrichtig beten und uns bewusst der Leitung des Geistes Gottes aussetzen, indem wir seinem Wort gehorsam sein wollen, werden auch wir solch ein Ergebnis erleben. Nicht, dass es mit dieser äußeren Krafterweisung verbunden wäre. Die Zeiten dafür sind im Allgemeinen vorbei. Aber Gott wird sich heute ebenfalls als der erweisen, der den Seinen das gibt, was sie nötig haben, wenn sie Ihn ehren wollen und sich im Dienst für Ihn einsetzen.

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