26.10.2003Versammlung / Gemeinde

Die Versammlung Gottes (17) – Versammlung an einem Ort – was ist das?

Global, und doch lokal - im Alltag UND in der Versammlung

Wir kennen die Verbindung von global zu lokal (örtlich) auch aus unserem praktischen Leben. Ein weltweit tätiger Konzern - sagen wir eine Bank wie die Deutsche Bank - ist zugleich lokal vertreten (heute natürlich weniger als früher, und auch regional unterschiedlich - aber es geht ja auch nur um das Bild). Wenn ich in Langen zu dieser Bank gehe, gehe ich zur Deutschen Bank. Und wenn ich in Halle zu dieser Bank gehe, gehe ich ebenfalls zur Deutschen Bank. Natürlich handelt es sich um örtliche Niederlassungen - aber es ist dieselbe Bank.

Daher kann ich in Halle (prinzipiell) die gleichen Leistungen erwarten wie in Langen, in Frankfurt oder in Hamburg (hoffentlich!). Es ist ein einziges Unternehmen, mit örtlichen Niederlassungen. Das unterscheidet dieses Konzept übrigens von beispielsweise McDonalds, wo zwar der Unternehmensname überall gleich ist, jede lokale Stelle aber von ihrer Stellung selbstständig ist - wir werden in einem späteren Artikel auf diesen Punkt noch näher einzugehen haben.

Wesensgleichheit der Versammlung - ewig und örtlich

Vergleichbar mit dem Konzept der Bank ist es auch bei der Versammlung Gottes. Ich zitiere dazu erneut den mehrfach angeführten Vers in der Apostelgeschichte: „Habt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen“ (Apg 20,28). Dieser Vers zeigt deutlich, dass das Wesen der Versammlung insgesamt überhaupt nicht von dem Wesen der örtlichen Versammlung unterschieden werden kann. So ist es von Gott bestimmt.

Die weltweite Versammlung kann aber nicht gesehen werden. Das war auch schon so, als es noch keine Trennungen und Zersplitterungen unter den Gläubigen gab. Man kann zwar einzelne Gläubige als Zeugen des Herrn sehen - hoffentlich jedenfalls - aber die Versammlung als solche bleibt in gewissem Sinn verborgen.

Die Versammlung soll und kann gesehen werden - örtlich

Gott will jedoch, dass die Versammlung nicht nur von Engelwesen, die einen anderen Blick haben als wir, gesehen werden kann (vgl. Epheser 3,10), sondern dass es eine sichtbare Darstellung der Versammlung gibt. Und diese finden wir in ihrer örtlichen Darstellung: „Wenn ihr als Versammlung zusammenkommt“ (1. Korinther 11,18). „Wenn nun die ganze Versammlung an einem Ort zusammenkommt“ (1. Korinther 14,23).

Wenn diese Versammlung an einem Ort wesensgleich ist mit der Versammlung, wie wir sie im Ratschluss Gottes finden, bedeutet es, dass sie auch die gleichen Kennzeichen tragen muss, ja trägt. Nennen wir an dieser Stelle nur einen - andere mögen in einer weiteren Folge kommen:

Kennzeichen der Versammlung - ewig und örtlich: der EINE Leib

In Epheser 4,4 heißt es: „Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung euerer Berufung.“ Das bedeutet, genauso, wie es nur den EINEN Heiligen Geist gibt, gibt es auch nur den EINEN Leib. Wer etwas anderes behauptet, sagt sozusagen zugleich, dass es auch mehrere Heilige Geister gibt - ein absurder und ungöttlicher Gedanke.

In der Konsequenz heißt dies jedoch auch, dass sich eine örtliche Versammlung nur dann wesensgleich mit der Versammlung des Ratschlusses Gottes verhält, wenn sie auf dieser Grundlage zusammenkommt - des EINEN Leibes. Eine örtliche Versammlung, die die Bibel als Maßstab ihres Handelns anerkennen will, kann niemals unterschiedliche Kirchen oder Gemeinden anerkennen - sie kennt ja nur den EINEN Leib.

Die biblische Einheit hat praktische Konsequenzen

Natürlich muss sie hinnehmen, dass es in der heutigen Zeit viele Kirchen und Gemeinden gibt - leider. Aber sie selbst nimmt nicht Partei für die eine oder andere - nein, sie stellt sich auf die biblische Grundlage, indem sie an dem EINEN Leib festhält - allen Gläubigen, die an diesem einen Ort wohnen. Das hat natürlich eine praktische Konsequenz für die praktische Gemeinschaft dieser Gläubigen, wie wir noch sehen werden.

An dieser Stelle ging es mir nur darum, auf die Wesensgleichheit hinzuweisen - auch in ihrer praktischen Konsequenz dürfen wir das nie aus den Augen und unseren Herzen verlieren!