Die Versammlung Gottes (6) – Seit wann gibt es die Versammlung überhaupt?

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Wahrscheinlich kann man auf die Frage nach dem „wann“ zwei verschiedene Antworten geben. Die erste steht mit den Worten des Herrn Jesus selbst in Verbindung. Er sagte vor 2000 Jahren zu seinen Jüngern: „Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen“ (Matthäus 16,18). Diesem Vers können wir entnehmen, dass die Versammlung zu dem Zeitpunkt, als der Herr Jesus redete, noch zukünftig war. Denn Er sprach davon, dass er die Versammlung erst noch bauen würde, nämlich in der Zukunft.

Voraussetzungen für den „Bau“ der Versammlung

Was musste dem Bauen der Versammlung noch vorausgehen? Der Herr Jesus musste erst noch sterben: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (Epheser 5,25). Es war nötig, dass Jesus Christus am Kreuz von Golgatha starb. Denn wir haben ja in der letzten Folge gesehen, dass die Versammlung in engster Verbindung mit dem Herrn Jesus selbst steht. Und Er konnte sich nicht mit einem Organismus verbinden, der durch und durch sündig ist. Nein, zunächst musste Christus für unsere Sünden und im Hinblick auf die in uns wohnende Sünde sterben!

Das allein aber reichte auch noch nicht. Wir lesen in 1. Korinther 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Es war also nötig, dass zunächst der Heilige Geist auf diese Erde kommen musste. Davor musste jedoch der Herr Jesus erst in den Himmel auffahren: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden“ (Johannes 16,7).

Tod, Auferstehung und Himmelfahrt

Bevor die Versammlung entstehen konnte, musste also Christus nicht nur sterben, sondern auch auferstehen und in den Himmel auffahren. Das war die Voraussetzung, um den Heiligen Geist auf die Erde zu senden. Und wann geschah das?

„Und als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie [die Jünger, Apostel] alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. ... Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt“ (Apostelgeschichte 2,1-4). Ganz offensichtlich am Pfingsttag nach der Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn – 10 Tage nach seiner Himmelfahrt – kam der Heilige Geist auf diese Erde. Und sofort lesen wir nicht mehr nur davon, dass hier einzelne Gläubige beisammen waren, nein sie alle wurden mit Heiligem Geist erfüllt, das ganze Haus war von der Gegenwart des Geistes Gottes geprägt.

Die Geburtsstunde der Versammlung – die Taufe mit einem Geist

Das also ist die Geburtsstunde der Versammlung, von der wir später durch den Apostel Paulus folgendermaßen lesen: „Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden“ (1. Korinther 12,13). Diese gemeinsame Segnung der Taufe mit dem Heiligen Geist – das ist nicht die Wassertaufe, wie häufig gedacht und gesagt und geschrieben worden ist – fand am Pfingsttag statt. Und jeder, der heute zu der Versammlung gehört, hat Anteil an dieser ein für allemal geschehenen Taufe, die vor knapp 2000 Jahren hier auf der Erde statt fand.

So alt also ist die Versammlung. Wir lesen aber an keiner Stelle, dass sie in irgend einer Weise die Nachfolge-„Organisation“ von Israel ist, oder dass sich irgend welche Verheißungen, die sich auf Israel beziehen, nunmehr in der Versammlung erfüllen werden. Nein – die Versammlung ist etwas ganz Neues, was Gott geschaffen hat.

Aber: vor Grundlegung der Welt

Und damit bin ich bei der zweiten Möglichkeit, diese Frage zu beantworten. Der Herr Jesus spricht in einem Gleichnis in Matthäus 13 von der Versammlung: „Das Reich der Himmel ist gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht; als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie“ (Matthäus 13,45-46).

Wie hat der Herr Jesus diese Perle gekauft? Indem Er gestorben ist. Gab es diese Perle da schon? Nein, und doch ja. Es gab zwar noch keinen Menschen, der zu der „Perle“ gehörte, aber der Herr Jesus kannte als der ewige Gott damals schon alle Menschen, die einmal zu dieser Perle, zu der Versammlung gehören würden. Er wusste die Schönheit damals schon „richtig einzuordnen“, auch wenn es noch keinen erretteten Menschen gab, der zu dieser Versammlung gehörte. Ja alle Menschen waren Sünder – aber sie würden durch das vollkommene Werk des Herrn Jesus vollkommen gemacht.

Die Versammlung war ein Geheimnis – ist keine Fortsetzung Israels

Und wann hat der Herr Jesus diese Versammlung für sich erwählt? Vor Grundlegung der Welt! „Die Versammlung, deren Diener ich geworden bin nach der Verwaltung Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden: das Geheimnis, das von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen offenbart worden ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses ist unter den Nationen, das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kolosser 1,24-17).

Viele Jahrhunderte und Jahrtausende lang gab es ein Geheimnis. Aber Gott schenkte es Paulus, dass er dieses Geheimnis über die Versammlung lüften durfte – und dadurch wissen wir, dass Gott schon vor den Zeitaltern diese Versammlung erwählt und gesehen hatte – und sie offenbart hat durch die Andeutung des Herrn Jesus und die Worte und Schriften des Apostels Paulus.

So alt ist die Versammlung in Wirklichkeit schon – viel älter als diese Erde. Aber die ersten Menschen, die zur Versammlung gehörten, das waren die 11 Apostel und die mit ihnen im Obersaal versammelt waren, wie wir in Apostelgeschichte 2 lesen. Und welch eine Gnade: Jeder, der heute an den Herrn Jesus glaubt, gehört ebenfalls dazu!

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