13.07.2003Versammlung / Gemeinde

Die Versammlung Gottes (11) – wer gehört zur Versammlung?

Zunächst einmal soll mit der Irrlehre aufgeräumt werden, nur Mitglieder einer bestimmten Kirchenorganisation oder christlichen Gruppe (Sekte) gehörten zur Versammlung (Kirche, Gemeinde). Nein, das sind allein menschliche Druckmittel, um Menschen in eine bestimmte Kirche oder Gruppe durch Drohung zu bringen oder mit Drohungen dort zu halten.

Die Bibel sagt: „Der Herr aber fügte täglich hinzu, die gerettet werden sollten“ (Apostelgeschichte 2,47). Wozu wurden sie hinzugefügt? Zur Versammlung. Schon in Vers 41 wird eine ähnliche Aussage gemacht und mit wichtigen Kennzeichen der Versammlung (Vers 42) verbunden. Und auch in Kapitel 4,32 lesen wir: „Die Menge derer aber, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele“ - ein weiteres wichtiges Kennzeichen der Versammlung, nämlich die Einheit.

Zur Versammlung gehören alle Gläubigen

Zur Versammlung gehören also alle gläubigen Christen, die die Errettung der Seele erlebt haben, indem sie Gott ihre Sünden bekannt haben und das einzigartige Werk des Herrn Jesus am Kreuz von Golgatha als für sich persönlich notwendig erachten, weil sie sonst in ihren Sünden gestorben wären im Gericht Gottes. Unter diesem Blickwinkel spielt es keine Rolle, in welcher Kirchenorganisation oder in welcher christlichen Gruppe man sich befindet. Entscheidend ist, dass man an den Herrn Jesus glaubt.

Und trotzdem gibt es in Bezug auf die Versammlung auch vor diesem Hintergrund drei Blickrichtungen:

Drei Blickrichtungen für die Versammlung Gottes

1. Die ewige Sicht:

Die Versammlung umfasst alle Gläubigen vom Pfingsttag an bis zur Entrückung. Es sind also alle Erretteten der Gnadenzeit, die schon gelebt haben, derzeit leben oder noch leben werden (vgl. Epheser 5,25.27).

2. Die zeitliche Sicht:

Unter dem zeitlichen Aspekt betrachtet, besteht die Versammlung aus allen Gläubigen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf der Erde leben (vgl. Eph 4,15.16; Kol 2,19), also zum Beispiel in diesem Augenblick. Gestern waren andere noch dabei, die schon heimgegangen sind, oder andere noch nicht dabei, die noch nicht errettet waren. Morgen ist es entsprechend umgekehrt.

Die Versammlung ist unter diesem Blickwinkel heute allerdings keine „sichtbare“ Versammlung mehr - jedenfalls nicht für unser menschliches Auge. Denn wir leben in einer Zeit, in der die Gläubigen in den verschiedenen christlichen Gruppen und Kirchen zersplittert sind. Und nach 2. Timotheus 2,19 weiß heute nur der Herr, wer wirklich sein ist. Viele Christen können wir als solche gar nicht erkennen, weil ihr christliches Leben durch die Welt und den Eigenwillen zugedeckt wird.


3. Die örtliche Sicht:

Das Neue Testament spricht an verschiedenen Stellen davon, dass die Gläubigen an einem Ort zusammenkommen. Denn sie leben ja dort. Deshalb werden alle Gläubigen an einem Ort als „die Versammlung Gottes“ dort gesehen (1. Korinther 1,2). Sie werden dann nicht „der Leib Christi“, wohl aber „Christi Leib“ genannt, weil sie als Versammlung die gleichen Charakterzüge aufweisen wie der ganze Leib Christi, die Versammlung. Aber auch örtlich gesehen kann man „die Versammlung“ heute kaum noch erkennen, weil die Zersplitterung das praktisch unmöglich gemacht hat.

Die Versammlung wird jedoch überall dort sichtbar, wo man „als Versammlung“ (1. Korinther 11,18) zusammenkommt. An den verschiedenen Orten, wo mehrere Gläubige versammelt sind in seinem Namen (Matthäus 18,20), stellt sich die Versammlung dar. Dort ist eine Art „Niederlassung“, die das Gesamte vertritt, dort wird das Globale örtlich sichtbar und damit erlebbar.