Der weltliche Rat Gamaliels


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(00:00:00) Der weltliche Rat von Gamaliel. In Apostelgeschichte 5 findet wir eine bemerkenswerte Begebenheit, wo die Apostel vor dem Synedrium verhört werden und ihnen erneut verboten werden soll, im Namen des Herrn zu reden. Aber Petrus und die Apostel, sie machen deutlich, man muss Gott mehr gehorchen als Menschen. Diese Jüdischen, dieses Synedrium, das war eben nicht Gottes Stimme, das war der Menschenstimme, das war nur eine menschliche Autorität, keine von Gott mehr eingesetzte Autorität, das ist eben anders als Regierung heute. Und ihr Rat, ihre Überlegung war rein menschlicher Art. Sie mussten Gott gehorchen, mehr gehorchen als Menschen. Wir wissen, dass wir auch Menschen gehorchen müssen, aber das ist jetzt hier nicht so das Thema. Die Apostel machen dann deutlich, dass die Person, nämlich der Herr Jesus Christus, in dessen Namen sie tätig waren, dass er von den Juden verurteilt worden ist und an ein Holz gehängt worden ist, ja sogar ermordet worden ist, was ihre Verantwortung betraf, (00:01:04) dass Gott aber ihn zum Führer und Heiland erhöht hat, um Israel, damals noch Israel besonders, Vergebung der Sünden zu geben, Buße und Vergebung der Sünden. Es war noch eine Möglichkeit für das Volk umzukehren. Nun, und als es da hin und her ging, dann stand ein besonderer Rabbiner auf, der einen großen Ruf hatte damals und über viele Jahrzehnte die Schulen prägte und der sagte zu den Leuten, zu den anderen im Synedrium, das war ja eine gespaltene Gesellschaft aus Pharisäern und auch aus Sadozäern, und er sagt ihnen, mal ganz vorsichtig, seht euch vorwegen dieser Menschen, Apostelgeschichte 5 Vers 35, was ihr tun sollt. Dann führt er zwei Beispiele an, ein Teutas, ein Judas, die haben auch Leute dahinter sich hergezogen, die waren auch solche Jesusse, aber die sind von selbst zerstreut worden. (00:02:02) Deshalb sage ich, steht mal ab und wartet mal ab. Schaut erst mal an, was daraus wird und dann kann man immer noch eine Entscheidung treffen. Zunächst mal wird damit deutlich, er selbst wollte keine Entscheidung für Jesus Christus, für den Herrn Jesus treffen. Er spricht da zwar von Gott, mal sehen, was Gott dann tun wird, aber für den Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, wollte er keine Entscheidung treffen. Das macht schon mal deutlich, dass er nicht als Gläubiger spricht und dass seine Beratung, sein Ratschlag auch nicht ein Glaubensratschlag ist. Denn im Unterschied zu Teutas und Judas hatte der Herr Jesus, war der Herr Jesus nicht nur gestorben, wie die beiden auch, sondern war auferstanden, es gab Zeugen seiner Auferstehung und darüber hinaus war die Bewegung immer größer geworden, war nicht immer kleiner geworden, sondern da waren immer mehr zum Glauben gekommen. Also jeder hätte sehen können, dass das von Gott war. Das wollte er nicht anerkennen. Aber was ist der Kern seines Rates? Abwarten. Man muss nicht sofort eine Entscheidung treffen, man muss nicht sofort zu einem Urteil kommen. (00:03:04) Wir können uns das Ganze mal anschauen. Und das ist ein Ratschlag, der auch heute oft gegeben wird. Da kommt jemand mit einer Lehre. Lass uns doch mal abwarten, was daraus wird. Ist das der rechte Ratschlag? Sagt nicht der Apostel Paulus zum Beispiel in 1. Korinther 14, dass wir, wenn etwas gepredigt wird, wenn etwas gelehrt wird, dass wir urteilen sollen, dass die anderen urteilen sollen? Wir schauen uns mal diesen Vers an in 1. Korinther 14. Da sagt der Apostel Paulus im Blick auf den Dienst in der Versammlung Gottes in Vers 29 Propheten aber lasst zwei oder drei reden und die anderen lasst urteilen. Da muss ein klares Urteil gesprochen werden. Wir können ja nicht sagen, naja, man kann ja mal abwarten. Da wird böse Lehre gebracht, ja, lass mal warten, wo das hinführt, ob wir dann was tun sollen. Da kommen Bewegungen inmitten der Gläubigen auf, lass uns mal abwarten. Das hat der Garmariel, das war doch schon der Lehrvater von Paulus, der kann ja gar (00:04:03) nicht so schlecht gewesen sein, lass uns mal abwarten und zuwarten, wie das auch gerne genannt wird. Und dann kann man ja immer noch früh genug eine Entscheidung treffen. Das kann schon nicht so schlimm sein, wenn es mal auch jetzt nicht so gut war. Nein, Gottes Wort fordert uns auf, zu prüfen, prüfe alles, nämlich das, was auf euch zukommt, das Gute haltet fest, sagt der Apostel Paulus. Das heißt, wir haben nicht den Auftrag zu warten und mal zu sehen, sondern wir haben den Auftrag, das, was auf uns zukommt, auch zu prüfen und zwar anhand des Wortes Gottes, so auch wie die Berührer das taten und das waren keine Gläubigen, das waren Juden, von denen das gesagt wird. In Apostelgeschichte 17 heißt es dort von den Juden in Berühr, Vers 11, diese aber waren edler als die in Thessalonik, sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich die Schriften untersuchten, ob dies sich so verhielte. Die sind jetzt Paulus gegenüber nicht irgendwie mit einem Misstrauen entgegengetreten, sondern (00:05:02) sie haben das bereitwillig aufgenommen zunächst mal, aber haben das dann sofort geprüft, ein Gotteswort, das müssen wir auch tun. Und dann müssen wir auch ein Urteil fällen, das müssen wir auch, sagen wir mal, wenn wir Ältere sind an einem Ort, dann müssen wir das unseren Jüngeren sagen. Wenn da jemand ist, der die Gabe hat, solche Dinge zu unterscheiden anhand von Gottes Wort, auch zu erkennen, dann ist er verantwortlich dafür, seinen Mitbrüdern am Ort oder wenn das so über den Ort hinaus geht, dann auch darüber hinaus in geeigneter Weise weiterzugeben. Wir haben also absolut die Aufgabe und die Verantwortung, das zu prüfen. Wollen wir uns für unseren Kindern, wie sollen wir da Rechenschaft abgeben, wenn wir sie einem Einfluss aussetzen, einer Belehrung aussetzen, einer Person aussetzen oder sogar noch unterstützen, die am Ende des Tages von dem Herrn wegführt? Das wäre doch fatal und das wäre absolut im Widerspruch zum Wort Gottes. Nein, der Rat Garmails war ein politischer Rat, das war ein Rat, wo man sich nicht jetzt (00:06:04) entscheiden musste, sich jetzt nicht gegen eine Seite in dem Synergium entscheiden musste, sich jetzt nicht für Jesus oder gegen Jesus entscheiden musste, sondern wo man das Ganze mal auf die lange Bank schieben konnte. Nun, in diesem Fall war die Hand Gottes dahinter bei Garmail, weil er wollte, dass die Apostel weiter tätig sein konnten und jetzt nicht in Gefangenschaft bleiben sollten, um dann womöglich noch hingerichtet zu werden. In unserem Fall sind diese Dinge vielleicht ganz unterschiedlich gelagert. Lasst uns festhalten, wir haben eine Verantwortung, anhand von Gottes Wort alles zu prüfen, was noch auf uns zukommt. Gerade wenn unsere jungen Menschen einer bestimmten Beeinflussung ausgesetzt sind, einer bestimmten Belehrungsschule ausgesetzt sind, dann müssen wir anhand von Gottes Wort sehen, wie Gott das beurteilt und müssen dann, falls nötig, zu den rechten Konsequenzen kommen, müssen ihnen das vorstellen. Wir müssen natürlich einer solchen Person, nehmen wir mal an, da ist jemand, der in falscher (00:07:03) Weise predigt, der falsche Lehren verbreitet, dann müssen wir demjenigen das sagen, müssen das aber nicht nur für uns klar sehen, sondern haben als Ältester am Ort oder in anderer Konstellation die Verantwortung, das auch weiterzugeben. Alles andere würde uns schuldig machen. Schuldig machen vor dem Herrn, der uns klar die Dinge vielleicht zeigt anhand seines Wortes, dass da Dinge nicht richtig sind. Wir würden uns schuldig machen an unseren Familien, die wir einfach da hineinlaufen lassen. Wir würden uns schuldig machen an den jungen Leuten, die wir nicht gewarnt haben und umgekehrt müssen sich natürlich dann jüngere Leute oder auch Geschwister, die sich mit so einem Thema nicht so auseinandergesetzt haben, müssen sie einen solchen Rat auch ernst nehmen und sollten nicht denken, naja, das muss ich alles selber prüfen. Naja, natürlich soll man selber prüfen, soll man sich in die Lage versetzen, aber wenn man eben jetzt sich die Zeit nicht nimmt oder auch merkt, dass man die Dinge nicht so durchschaut, dann darf man ruhig und dann sollte man, dafür hat der Herr am Ort und (00:08:05) darüber hinaus solche Diener gegeben, sollte man ihnen vertrauen, dass sie einem in gutwilliger Weise auch das zeigen und vorstellen, was Gottes Wort als Urteil über bestimmte Dinge hat. Wir sind verantwortlich und dieser Verantwortung sollten wir nachkommen und nicht diesen weltlich so eingängigen, so eigentlich verführerischen Gedanken von Gamaliel, ja, lass doch mal abwarten, was daraus wird folgen. Nein, Gott erwartet von uns, dass wir ein Urteil abgeben und dass wir auf der Grundlage der Schrift, das ist natürlich immer die Bedingung, zu einem solchen Urteil kommen.
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