15.08.2008 Ehe & Familie

Womit nerven Eltern?

Kürzlich las ich eine Umfrage eines sogenannten christlichen Magazins. Dafür wurden Kinder befragt, womit ihre Eltern sie am meisten nerven. Natürlich sind die Antworten irgendwo interessant. Aber letztlich stellt allein diese Befragung eine Umkehrung des biblischen Prinzips dar: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn, denn das ist recht“ (Eph 6,1).

Eltern sind ihren Kindern keine Rechenschaft schuldig. Wenn wir das verstehen würden, würden wir solche Umfragen lassen und Kindern nicht das Gefühl vermitteln, sie hätten das Recht, ihre Eltern zu kritisieren und zu korrigieren. Das steht ihnen nicht zu. Jeder Versuch, die Autorität der Eltern zu schwächen, richtet sich letztlich gegen Gott. Denn Er hat den Eltern ihre Autorität übertragen.

Wenn ich dennoch auf diese Umfrage eingehe, dann deshalb, weil sie zeigt, wie wir als Eltern manchmal gestrickt sind. Dabei muss man berücksichtigen, dass diese Frage nicht nur Jugendlichen, sondern auch „erwachsenen Kindern“ gestellt wurde. Eltern drängen auf beruflichen Erfolg (10%). Das ist doch interessant. Man muss sich fragen, ob Eltern der berufliche Erfolg der Kinder wichtiger ist als ihr Glaube und ihr geistliches Wohlsein? Beten wir für das Abitur unserer Kinder und Enkelkinder, oder für ihre Festigkeit im Glaubensleben?

Eltern protzen vor anderen, wie toll ihre Kinder sind (10%). Ist das nicht bei uns allen eine Gefahr, die wir Kinder oder auch erwachsene Kinder haben? Wenn unsere Kinder schon vor der Schulzeit lesen können, flechten wir das so nebenbei ein. Wenn sie nur mit 1en nach Hause kommen, wird das sicher nicht unerwähnt bleiben können. Wenn sie im Sport oder in Musik sehr begabt sind, werden das die anderen schon merken. Wenn alle unsere Kinder studieren, sollte das niemand übersehen. Oder wenn sie sehr erfolgreich im Beruf sind, muss man das ja mal angesprochen haben dürfen … Noch schlimmer ist es, wenn wir über „geistliche Errungenschaften“ nach außen sprechen. Vielleicht eine besondere geistliche Begabung? Das sollte man nicht unerwähnt lassen, oder?

Schließlich: Sie kümmern sich nicht um einen (6%). Das allerdings wäre sehr schade, wenn wir uns nicht mehr um unsere Kinder kümmern würden. Ältere Frauen sollten „die jungen Frauen unterweisen, … ihre Kinder zu lieben … mit häuslichen Arbeiten beschäftigt“ zu sein (Tit 2,4). Das gilt bis heute.

Was wohl die eigenen, unsere Kinder antworten würden, wenn sie gefragt würden?