16.06.2018 Matthäus | Jesus Christus / Gott

Sohn des Königs - Sohn Gottes

Der Herr verbindet in der Begebenheit von der Doppeldrachme seine Herrlichkeit als Jahwe, Emmanuel, mit der Herrlichkeit des Messias. Denn im Blick auf die Tempelsteuer, weswegen die Einnehmer der Doppeldrachme auf Petrus zukommen, ist der Herr der Sohn Gottes, der sich seinem Volk gegenüber als Jahwe offenbart hat. In seiner Begründung aber spricht der Herr von den Königen der Erde. Er selbst war König – aber nicht irgendeiner: Er war der Messias Gottes, der Gesalbte. Gerade deswegen passt diese Begebenheit so gut in dieses Evangelium. Zudem konnten Juden und Christen, die aus dem Judentum stammten, diese Hinweise über die Tempelsteuer besonders gut verstehen. Matthäus muss daher für sie auch keine weiteren Erläuterungen dazu machen.

Wir sehen an dieser Begebenheit auch, dass der Herr der Schöpfer ist. Das hängt natürlich mit seiner Allmacht eng zusammen. Er bestimmt über seine Geschöpfe, das sind hier die Fische. Er bestimmt über das Geld. „Mein ist das Silber und mein das Gold, spricht der Herr der Heerscharen“ (Hag 2,8). Er offenbart sich als der, durch den und für den alle Dinge geschaffen worden sind (Kol 1,16; Heb 1,3). Dennoch staunen wir darüber, dass Er sich auch als Schöpfer so demütig und unterordnend verhält.

a)  Dieser Schöpfer ordnet sich als Mensch den irdischen Obrigkeiten unter (Vers 27 b).

b)  Dieser Schöpfer ist so demütig, dass Er sich auf die Stufe von Petrus stellt und diesen auf seine Stufe erhöht: In der Person von Petrus versetzt Er seine Jünger in sein eigenes Verhältnis zu seinem himmlischen Vater, und das im Blick auf den Gott, der in dem Tempel angebetet wurde.

c)  Dieser Schöpfer wird von seinem Volk verachtet und verworfen. Doch auch als Verworfener identifiziert Er sich weiter mit den Seinen und zeigt, dass Er ein Sohn seines Volkes ist und bleibt. Aber war Er nur ein „Sohn seines Volkes“? Nein, Er war sein König, Gott selbst, Jahwe.

d)  Wenn der Herr von Söhnen spricht, kann Er sich nicht auf Söhne des Volkes Israel im Allgemeinen beziehen. Denn vom Volk wurde ja die Steuer erhoben. Er bezeichnet sich somit als Sohn dessen, dem der Tempel gehörte, als Sohn Gottes. Dennoch ist Er, der Sohn, bereit, die Tempelsteuer zu bezahlen. Zudem verbindet Er Petrus nicht nur mit sich selbst, sondern macht sich mit diesem eins, als ob sie beide „Söhne“ auf einem gleichen „Rang“ wären.

In Kapitel 18 im Anschluss an diese Begebenheit lesen wir, dass dieser König seinen Jüngern eine Belehrung über Erniedrigung und Demut gibt. Hier zeigt Er zuvor seine moralische Größe und seine freiwillige Erniedrigung.