Leben und Sterben

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Der Mensch musste nicht sterben!

Sterben gehörte nicht immer zum Leben des Menschen. Adam und Eva wurden nicht geschaffen, um sterben zu müssen. Das unterscheidet sie von den Tieren. Von diesen heißt es: „Diese aber, wie unvernünftige, natürliche Tiere, geschaffen zum Fang und Verderben“ (2. Pet 2,12). Tiere sind geschaffen worden für den Menschen. Sie leben und sterben. Gott sagt das von ihnen. Nicht vom Menschen.

Adam und der Tod

Adam musste erst sterben durch die Sünde. „Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben“ (1. Mo 2,16.17). Adam hätte nicht sterben müssen. Aber durch das Essen von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen unterlag er dem Todesurteil und nach ihm alle Menschen.

Heute

Auch heute gibt es keinen Menschen, der nicht sterben muss. Früher oder später. Dass es das Wunder der Himmelfahrt bei Henoch und bei Elia gab, dass es dieses Wunder für alle diejenigen geben wird, die auf der Erde leben, wenn der Herr Jesus wiederkommen wird (1. Thes 4), ist eine göttliche Ausnahme. Aber sie entkräftigt nicht die Regel für alle (anderen) Menschen. Sie müssen sterben.

Das heißt, das einzige, was wir tun können, ist dieses Sterben aufzuschieben. Mehr kann der Mensch nicht. Seine Ohnmacht im Blick auf den Tod erweist sich aktuell auf sehr deutliche Weise. Alles wird getan, um den Tod aufzuschieben. Und doch sterben täglich weiter 2.700 (oder mehr oder weniger) Menschen. Ob mit Impfstoff oder ohne, ob mit Lockdown oder ohne. Ob mit geschlossenen Altenheimen oder ohne.

Schlussfolgerung

Heißt das man soll leben, wie man will? Heißt das, jede Schutzmaßnahme zum Bewahren des Menschen ist sinnlos? Natürlich nicht. Uns ist doch auch nicht egal, ob unsere Häuser einem Wind und Sturm standhalten oder nicht. Uns ist auch nicht egal, ob unsere Felgen an dem Auto festgemacht sind oder jeder Zeit wegrutschen können.

Aber wir müssen anerkennen, dass wir den Tod nicht verhindern können. Wir können ihn – womöglich – ein stückweit aufschieben. Dadurch gibt es für den einen noch eine weitere Zeit Jesus Christus als Retter anzunehmen, für andere, zu Gott umzukehren, für wieder andere, ein Leben zur Ehre Gottes fortzuführen.

Einsatz wofür?

Lohnt es sich, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Tod für vielleicht sechs Monate oder ein Jahr aufzuschieben? Der Herr war nicht bereit, vorzeitig nach Bethanien zu gehen, um den Tod von Lazarus aufzuhalten. Es gab ein übergeordnetes Motiv, das der Verherrlichung Gottes (Joh 12). Paulus hat kein Wunder getan, um Epaphroditus am Leben zu erhalten, aber Gott erbarmte sich über diesen Diener des Herrn (Phil 2).

Es ist interessant, dass der Psalmist (Ps 91,6) davon spricht, dass es eine Pest gibt, die im Finstern umgeht, und eine Seuche, die am Mittag verwüstet. Was kann man dagegen tun? Nichts! Denn sie geht Wege, die ein Mensch letztlich nicht zustellen kann.

Sterben ist Gewinn

Wir müssen damit rechnen, dass dann, wenn der Herr Jesus nicht vorher wiederkommt, wir noch durch den Tod gehen müssen. Paulus hatte davor keine Angst. „Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn“ (Phil 1,21). Gewinn! Sehen wir das noch so? Paulus wusste, dass Sterben schmerzhaft sein könnte. Für ihn war das offensichtlich besonders der Fall. Niemand freut sich, wenn er womöglich den Löwen vorgeworfen wird ... Aber er freute sich darauf, bei Christus zu sein. Es war Gewinn.

Er wollte bei seinem Herrn sein, nicht diesem davonlaufen. Er hatte Vertrauen, dass der Herr ihn zur rechten Zeit dorthin bringen würde, nicht, ihn davon abhalten würde. Was mag Sterben für uns sein? Haben wir Vertrauen, dass es uns zu Christus bringt? „Denn es ist weit besser“ (Phil 1,24).

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