Suizid – ein Ausweg für Notlagen?


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(00:00:00) Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast über das Thema Suizid, allgemein hin auch Selbstmord genannt. Anlass ist, dass das Verfassungsgericht das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe, also der Hilfe für einen Suizid, als nichtig erklärt hat. Nun geht es nicht um dieses Thema für uns, denn ein Christ wird ohnehin nicht irgendwie gewerbsmäßig versuchen, anderen bei dem Suizid zu helfen. Lasst uns zunächst einmal darüber nachdenken, wie wir das nennen. Manche nennen es Freitod, aber kann ein Christ Suizid Freitod nennen? Wir wollen nicht vergessen, dass wir es mit Jesus Christus als unserem Schöpfer zu tun haben, dass Gott unser Schöpfer ist. Der Herr Jesus wird in Matthäus 16 von Petrus durch eine ausdrückliche Offenbarung Gottes des Vaters der Sohn des lebendigen Gottes genannt. (00:01:04) Das heißt für die Juden war klar, dass er der lebendige Gott selbst ist, Gott selbst ist. Warum wird er lebendiger Gott genannt? Weil er die Quelle des Lebens ist, weil er derjenige ist, der Leben gibt und Leben nimmt, weil er derjenige ist, der Leben erhält. Oder wie wir es im Neuen Testament auch lesen, dass er der Erhalter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. 1. Timotheus 4 Vers 10. Wir hoffen auf einen lebendigen Gott, auch noch einmal lebendig, den lebendigen Gott, der ein Erhalter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen. Das heißt gerade wir Gläubigen, wir sollten ein Vertrauen auf Gott haben und uns nie in den scheinbaren, nicht den wirklichen, den scheinbaren Ausweg des Suizids, des Selbstmordes begeben. Nein, das ist kein Freitod. Wir haben nicht das Recht zu entscheiden, ob wir aus dem Leben gehen oder nicht. Wir haben einen (00:02:04) Schöpfer, dem wir verantwortlich sind. Ihm allein gehört das Recht, das Leben eines Menschen zu beenden. Ja, es gibt Menschen, die in großer, sehr großer Not leben, die solche Krankheiten haben, die für uns, die wir damit nichts zu tun haben, unerträglich erscheinen, die wir auch nicht irgendwie nachvollziehen können. Und darüber spricht der Apostel Paulus. Er selbst hat schon mal am Leben verzweifelt. So schwierig war die Situation, aber er hat weiter auf Gott vertraut. Er sagt in Römer 8, dass diese Schöpfung, in der wir leben, der Nichtigkeit unterworfen ist, dem Verfall unterworfen ist. Und dass so wie die Tiere, wie die Pflanzen leiden unter dem Sündenfall, natürlich auch wir Menschen durch Krankheiten, durch unheilbare Krankheiten, vielleicht durch so etwas auch wie ein Fatigue-Syndrom, Situationen erleben, wo wir verzweifeln. (00:03:05) Dann wissen wir aber, und das sagt Paulus uns in Römer 8 Vers 26, dass der Geist sich unserer Schwachheit annimmt. Ja, dann ist man schwach, dann weiß man nicht mehr weiter. Denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt. In so einer Situation kommt man in die Situation, dass man gar nicht mehr weiß, was soll ich beten eigentlich? Soll ich bitten, dass er mich heimruft? Und das ist das naheliegende. Soll ich bitten, weil ich noch eine Aufgabe hier habe, vielleicht Menschen von dem Evangelium zu sagen, hier zu bleiben? Wir wissen nicht, wie wir, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt. Aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern. Da ist der Geist Gottes, der unser Seufzen, unsere Kraftlosigkeit, wo wir nicht mal mehr wissen, was wir, wie wir beten sollen, aufnimmt und in einer gottwohlgemäßen, wohlgefälligen Weise dann auch gewissermaßen vor Gott bringt. Er ist ja selbst Gott, aber bringt es vor (00:04:05) den Vater, der uns liebt, der die richtige Entscheidung trifft für unser Leben, der weiß, was für uns gut ist, was wir brauchen. Lasst uns nie versuchen, diesen, wie gesagt, scheinbaren Ausweg der Suizid zu nehmen. Ja, wir finden Gottesmänner, die mit dem Tod konfrontiert waren. Denken wir an David im Psalm 18. Da schreibt er, Vers 5 lesen wir das, mich umfingen die Fesseln des Todes und die Ströme Belials erschreckten mich, die Felsen, nein, die Fesseln des Scheol umringten mich, die Fallstricke des Todes ereilten mich. Das heißt, er hatte wirklich mit dem Tod zu tun. Er war konfrontiert mit Feindschaft, vielleicht Ausweglosigkeit, menschlich gesprochen, wo er nicht mehr weiter wusste. Und dann lesen wir, in meiner Bedrängnis rief ich zu dem Herrn und ich schrie zu meinem Gott. Er hörte aus seinem Tempel meine (00:05:04) Stimme und mein Schreien vor ihm kam in seine Ohren. Wir lesen nicht, dass er befreit worden wäre sofort. Wir lesen nicht, wie die Lösung hier gewesen ist. Aber Gott hörte. Gott hört auch bei uns. Gott kümmert sich auch um dich und um mich. Wenn wir an Suizid denken, in Gottes Wort, dann finden wir, dass Ungläubige ihn begangen haben. Saul, Ahitophel und auch Judas Iskariot. Soweit ich das überblicken kann, finden wir keinen Gläubigen, der das getan hat. Nicht, dass wir heute sagen könnten, dass ein Gläubiger nicht in eine solche Situation kommen könnte und dann auch tatsächlich Suizid begeht. Aber für einen Gläubigen ist das einfach kein Weg. Heute liest man in Medien, dass es sogar unter ungläubigen Menschen ein positives Argument gibt, was sie dafür anbringen. Ich kann ja Gutes damit tun, indem ich dann schon vorweg sage, dass meine Organe (00:06:04) für eine Organspende gegeben werden können. Als ob damit der Suizid irgendwie besser würde. Das ist ein seltsames Argument. Ich tue etwas Böses, aber begründe es mit einem guten Argument. Auf einer völlig anderen Ebene natürlich. Aber habe ich das jetzt immer wieder gehört, dass Frauen ihre Haare abschneiden und dann sagen, das Gute daran ist ja, dass Krebspatienten dadurch Haare bekommen könnten. Als ob sie damit den Ungehorsam gegenüber 1. Korinther 11, wo Gott ausdrücklich sagt, dass er der Frau das lange Haar gegeben hat, eben nicht das Haar zum Abschneiden. Als ob man diesen Ungehorsam damit sozusagen ins Positive ziehen könnte. Und bei dem Suizid ist das natürlich auch so. Wie kann ich etwas Böses, etwas tun, was Gott absolut nicht gut heißt, indem ich es begründe (00:07:03) damit, dass es doch etwas Gutes, einen guten Zweck dafür gibt. Nein, wir wollen auf Gott vertrauen. Ich möchte das gerade solchen sagen, die wirklich in Notsituationen sind. Gott ist da und der Herr Jesus ist da und er steht euch zur Seite. Ihr könnt das nicht fühlen, ihr könnt das nicht empfinden, aber ihr wisst das durch Gottes Wort. Und es gibt solche, die für euch beten, wenn ihr euch anderen anvertraut, wenn sie wissen um eure Notsituationen. Und wir, die wir von Freunden, von Gläubigen, überhaupt von Menschen hören, die sich in solchen Notsituationen befinden, haben wir ein Herz für sie, stehen wir ihnen zur Seite. Ich finde das bei Hiob so schön, dass da Freunde waren, die eine Woche lang bei ihm saßen und einfach geschwiegen haben. Ja, sie haben nachher manche Fehler gemacht, aber sie hatten ein Herz für ihn. Sie wollten ihn nicht allein lassen in dieser elenden Situation. Sind auch wir da für unsere Mitgläubigen, für unsere Mitmenschen, um ihnen zu helfen, tatkräftig, vielleicht auch schweigend, (00:08:04) aber für sie zu beten und Zeit für sie zu investieren. Suizid ist ein Thema, was jetzt wieder in den Mittelpunkt des Geschehens rückt, durch diese Entscheidung. Lasst uns das nie als Ausweg nehmen, aber lasst uns immer anderen zur Verfügung stehen, ein Herz haben für sie, tatkräftig zur Seite zu stehen, für sie zu beten und sie auf den liebenden Gott hinzuweisen, der da ist und der sie hört und der ihnen beisteht, der ihnen Kraft für jeden Tag aufs Neue gibt. Das wünsche ich dir, wenn du an einer solchen Situation bist und uns, dass wir zur Seite stehen und wirklich mithelfen.
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