Gewinnt das Herz!

Lesezeit: 1 Min.

Es ist auch nicht die Gerechtigkeit, die unter den Heiligen Gottes herrscht, sondern die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben (Römer 5,21). Ach, wie viele Sünden, die hätten weggewaschen werden können (Johannes 13), sind behalten worden! Wie viele Geschwister, die für Gott und für uns hätten zurückgewonnen werden können, sind uns für immer entfremdet worden, weil wir bloß auf ihr Gewissen eingehämmert und nicht ihr Herz gewonnen haben - uns um ihr Herz, möchte ich sagen, fast gar nicht bemüht haben.

Wir haben das Böse nicht überwunden, weil wir es nicht mit dem Guten überwunden haben. Wir haben bereitwillig den Stuhl des Richters eingenommen und haben unsererseits Gericht empfangen, aber das demütige Werk des "Lehrers" (Joh 13,14) haben wir wenig getan.

Wie wenig verstehen wir immer noch, dass ein bloßes Handeln nach Gerechtigkeit - so völlig gerecht es auch sein mag - nicht die Wiederherstellung von Seelen bewirkt. Das Gericht, auch wenn es noch so gemäßigt und richtig ist, wird die Herzen, deren schlechter Zustand vor Gott ja gerade durch die Tatsachen des Falles zutage getreten ist, weder beeindrucken noch erweichen, noch bereit machen, Unterweisung anzunehmen. Der Mensch ist nicht nur Gewissen; und wenn das Gewissen ohne das Herz erreicht wird, wird es dasselbe tun, was es mit dem ersten Sünder unter den Menschen tat: ihn wegtreiben unter die Bäume des Gartens, um der unwillkommenen Stimme zu entfliehen.

Beitrag teilen
Stichwörter

Verwandte Artikel

Nichts Böses vergelten, sondern ehrbar leben (Röm 12,17) Manuel Seibel Auch als Gläubige stehen wir in Gefahr, Böses mit Bösem zu vergelten. Denn unser Fleisch, die sündige, alte Natur, ist noch immer vorhanden und möchte sich rächen. Das aber möchte der Herr gerade nicht. Zudem ist es sein Wille, dass wir ein ... Podcast anhören
Gutes tun Manuel Seibel "Alles nun, was irgend ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso! Denn dies ist das Gesetz und die Propheten" (Mt 7,12) - eine kurze Andacht. Artikel lesen
Das Böse verabscheuen - das Gute festhalten (Röm 12,9.10a) Manuel Seibel Wie schwer fällt es uns oft, das Böse wirklich zu meiden, es zu hassen. Und noch schwerer fällt uns meistens, dem Guten nachzujagen und es festzuhalten. Aber es lohnt sich und ist segensreich. Podcast anhören
Goldene Äpfel in silbernen Prunkgeräten - wahre Herzensgröße John Nelson Darby Der Apostel kommt in 2. Korinther 7 ab Vers 2 auf seine eigenen Beziehungen zu den Korinthern zurück - Beziehungen, die durch das Wort seines Dienstes gebildet worden waren. Artikel lesen
Wer ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Frederick W. Grant Die Hand des Vaters ist in allen Dingen, denen wir auf unserem Wege begegnen. Artikel lesen
Wohlgefallen oder Gräuel Michael Vogelsang Die Bibel zeigt uns an vielen Stellen, wie Gott unser Verhalten beurteilt. Dabei erstreckt sich das Urteil Gottes von „Wohlgefallen“ bis „Gräuel“. Wie schön wäre es, wenn Gott über unser Leben sagen könnte: „So werde ich Wohlgefallen ... Artikel lesen