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Für viele Christen ist es nichts Neues, dass die Bibel dazu aufruft, Buße zu tun. Wer das Johannesevangelium durchliest, wird allerdings bemerken, dass das Wort „Buße“ dort kein einziges Mal auftaucht. Dabei ist es gerade dieses Buch, das geschrieben wurde, „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen“ (Joh 20,31). Auch in den Briefen des Johannes finden wir „Buße“ nicht erwähnt. Auch nicht im Römerbrief, in dem wir ja das Evangelium Gottes in umfassender Weise vorgestellt bekommen. Dort wird das Wort „Buße“ nur ein einziges Mal erwähnt, nicht jedoch als Aufruf, Buße zu tun, sondern als eine Wirkung der Güte Gottes.

Heißt das nun, dass wir heute doch keine „Buße“, keine Sinnesänderung nötig hätten? Natürlich nicht! Es bewahrt uns allerdings davor zu meinen, dass sich der Mensch mit Bußübungen oder dergleichen passend machen könnte für den Himmel. Zugleich macht es deutlich, dass die Sinnesänderung – ein anderes Wort für Buße – und der Glaube an den Herrn Jesus Christus beides unabdingbare Voraussetzungen für eine Umkehr zum Herrn Jesus sind – beides gehört zusammen.

Wenn dem Gefängnisleiter in Philippi (Apg 16) gesagt wird: „Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus“, dann fehlt in der Botschaft von Paulus nicht etwa der Aufruf zur Buße. Der Glaube an diese herrliche Person Christi ist es, der uns heute rettet, denn wer vor Ihm steht, der kann nicht anders, als sein bisheriges Leben zu verurteilen, also Buße zu tun. So dürfen wir verstehen, dass die Sinnesänderung Teil des rettenden Glaubens ist. Nur, wer traurig ist über sein vorheriges, sündiges Leben, wird den Herrn Jesus im Glauben als Retter annehmen.

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