14.02.2006Persönlicher Glaube | Versammlung / Gemeinde

Empörung vom Hörensagen – ohne Kenntnis urteilen

Die aktuellen Proteste

In den letzten Tagen und Wochen geht es in der arabischen Welt hoch her. Die Karikaturen von Mohammed haben zu Krawallen geführt. Jetzt hat eine Zeitungskarikatur, bei der eigentlich der WM-Einsatz der Bundeswehr aufs Korn genommen wurde, zu großen Verwerfungen im Iran geführt. Inzwischen gibt es Wut-Mails und Morddrohungen gegen den Zeichner - meist von Leuten, die das Bild nicht einmal gesehen haben.

Das Hörensagen - eine echte Gefahr!

Aus dem Hörensagen zu urteilen - das kann auch Christen sehr leicht passieren. Wobei passieren sicherlich der falsche Ausdruck ist. Wie oft haben wir etwas „gehört“. Und im nächsten Gespräch geben wir das Ganze als „Wahrheit“ wieder und weiter, ohne irgendetwas davon überprüft zu haben.

Wir erinnern uns an Gottes Wort: „Deshalb, da ihr die Lüge abgelegt habt, redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten” (Epheser, Kapitel 4, Vers 25). An anderer Stelle heißt es: „Du weißt, dass unser Zeugnis wahr ist” (3. Johannesbrief, Vers 12). Und Paulus ermahnt die Philipper: „Alles, was wahr ... ist, dies erwägt” (Philipperbrief, Kapitel 4, Vers 8).

Prüfen - unser Auftrag!

Es ist gut, die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen! Wir haben davon gehört, dass jemand zu einer bestimmten Veranstaltung gekommen sein soll. Wir halten vielleicht von dieser Veranstaltung oder den Ausrichtern nichts. Was machen wir mit dieser Information? Ist unser Drang, ans Telefon zu gehen, um einem Freund zu sagen: „Hast Du schon gehört? ...“?

Oder verifizieren wir die Aussage, bevor wir sie weitergeben. Zum Beispiel, indem wir mit jemandem sprechen, der vor Ort war. Indem wir den anrufen, der angeblich da gewesen ist. Vielleicht war er da. Aber kürzlich habe ich erlebt: Nein, er war nicht da. Und dann setzen wir eine Unwahrheit in die Welt - und schaden möglicherweise: der betroffenen Person; den Ausrichtern der Veranstaltung. Selbst ein Bekenntnis kann dieses Gerücht nicht wieder zurückrufen!

Negatives weiter unter Volk bringen?

Auch aus dem zwischenmenschlichen Bereich können wir manchmal Dinge hören, die uns spannend zum weitergeben vorkommen. Wissen wir, ob sie wahr sind? Und ist es gut, über diese Dinge zu reden? Manche Frage, die wir uns stellen könnten und sollten, bevor wir - als mehr oder weniger Unwissende und vom Hörensagen - darüber reden.

Für uns sollte zutreffend sein, was der Körnig Xerxes tat: „Und die Sache wurde untersucht und wahr gefunden” (Esther, Kapitel 2, Vers 23).