17.08.2009Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

Kinder und das Internet

Immer mehr Untersuchungen widmen sich dem Phänomen, wie der Umgang von Kindern mit dem Internet aussieht und wie Eltern einen guten Einfluss zum Wohl der Kinder üben können. Denn das Kinderzimmer wird schon längst nicht mehr durch die vier Wände begrenzt, die man sehen kann. Der Computer öffnet den Weg in viele Alternativ-Welten. Da sind zum einen die Spiele, die zwar eine Alternativ-Welt öffnen, den Nutzer aber immerhin noch irgendwie im Zimmer belassen. Und dann gibt es die Online-Spiele und Chats und Plattformen, die junge Menschen in die Welt lassen und sie mit Bekannten und Unbekannten kommunizieren lassen, von denen wir Eltern dann oft keine Ahnung mehr haben. Wenn wir uns nicht die Zeit nehmen, diese Reise mitzumachen, um wenigsten eine gewisse Vorstellung zu haben, was unsere Kinder eigentlich so treiben.

Alternativ-Welten sind gefährlich für Kinder. Sie sind deshalb gefährlich, weil sie ein „Second Life" ermöglichen, das Leben in einer virtuellen Realität ohne Erdung. Man kann dort Beziehungen eingehen und wieder beenden, ohne mit dem- oder derjenigen, von dem man gar nicht weiß, ob er oder sie wirklich männlich oder weiblich ist - je ein Wort geredet zu haben. Man scheint real zu sein, ist es aber nicht. Und dadurch lernt ein junger Mensch nicht, sich in der Wirklichkeit nach (biblischen) Normen zu verhalten. Man muss auch in der Realität lernen, einmal „nein" zu sagen, wenn etwas gegen Gottes Wort verstößt. Das lernt man nicht durch das Schreiben von „nein" im Internet. Dazu muss man jemandem auch einmal in das reale Gesicht „nein" gesagt haben. So führt das Internet und seine vielfachen Verästelungen zu einer inneren Vereinsamung (trotz vieler Kontakte) und zur Abnabelung von der Wirklichkeit.

Wissen für uns Ältere ist schon gut. Aber es reicht nicht aus. Wir müssen uns mit unseren Kindern und ihrem Leben beschäftigen. Dafür ist David mit seiner Familie ein gutes, leider ein negatives Beispiel. Es hat den Anschein, dass David nach und nach schon wusste, was los war in seinem Haus. Aber wir lesen in Bezug auf seinen Sohn Adonija zum Beispiel: „Und sein Vater hatte ihn, solange er lebte, nicht betrübt, dass er gesagt hätte: Warum tust du so?" (1. Kön 1,6).

Mit anderen Worten - wir müssen wissen, was unsere Kinder tun, und wir müssen mit ihnen darüber reden, damit sie nicht auf Wege geraten, von denen wir dann keine Ahnung haben, die wir nicht einschätzen können und wo sie uns direkt abhängen. Das kostet Zeit und Energie. Allein schon deshalb, weil uns etwas Älteren diese „Welt" sehr fremd ist, allein schon technisch. Es gilt auch nicht, alles schlecht zu reden, was es für die jungen Menschen in der Online-Welt gibt. Es geht darum, mit Maß einen Weg zu finden, auf dem die jungen Menschen das für ihre Ausbildung notwendige Rüstzeug in der Internet-Welt lernen, zugleich aber ihre tiefen Wurzeln in der realen Welt haben - nicht in dem System Welt, sondern in der Realität. Ganz wesentlich ist, dass sie hier die richtigen Freunde kennenlernen und mit ihnen Freundschaften pflegen. Dass es sich hier nur um gläubige Freunde handeln kann, sollte klar sein. „Wer nun irgend ein Freunde der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes" (Jak 4,4) - das wollen wir jungen Menschen mitgeben, die in der ungläubigen Online-Welt ihre Freunde suchen. Aber es gilt auch für die Realitäts-Welt ...

Wohl uns, wenn wir als Eltern nicht nur die vier Wände unserer Kinder kennen und behandeln, sondern auch die virtuellen Wände. Wer weiß, was wir morgen noch alles kennenlernen müssen ... Blasen gibt es nicht nur auf Aktienmärkten, sondern es gibt auch Online-Blasen in einer virtuellen Welt. Wir brauchen nicht alle Gefahren zu kennen. Aber wir sollten wissen, dass die virtuelle Welt sehr verführerisch ist, nicht nur in sexueller Hinsicht.