31.05.2008 Matthäus | Persönlicher Glaube

Aus Steinen Kinder erwecken

Johannes der Täufer hatte den Auftrag, den Pharisäern und Sadduzäern Gericht anzukündigen und sie zur Buße aufzurufen. Aber damit ist seine Botschaft noch nicht zu Ende. Diese Führer Israels hatten sich auf „ihren Vater“ Abraham berufen. Johannes lehnt ihren Anspruch jedoch ab. „Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag.“ Mit anderen Worten: Ihr nennt Euch zwar Kinder Abrahams. Aber Ihr seid es nicht. Doch Gott wird dem Abraham Kinder erwecken, und wenn Er es aus diesen Steinen tun muss.

Wofür stehen die Steine hier? Offenbar will Johannes der Täufer damit den Gegensatz zwischen den Nachkommen Israels und den Heiden illustrieren, die diese Steine versinnbildlichen. Die Heiden hatten keinen Anspruch auf die Verheißungen Abrahams; sie waren und lebten in der Finsternis. Aber Gott würde sie erwecken, weil Ihn sein eigenes Volk mit einem Herzen, dass nicht Buße tun wollte, ablehnte.

Hat der Geist Gottes für diese Erweckung aus Steinen nicht in Matthäus 2 schon ein Beispiel durch die Magier gegeben, die nicht zum Volk Gottes gehörten? Sie aber waren in den Augen Gottes die wahren Nachkommen Abrahams. Ihrer würde sich Abraham nicht schämen, wohl aber dieser Pharisäer und Sadduzäer. Wenn die Juden den Herrn verwerfen würden, würden „die Steine schreien“ (Lk 19,40), wie sie es durch die Magier taten, die vor Jesus niederfielen und Ihm huldigten. Gott konnte „Steinen“ Leben geben auf dem so einfachen Grundsatz des Glaubens. Nur solche, die im Glauben leben, sind wirklich Kinder Abrahams (vgl. Röm 4,16; Gal 3,29). Wie groß ist die Gnade Gottes!