18.01.2019 Jakobus | Menschliches Zusammenleben

Die Zunge

Gibt es irgendjemand, der noch nie gewünscht hätte, er könne seine Worte zurücknehmen, die er soeben ausgesprochen hat? Jakobus 3,2 erinnert uns daran: „Wir alle straucheln oft. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib zu zügeln.“ Samuel war noch ein kleiner Junge und war eine schöne Ausnahme von dieser allgemeinen Regel, denn wir lesen: „Und Samuel wurde groß; und der Herr war mit ihm und ließ keins von allen seinen Worten zur Erde fallen“ (1. Sam 3,19). Alle, die Samuel kannten, erkannten, dass er ein Prophet des Herrn war. Ein Prophet ist jemand, der für Gott spricht. Und er muss sehr sorgfältig sein, dass das, was er ausspricht, wirklich von Gott kommt. Seine Worte müssen wahr, treu und nützlich sein für diejenigen, die sie hören sollen.

 

Das Wort von Jakobus 3,5.6 ist sehr klar: „Die Zunge ist ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an! Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge erweist sich unter unseren Gliedern als die, die den ganzen Leib befleckt und den Lauf der Natur anzündet und von der Hölle angezündet wird.“ Was für eine ernste Warnung! Gleichen wir Samuel in dem nützlichen Verwenden unserer Zunge? Oder sind wir wie diejenigen, die ihre Zunge in einer verletzenden Weise im Gespräch einsetzen und anderen dadurch wehtun? Vielleicht benutzen wir unsere Zunge auch in einer unnützen Unterhaltung, die keinen direkten Schaden anrichtet, aber auch nicht von wirklichem Nutzen für andere ist.

 

Bedenken wir die Worte des Herrn: „Von jedem unnützen Wort, das die Menschen reden werden, werden sie Rechenschaft geben am Tag des Gerichts“ (Mt 12,36).

 

Kolosser 4,6 gibt uns einen guten Ratschlag: „Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, so dass ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.“ Psalm 141,3 sollte das Gebet unserer Herzen sein: „Setze, Herr, meinem Mund eine Wache, behüte die Tür meiner Lippen.“ Und wir könnten Psalm 19,15 hinzufügen: „Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Herr, mein Fels und mein Erlöser!“