18.08.2018 Matthäus | Persönlicher Glaube

Kinder und ihre Botschaft

Man kann kaum glauben, dass die Jünger sich „in jener Stunde" damit beschäftigten, wer der Größte im Königreich ist, nachdem der Herr Jesus soeben eine solche Demut offenbart und kurz zuvor von seinem Tod gesprochen hatte. Wir wissen, dass die Jünger sich mit derselben Frage beschäftigt haben, kurz nachdem der Herr Jesus das Gedächtnismahl eingeführt hatte (vgl. Lk 22,24). Die anderen Evangelien zeigen, dass die Jünger die Wegstrecke in Richtung Jericho für die Diskussion dieser Frage genutzt hatten (vgl. Mk 9,33). Der Herr wusste das und wollte ihre Gewissen in Tätigkeit bringen.

Im Matthäusevangelium geht es nicht um Diener, deren Gewissen aktiviert werden muss. Hier gibt uns der Herr eine andere Lektion. Das Thema dieses Abschnittes ist: Was für eine Gesinnung geziemt sich für einen Jünger im Königreich der Himmel, also in dem Bereich, in dem Jesus als Herr und König anerkannt wird.

Die Frage der Jünger gibt dem Herrn die Gelegenheit, darüber ausführlich zu sprechen. Er muss seinen Jüngern zeigen, dass sie die falsche Perspektive gewählt haben. Im Königreich geht es nicht um Größe; jedenfalls nicht in der Zeit, in der Jünger in erster Linie die moralischen Grundsätze des Reiches verinnerlichen sollen. Groß werden will man in dieser Welt. Das war damals genauso attraktiv, wie dies noch heute ist. Hier zählt die Größe, sei es intellektuell, sei es materiell, sei es physisch oder psychisch. Nicht aber bei unserem Herrn.

Der Herr antwortet zunächst nicht auf die Frage der Jünger. Stattdessen ruft Er ein Kind herzu und stellt es in die Mitte. Dieses Kind kommt gehorsam zum Herrn Jesus und zeigt damit schon eine wichtige Eigenschaft, die Jünger besitzen sollen: die Bereitschaft zum Gehorsam. Wer einem anderen gegenüber gehorsam ist, weiß von sich selbst, dass er nicht groß sein kann. Denn ein Großer befiehlt und bestimmt; er muss nicht gehorchen.