31.08.2018 Persönlicher Glaube

Gerecht – ungerecht

Der deutsche Schriftsteller Rudolf Hagelstange (1912–1984) hat einmal geschrieben: „Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird.“ Ich weiß nicht, was dieser Mann genau gemeint hat, als er diese Worte niederschrieb. Aber sie erinnern uns daran, dass Gott von denen, die Er auf der Grundlage des Erlösungswerkes seines Sohnes zu Gerechten gemacht hat, auch gerecht leben.

 

Paulus wendet sich in seinem Brief an die Epheser an „Heilige und Treue in Christus Jesus“. Das zeigt, dass sich die Epheser bewusst waren, dass Gott sie zu Heiligen gemacht hatte, dass sie in ihrem Leben eine Antwort darauf geben sollen: indem sie treu für Gott leben.

 

Und in Römer 14,17 wird uns verdeutlicht: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Ein praktisch gerechtes Leben ist ein Leben in Gehorsam Gott gegenüber.

 

Besonders schlimm ist es, wenn man selbstgerecht wird. Dann hat man vergessen, dass man aus sich selbst heraus überhaupt keine Gerechtigkeit besitzt und erwerben kann. Alles ist nur Gottes Gnade und Geschenk. Wie kann man sich dann besser fühlen als andere? Das ist nichts anderes als Hochmut, das Gegenteil von praktischer Gerechtigkeit. So lebt man ungerecht.

 

Dabei kann uns sehr schnell Selbstgerechtigkeit prägen. Man kann sich persönlich besser fühlen als andere (und es ihnen vermitteln). Man kann sich aber auch zusammen mit anderen Christen, mit denen man einen gemeinsamen kirchlichen Weg geht, besser als andere fühlen. Auch das ist Selbstgerechtigkeit. Beides sollten wir meiden.

 

Stattdessen wollen wir unserem Herrn nacheifern, der sanftmütig und von Herzen demütig war. Das bewahrt vor jedem Hang zur Selbstgerechtigkeit.