Sechs Hauptmänner (2)

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Der Hauptmann, der Paulus nach seiner Festnahme geißeln sollte

Als sie ihn aber mit den Riemen ausspannten, sprach Paulus zu dem Hauptmann, der dastand: Ist es euch erlaubt, einen Menschen, der ein Römer ist, zu geißeln, und zwar unverurteilt? Als es aber der Hauptmann hörte, ging er hin und meldete dem Obersten und sprach: Was hast du vor zu tun? Denn dieser Mensch ist ein Römer.“ (Apg 22,25.26).

Nachdem durch Paulus‘ Rede an das Volk ein Tumult vor dem Tempel in Jerusalem entstanden war und das aufgebrachte Volk nahe daran war, Paulus umzubringen, wurde er von römischen Soldaten ins Lager gebracht, um dort mittels Geißelhieben mehr über ihn zu erfahren. Als der dafür zuständige Hauptmann jedoch erfuhr, dass Paulus ein Römer war, ließ er unverzüglich davon ab und meldete es seinem Obersten, der Paulus daraufhin losmachte und beabsichtigte, ihn vor das jüdische Synedrium zu stellen.

Lektion für uns:

Wir sehen hier einen Hauptmann, der – wie es scheint – seinen Zuständigkeitsbereich genau kannte und nicht darüber hinausgehen wollte. Als er erfuhr, dass Paulus ein Römer war, meldete er es sofort seinem Obersten. Wie sieht es bei uns aus? Kennen wir das Maß des Wirkungskreises, den der Gott des Maßes uns zugeteilt hat (2. Kor 10,13)? Sind wir zufrieden mit den Aufgaben, die der Herr uns anvertraut hat? Und kennen wir auch im irdischen Bereich die „Grenzen“ für unser Handeln?

Der Hauptmann, der Paulus auf Befehl des Statthalters bewachte

„Und er befahl dem Hauptmann, ihn zu bewachen und ihm Erleichterung zu geben und niemand von den Seinen zu wehren, ihm zu dienen.“ (Apg 24,23)

Während der Statthalter Felix auf die Ankunft des Obersten Lysias wartete, um über die Sache des Paulus zu entscheiden, befahl er einem römischen Hauptmann, den Apstel zu bewachen. Dieser sollte Paulus Erleichterung geben und den Seinen erlauben, ihm zu dienen. Gott führte es so, dass dieser Hauptmann während einer sehr kurzen Zeit – es waren nur einige Tage – engen Kontakt zu Paulus hatte, der ihn zweifellos mit dem Evangelium der Gnade Gottes vertraut gemacht hat.

Lektion für uns:

Paulus befand sich nur für kurze Zeit unter der Aufsicht dieses Hauptmanns. Gott in seiner Güte benutzte diesen Hauptmann, um Paulus’ Haftbedingungen zu erleichtern und Besuche zu gestatten. Kann Gott auch uns benutzen, den Seinen behilflich zu sein und ihnen am äußeren und inneren Menschen zu dienen? Nutzen wir die manchmal sehr kurze Zeit, die wir zur Verfügung haben, um von Christus zu zeugen?

Der Hauptmann Julius, der Paulus auf seiner Reise nach Rom begleitete

„Als es aber beschlossen war, dass wir nach Italien absegeln sollten, überlieferten sie sowohl Paulus als auch einige andere Gefangene einem Hauptmann, mit Namen Julius, von der kaiserlichen Schar.“ (Apg 27,1; vgl. V. 6.11.31.43)

Für die Schiffsreise nach Rom wurde Paulus mit einigen anderen Gefangenen der Verantwortung eines Hauptmanns mit Namen Julius übergeben. Während Julius – obwohl Paulus gegenüber sehr wohlwollend – zunächst den Worten seiner Besatzung mehr Glauben schenkte als den Worten von Paulus, sehen wir später, dass er auf die Worte von Paulus hörte (V. 3.11.31.43). Mit Sicherheit blieb ihm diese erlebnisreiche Reise in bleibender Erinnerung. Es bleibt zu hoffen, dass auch die Worte und das Verhalten von Paulus während dieser Reise einen Eindruck in seinem Herzen hinterließen und ihn zum lebendigen Glauben an den Herrn Jesus führten.

Lektion für uns:

Während dieser Schiffreise lernte der Hauptmann Julius, dass das Wohlergehen der Schiffsbesatzung vom Gehorsam gegenüber den Worten von Paulus abhing. Hätte er von Anfang an auf Paulus gehört, wäre ihm und der Besatzung sicherlich manches erspart geblieben (vgl. V. 21). Wie steht es um uns? Hören wir auf das, was der Heilige Geist durch Paulus (in dessen Schriften) sagt?

Zusammenfassung

Im Neuen Testament begegnen uns sechs römische Hauptmänner. Kurze Ausschnitte aus ihrem Leben hat der Heilige Geist für immer im Wort Gottes festgehalten. Dabei stellen wir fest, dass es meist Momente waren, wo sie entweder dem Herrn Jesus selbst oder aber seinem Diener Paulus begegneten. Ob alle sechs Hauptmänner diese besonderen Momente zum Heil ihrer Seele genutzt haben, wird die Ewigkeit einmal zeigen. Möchte niemand von uns heute solche Augenblicke der Begegnung mit dem Heiland der Sünder ungenutzt verstreichen lassen!

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