Lesezeit: 2 Min.

„Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein." (1. Thes 4,17)

Der Gläubige ist dadurch gekennzeichnet, dass er seinem Herrn entgegen geht - und das sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch dem Herzen nach. Mit jedem Tag, der vergeht, gehen wir dem Herrn ein Stück entgegen. Sein Kommen rückt unaufhörlich näher. Paulus schreibt dazu in Römer 13,11.12: „Und dieses noch, da wir die Zeit erkennen, dass die Stunde schon da ist, dass wir aus dem Schlaf aufwachen sollen; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als damals, als wir gläubig wurden: Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe." Aber nicht nur in zeitlicher Hinsicht, auch im Herzen wollen wir unserem Herrn täglich entgegen gehen, in dem wir uns mit Ihm beschäftigen und sein Kommen erwarten.

Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen zeigt, dass es im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder besondere Zeiten gab, die dadurch gekennzeichnet waren, dass Christen „ausgingen", um ihrem Herrn entgegen zu gehen. Die erste Zeit des Christentums, die uns in der Apostelgeschichte vorgestellt wird, war so eine Zeit: Die ersten Christen trennten sich ganz bewusst von der sie umgebenden bösen Welt, stellten sich entschieden auf die Seite ihres Herrn und folgten Ihm nach (Mt 25,1).

Eine weitere Zeit, in der viele Christen „ausgingen", um ihrem Herrn entgegen zu gehen, war die Zeit nach „Mitternacht". Kirchengeschichtlich betrachtet lag diese Zeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals verließen viele Gläubige die kirchlichen Systeme und versammelten sich auf der Grundlage der einen weltweiten Versammlung, zu der alle lebenden Gläubigen gehören. Besonders die Person des Herrn („siehe, der Bräutigam") und sein baldiges Wiederkommen zur Entrückung der Gläubigen rückten in den Fokus ihres Interesses und standen wieder ganz groß vor ihren Herzen (Mt 25,6). Doch es dauerte nicht lange, da gerieten auch diese Wahrheiten wieder in Vergessenheit.

Aber es ist nicht nur so, dass der Augenblick nicht mehr fern ist, dass wir dem Herrn entgegen gehen werden, sondern dies wird buchstäblich Realität sein. Wenn Er nämlich wiederkommt, um all die Seinen zu sich zu holen, werden wir Ihm mit neuen Körpern entgegen gehen. Wir werden Ihm in der Luft begegnen, um dann allezeit bei Ihm zu sein (1. Thes 4,17).

Was für eine herrliche Zeit wird dann anbrechen!


Beitrag teilen

Verwandte Artikel

Prigoschin (Wagner-Gruppe): den besten Platz in der Hölle? Manuel Seibel Sie meinen, sie wären schlecht, aber von den schlechten die Besten. Daher gebührte ihnen der beste Platz in der Hölle. "Wir werden zwar alle in die Hölle kommen, aber dort werden wir die Besten sein." Wie sehr Satan die Menschen verführt! Der ... Podcast anhören
Fragen des Herrn an seine Jünger William J. Hocking Der Herr Jesus gebot den Jüngern und sprach: „Sehet zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes." Im Blick auf die kommenden Tage wollte Er sie mit diesem Ausspruch warnen. ... Wenn der Einfluss der Pharisäer ... Artikel lesen
Die Wiederkunft des Herrn angekündigt im Neuen Testament Walter Thomas Prideaux Wolston Wenn du dir die Mühe machst, die Heilige Schrift zu erforschen, wirst du feststellen, dass von den siebenundzwanzig Büchern und Briefen, aus denen das Neue Testament besteht, nicht weniger als zweiundzwanzig von der Wiederkunft des Herrn Jesus ... Artikel lesen
Die Versammlung Gottes (16) - Zusammenkommen "als Versammlung"/im Namen des Herrn Manuel Seibel Was ist eigentlich Voraussetzung dafür, dass wir sagen können, der Herr Jesus ist persönlich in der Mitte der zwei oder drei? Offensichtlich, dass man "in seinem Namen" versammelt ist. Was aber bedeutet das? Warum überhaupt versammeln wir uns? Podcast anhören
Kinder zum Herrn Jesus bringen Daniel Melui „Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre.“ (Mk 10,13) Artikel lesen
Furcht des Herrn: glücklich mit Gott leben Manuel Seibel Wer wirklich weise sein möchte, sucht Gemeinschaft mit Gott. Er lebt für, mit und vor Gott. Er hat keine Furcht vor Gott, sondern erfreut sich des Friedens mit Ihm, seinem Retter. In tiefer Ehrfurcht bedenkt und genießt er die Nähe Gottes, der ... Video ansehen