Unter dir sind ewige Arme

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Der Herr hat sich nicht damit begnügt, alles Erforderliche zu tun, um mir als das Ende meines Weges ein herrliches, ewiges Erbteil geben zu können, sondern Er hat mich auch in seine Arme genommen, gerade wie man ein geliebtes Kind in seine Arme nimmt. Das ist mehr als Vergebung der Sünden. Es ist die Liebe eines Herzens, das sich nicht zufrieden geben kann, ohne sich also zu entfalten. "Sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben" (Joh. 10,28). Wenn Er uns nun darin hält (und dies ist wahr von uns allen), so wünscht Er auch, dass wir es genießen.

Es hat Ihn alle die Angst von Gethsemane, das Kreuz und die tiefe Qual des Verlassenseins von Gott gekostet, um uns so in seine Arme nehmen zu können. Und was Ihn viel gekostet hat, schätzt Er hoch. "Als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte die Perle." Diese Perle ist die Kirche Christi. Und wenn diese Kirche auch als Ganzes die Freude darüber verloren hat, so kann doch der Einzelne noch bis zum Ende davon genießen.

Seine Arme sind ein Zeichen des Schutzes - und seiner Liebe

"Unter dir sind ewige Arme." Sie werden nie müde. Und wenn alles Mögliche an Kummer und Sorgen auf mich gehäuft würde (Satan, die Welt und das eigene Herz sind in dieser Hinsicht ergiebige Quellen), so kann ich doch immer sagen: Unter mir sind ewige Arme. Ich muss nichts allein tragen, und Er, der mich trägt, wird nicht müde von Seiner Bürde, nichts ist zuviel für Seine "ewigen Arme".

Der Apostel Johannes hat wohl mehr als irgend einer der anderen Jünger diese Liebe des Herrn, die sich freute, ihn nahe bei sich zu haben, durch Glauben angenommen und verstanden. Er zeigt dies, als er sich "beim Abendessen an seine Brust lehnte" und sich auch wiederholt den Jünger nennt, "den Jesus lieb hatte". Denkst du auch zuweilen, dass du der Jünger bist, den Jesus lieb hat?, dass du von diesen ewigen Armen umschlossen bist und sie dich nie verlassen werden, so dass du deinen Weg allein fortsetzen müsstest? Johannes dachte so, und war er berechtigter dazu als du? Er ruhte in der Liebe Jesu während der letzten Stunden des Herrn in ihrer Mitte.

Kennen wir den Platz in seinen Armen aus der Realität unseres Lebens?

Und in seinem ersten Brief schreibt er uns wieder: "Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat" (1. Joh. 4,16). Und was hatte es für eine Wirkung auf ihn, dass er diese Liebe Gottes geglaubt hatte? Dass alle "Furcht" schwand. "Die vollkommene Liebe", sagt er, "treibt die Furcht aus". "Wer sich fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe." Er war in diesen Armen und wusste es, und Furcht hatte dort keinen Platz. O, es ist überaus herrlich, diese als etwas Gegenwärtiges, Wirkliches festhalten zu können, zu "glauben die Liebe, die Gott zu uns hat." Als Johannes später als armer Verbannter auf Patmos ganz allein dastand, soweit es Menschen betraf, da war diese gleiche, stets gegenwärtige Liebe auch dort sein Trost und seine Freude. Und von Ihm, "der uns liebt". überfließt auch dort noch sein Mund (Offb. 1,5).

Zu erkennen die alle Erkenntnis übersteigende "Liebe Christi" - seine gegenwärtige Liebe, die für uns bleibt bis ans Ende - diese Liebe haben wir nötig, auf dass unser Herz darin ruhe. Paulus betete (Eph. 3), dass die Gläubigen diese Liebe erkennen möchten. Beachte, sie ist da, sie ist vorhanden, um von uns erkannt zu werden. Unter dir und unter mir sind diese "ewigen Arme".

"Er legt es auf seine Schultern (diese Schultern, die unsere Leiden getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen haben) mit Freuden (Luk. 15). Um wessen Freude handelt es sich da? Um die Freude des Hirten, der gefunden hat. Und der Platz des Schafes ist "auf seiner Schulter", - "in seiner Hand" in seinen Armen.

Warum bleiben wir nicht bewusster immer dort? "Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat." "Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe." Wenn wir in dieser Liebe leben, so werden wir sie auch in unserem Lauf durch diese Welt zur Schau tragen.

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Mit freundlicher Genehmigung des Beröa Verlages
Halte Fest 1958 - Seite: 177

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