Auslöschen oder anfachen?

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„Mich verlangt danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas geistliche Gnadengabe mitteile, um euch zu befestigen, das ist aber, um mit euch getröstet zu werden in eurer Mitte, ein jeder durch den Glauben, der in dem anderen ist, sowohl euren als meinen“ (Röm 1,11.12).

Eines Tages wurde das Hausmädchen aufgefordert, sich um das Feuer in dem Wohnzimmer zu kümmern. Anstatt jedoch die erlöschenden Glutspäne zusammenzubringen, warf sie ein großes Kohlestück hinein, das die erlöschende Glut unterdrückte. In wenigen Augenblicken war alles schwarz und kalt. Der große Block konnte den Glutstücken nicht helfen. So war alles vergeblich. Das große Kohlestück war sehr gut, aber es war hier Fehl am Platze. Die Glutstücke waren nicht in dem Zustand, dass sie von dem Kohleblock profitieren konnten.

Ich selbst lernte eine wichtige Lektion aus dieser Sache. Ich habe mir gesagt, dass der Block wie ein „begabter Bruder“ ist, der in ein kleines, schwaches Zusammenkommen von Gläubigen kommt. Anstatt zu versuchen, das kleine bisschen der schwachen Wenigen zu stärken und zu entwickeln, nimmt er den Platz des Alles-Wissers ein und setzt die Anwesenden beiseite.

Denk an diesen gesegneten Knecht Christi: Paulus. Er war der größte Lehrer der Versammlung (Gemeinde, Kirche), der je gelebt hat. Er wünschte, durch den Glauben des allerschwächsten Gläubigen der Versammlung ermutigt zu werden. Er suchte Gemeinschaft – aber er war auch bereit zu helfen, aber wollte kein Monopol einnehmen. Er wollte die verlöschenden Gluten nicht auslöschen, sondern sie zusammenbringen und auferbauen, so dass er und sei zusammen ermutigt würden.

Es gibt die Gefahr auf beiden Seiten. Manche stehen in Gefahr, sich zu viel aufzubürden, andere machen zu wenig. Mögen wir alle in einem solchen Seelenzustand sein, solch einer Herzensgesinnung, die uns fähig macht für jedes kleine Werk, welches uns der gnädige Herr nutzen möchte – nicht, um für uns selbst einen Platz zu suchen, sondern um in Liebe allen anderen zu dienen.

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