26.01.2010 Dienst

Auf den Einzelnen kommt es an

Der Herr Jesus sucht die Treue des Einzelnen. Das ist nicht nur in Zeiten wahr, die durch Niedergang gekennzeichnet sind. Und doch trifft es dann besonders zu, wie die wiederholten persönlichen Aufforderungen von Paulus an Timotheus deutlich machen. Die Beschäftigung mit Erweckungen im Alten Testament macht zudem klar, dass es immer Einzelne waren, die der Herr bei einem Neuanfang benutzte. Leider war jedoch häufig so, dass es zwar äußerlich eine große Veränderung gab, innerlich jedoch nur ein geringer Teil des Volkes Gottes wirklich erweckt wurde.

Es gibt im Alten Testament eine ganze Reihe an Beispielen, in denen einzelne Gläubige, Männer und Frauen, eine solch gottesfürchtige Gesinnung im Verborgenen offenbarten, dass Gott sie in seiner Souveränität als besondere Instrumente benutzte. Vier mögen hier stellvertretend zeigen, was auch in unseren Tagen von unserem guten Herrn wertgeschätzt wird.

Othniel

Wir finden die Geschichte Othniels in Richter 1 und 3. Im ersten Kapitel stellt Othniel seine Treue unter Beweis, im dritten benutzt ihn der HERR als Retter und Richter, um Israel zu befreien und zu bewahren.

Othniel war durch Glaubensenergie gekennzeichnet. Als es darum ging, Kirjath-Sepher einzunehmen, war er zur Stelle. Er hatte die Sicht Gottes, der wollte, dass das Land Kanaan durch das Volk Israel mit Energie eingenommen wird. Als Kaleb dem Eroberer von Kirjath-Sepher seine Tochter Aksa, versprach, war es Othniel, der den Kampf Gottes kämpfte.

Als später das Volk Israel dem König von Mesopotamien dienen musste, weil es sich dem Götzendienst hingab, da konnte Gott gerade diesen Mann Othniel benutzen, das Volk wieder zu befreien und vierzig Jahre lang zu richten. Es war der Geist des Herrn (3,10), der auf Othniel kam, weil er im Kleinen treu gewesen war.

Auch heute belohnt der Herr Glaubensenergie. Wer früh beginnt, das Wort Gottes zu studieren und im Glauben aktiv für seinen Retter zu werden, den kann der Herr benutzen, später als Instrument in der Hand des Herrn zum Wohl des Volkes tätig zu sein.

Samuel

Samuel war das „Ergebnis" eines intensiven Gebets von Hanna. Sein Kennzeichen schon im Kindesalter war, dass er treu diente. „Der Knabe aber diente dem HERRN vor Eli, dem Priester" (1. Samuel 2,11). Schon als kleines Kind scheute er den Dienst nicht. Wir lesen nämlich weiter: „Und Samuel diente vor dem HERRN, ein Knabe, umgürtet mit einem leinenen Ephod" (Vers 18). Diese Dienst-Gesinnung führte dazu, dass wir später lesen: „Und der Knabe Samuel wurde groß bei dem Herrn" (Vers 21). Selbst ein junges Kind und ein junger Mensch kann somit dem Herrn Jesus dienen und gefallen. Dazu bedarf es keines bestimmten Alters, denn der Herr Jesus möchte schon das Herz von Kindern gewinnen, die ihm dienen wollen.

Im Gegensatz zu Samuel waren die meisten Leute, die ihn umgaben, gottlos und ungehorsam. Um so mehr sehen wir die Treue Samuels. Gott konnte so diesem jungen Menschen, als er vielleicht 10 oder 12 Jahre alt war, ganz spezielle Offenbarungen machen. Dabei zeigte Samuel ein weiteres Kennzeichen: Er war gehorsam, denn er sagt – auf Geheiß von Eli: „Rede, denn dein Knecht hört."

Wie konnte der Herr nun einen solchen Diener benutzen? In 1. Samuel 7 lesen wir, dass Samuel das Volk nach mancher Niederlage zusammenbringen konnte, damit sie Buße taten und dem HERRN dienten. Diese Begebenheit wird zwar nicht direkt Erweckung genannt, doch lesen wir in Vers 14, dass im Anschluss an das Opfer, welches Samuel bringt, eine ganze Anzahl Städte, die von den Philistern in Beschlag genommen worden waren, durch Israel zurückerobert werden konnten.

Zugleich war Samuel der letzte Richter, den der HERR seinem Volk schenkte, um es auf den Wegen Gottes zu führen. Seine wichtigste Aufgabe war zweifellos, David, den König nach dem Herzen Gottes, zu salben und einzuführen. In Verbindung mit seinem Heimgang lesen wir später: „Ganz Israel versammelte sich und klagte um ihn" (1. Sam. 25,1). Das Urteil Gottes über Samuel finden wir in Jeremia 15,1: „Wenn auch Mose und Samuel vor mir ständen, so würde meine Seele sich nicht zu diesem Volk wenden." Hier weist der HERR selbst auf die Treue Samuels hin.

Auch heute sucht unser Herr Diener, die nicht herrschen sondern eine Gesinnung des Dienens an den Tag legen. Eine solche Gesinnung darf schon ein Kind haben. Wie viel wichtiger ist es, dass auch Erwachsene bereit sind, den untersten Weg zu gehen und zu dienen. Dann kann der Herr uns auch benutzen, um brauchbare Werkzeuge in seiner Hand zu sein.

Hulda und Josia

Die Prophetin Hulda und der König Josia lebten in einer Zeit, die durch Götzendienst, Untreue und Verfall hervorstach. Zwar hatte es verschiedene Erweckungen gegeben, aber sowohl die Könige als auch das Volk hatten sich immer wieder von Gott abgewendet. Da wurde ein Junge geboren, der mit acht Jahren König wurde und mit 16 Jahren anfing, nach Gott zu suchen. Offenbar glich die damalige Zeit der heutigen, wo man Gott nicht einmal mehr richtig kannte, sondern „suchen" musste. Als er 26 Jahre alt war, fand er das Gesetz – das Wort Gottes. Und als er es gefunden hatte, war es seine Einstellung, sich diesem Gesetz zu unterwerfen und Gehorsam zu leisten. Diesen Gehorsam und die besondere Ehrfurcht vor dem Wort Gottes segnete der HERR, indem Er Josia das Zeugnis ausstellte, dass er „auf den Wegen seines Vaters David wandelte und nicht zur Rechten noch zur Linken wich" (2. Chron. 34,2). Und Er schenkte eine großartige Erweckung, von der es heißt: „Und es war kein solches Passah in Israel gefeiert worden wie dieses, seit den Tagen Samuels, des Propheten; und alle Könige von Israel [37] hatten kein Passah gefeiert wie dasjenige, welches Josia feierte und die Leviten und ganz Juda und Israel, das sich vorfand, und die Bewohner von Jerusalem" (35,18).

Gott benutzte in jener Zeit eine Prophetin, um Josia zu ermutigen. Hulda „wohnte aber zu Jerusalem im zweiten Stadtteil" (34,22). Sie lebte somit nicht im ansehnlichen Teil, dem ersten Stadtteil, sondern relativ zurückgezogen. Sie verstand offensichtlich, dass ihre Aufgabe als Frau nicht so sehr in der Öffentlichkeit, sondern in der Verborgenheit lag. Das segnete der Herr, indem sie das Sprachrohr des HERRN werden (Vers 23) und die großartige Erweckung unter Josia mit hervorrufen durfte.

Auch heute segnet der Herr Jesus den Gehorsam und Ehrfurcht vor seinem Wort. Damit kann man als Kind beginnen und dies darf in jeder Altersstufe fortgesetzt werden. Demjenigen, der sich so vor Seinem Wort beugt, will der Herr auch für weitere Aufgaben benutzen. Das gleiche gilt für die Zurückhaltung, die im übrigen nicht nur für Schwestern angemessen ist. Immer sollte der Herr unseren Mitmenschen und Mitgeschwistern groß werden, nie unsere eigene Person. Aber gerade in Zeiten schlimmen Verfalls wird der Herr auch heute Schwestern als Instrument in Seiner eigenen Hand benutzen, die sich in ihrem persönlichen Leben durch eine Gesinnung auszeichnen, sich im Verborgenen zu halten.

Einzelne

Wie wir gesehen haben, waren es immer Einzelne, die sich dem Wort Gottes beugten und die der Herr dann für größere Aufgaben einsetzen konnte. Wenn man die alttestamentlichen prophetischen Bücher durchliest, wird man zudem feststellen, dass die Erweckungen nur die wenigsten Herzen derer, die äußerlich unter den Einfluss dieser Bewegungen kamen, wirklich erreichten. So wird es leider auch heute sein.

Um so wichtiger ist es, dass jeder einzelne von uns diesen Anspruch des Wortes auf sein Leben anwendet: „Du aber...". Dann wird er ein Instrument in der Hand des Meisters sein können, das ihm wertvoll ist und das er daher gerne verwendet.