11.05.2017 1. Thessalonicher | Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube

Wann kommt Christus wieder?

Vor einiger Zeit gab es in ideaSpektrum einen Artikel zum Wiederkommen Christi. Dort äußerte sich Armin Baum, Professor für Neues Testament an der Freien Theologischen Hochschule Gießen, zu diesem Thema. Mit Recht kritisierte er Meinungen wie die des US-Theologen Hal Lindsey, der in dem Endzeitbeststeller „Alter Planet Erde, wohin?" 1970 bei den Lesern die Erwartung weckte, die Wiederkunft werde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts (1980er Jahre also) stattfinden. Jede konkrete Vorhersage des Kommens Christi ist zum Scheitern verurteilt: „Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, weder die Engel im Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater" (Mk 13,32). Das mahnt zu größter Vorsicht.

 

Der Theologe zeigt auch mit großer Klarheit, dass es zwei Lebensziele gibt, und dass es sich im Heute entscheidet, ob man in ewiger Glückseligkeit oder in ewiger Qual wiederfinden wird. Ein „alles wird gut" gibt es nicht. Entweder man nimmt Jesus Christus als Retter persönlich an, oder man geht verloren.

 

Baum kritisiert in seinem Artikel dann die Romanserie von Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins: Finale - Die letzten Tage der Erde. Tatsächlich gibt es in diesen Büchern übermäßig viele Spekulationen. Aber in einem sind sie allemal biblisch: Sie sprechen von der Entrückung der Gläubigen als von einem Ereignis, das vor der machtvollen Aufrichtung des 1.000-jährigen Friedensreiches stattfinden wird.

 

Leider schüttet Armin Baum das Kind mit dem Bade aus. Er lehnt mit Recht die Spekulationen über Zeit und Sonstiges ab, die manche in Verbindung mit dem Kommen Christi anstellen. Aber er lehnt zu Unrecht ab, dass es eine Entrückung gibt. Für ihn gibt es nur ein Wiederkommen des Königs Christus zur Aufrichtung des Reiches. Das sollte jeder wissen, der sich für diese christliche Hochschule interessiert.

 

Bemerkenswerterweise zitiert der Autor dann den ermutigenden Vers in 1. Thessalonicher 4,19: „Darum ermutigt einander mit diesen Worten." Dabei stehen diese Worte gerade im Anschluss an die Worte des Apostels Paulus, die auf wunderbare Weise die Entrückung der Gläubigen bezeugen, ohne dass die Welt davon Kenntnis nimmt. ER schreibt: „Wir, die Lebenden, die übrigbleiben, werden zugleich mit ihnen [den früher heimgegangenen Gläubigen, die also gestorben sind] entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein" (1. Thes 4,17). Wo - auf der Erde? Nein, im Himmel beim Herrn.

 

Vers 16 zeigt, dass der Herr vom Himmel herabkommt. Diese Konstruktion wird immer dann benutzt, wenn der Kommende danach zurückgeht an den Ort, woher er kommt. Und die Gläubigen treffen Ihn nicht auf der Erde, sondern in den Wolken. Und dann gehen sie mit Ihm zurück an den Ort seiner Herkunft: den Himmel. Das stimmt in wunderbarer Weise mit dem überein, was der Herr schon seinen Jüngern am Anfang von Johannes 14 gesagt hat.

 

Schade, dass diese herrliche himmlische Hoffnung, die uns ermuntert, weil sie uns zeigt, dass wir nicht in die Drangsalszeit hineinkommen, verwässert wird. Was wäre das für eine Ermunterung für Menschen, denen gesagt wird: Ich ermuntere Euch, weil ihr vorher in eine so furchtbare Zeit hineinkommen soll, wie es sie vorher und nachher nicht gegeben hat noch geben wird (Mt 24,21). Das würden wir - mit Recht - als Hohn empfinden. Nein, so spricht unser Retter nicht.

 

Er ermuntert an dieser Stelle nicht zum Ausharren, sondern zum Aufblick, um auf die Wiederkunft Christi zu warten. Er kann heute noch kommen. Das soll unser Leben prägen.

 

Heute, und wenn Er morgen noch nicht gekommen ist, auch morgen.