14.02.2017Versammlung / Gemeinde

Privataudienz?

Bei Wikipedia kann man zum Thema Audienz lesen: „Unter Audienz (von lateinisch audire ‚hören‘) versteht man die Gewährung des Erscheinens vor einer deutlich höhergestellten Person.“ Und in den Verlautbarungen der Evangelischen Kirche Deutschlands ist ausdrücklich von einer Privataudienz die Rede. Mit anderen Worten: Sie respektieren und erkennen an, dass der Papst eine höhergestellte Person ist als sie. Hatte sich Martin Luther nicht wegen etlicher Verfehlungen dieser Kirche von ihr abgewandt?

 

Traurig ist, dass inzwischen Vertreter der Freikirchen nicht nur Teil des Systems der evangelischen Kirche mit ihren Irrlehren und ihrer Unmoral (zum Beispiel Homosexualität) sind, sondern auch bei dieser Wallfahrt zu dem „höhergestellten“ Papst mitmachen.

 

Wozu führt das? Man macht sich abhängig von einem antichristlichen System, das von sich behauptet, die Kirche Gottes auf der Erde zu sein, obwohl diese kein System ist, sondern aus allen bekehrten Menschen besteht (1. Kor 1,2). Man biedert sich einem Mann an, der sich Vater nennen lässt (Papst), obwohl der Herr Jesus ausdrücklich gesagt hat: „Nennt auch niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater – der im Himmel ist“ (Mt 23,9). Wir machen uns mit der Ungerechtigkeit dieser Person und dieses Systems eins, obwohl wir ausdrücklich aufgefordert werden, von der Ungerechtigkeit abzustehen (2. Tim 2,19). Für Michael Diener, den ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz und nach wie vor Präses der pietistischen Dachorganisation Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband, gehe von der ermutigenden Begegnung das Signal aus, weitere Schritt zu größerer Einheit zu gehen. Einheit mit dieser Kirche, mit diesen Kirchen? Das kann nur eine Einheit ohne Christus sein. Macht uns das noch etwas aus?

 

Das alles kommt den Gläubigen, die nicht Teil einer der großen (sogenannten) Kirchen sind, immer näher. Haben wir noch ein Bewusstsein, dass auch wir dem religiösen Zeitgeist ausgesetzt sind und gar nicht mehr empfinden, dass dies böse in den Augen Gottes ist? Würden wir vielleicht auch jubeln, wenn uns jemand eine Audienz beim Papst anbieten würde?

 

Der Gläubige hat nur einen Herrn und nur ein Haupt: Das ist der Herr Jesus Christus. Aber während wir immer mehr von „Jesus“ sprechen, als ob Er unsereins wäre, reden wir von „Eurer Exzellenz“ und dem Papst (Vater) mit größerem Respekt als von dem, der für uns gestorben ist. Wir wollen uns neu die Sinne schärfen lassen für das, was Gott wohlgefällig ist.