11.07.20161. Mose | Persönlicher Glaube

Evangelischer Kirchentag: Geschichte Israels ist „Legende“

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag im Jahre 2017 - dem Reformationsjubiläum - findet in Berlin statt. Er steht unter dem Motto: „Du siehst mich" Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag von Martin Luther (1483-1546).

 

Dieser Kirchentagsspruch basiert auf dem Erleben Hagars. In 1. Mose 16,13 sagt sie über Gott: „Du bist der Gott des Schauens" (oder der sich schauen lässt).

 

Was sagt nun die Generalsekretärin des Kirchentags, Ellen Ueberschär aus Fulda? Die Erzählungen über die Familien der Erzväter Israels würden nicht „den Anspruch, historische Erzählungen zu sein", erheben. Nein, es handle sich um Ursprungslegenden des Volkes Israel. Denn diese Geschichte Hagars aus der Bibel würde ja auch im Koran aufgegriffen, und nicht nur dort. So böte diese Geschichte Anknüpfungspunkte für den interreligiösen Dialog zwischen Juden, Muslimen und Christen.

 

Was hätte wohl Martin Luther zu dieser obskuren These und Verdrehung der Wahrheit gesagt?

 

Gott hat in seinem Wort deutlich gemacht, dass die Aufzeichnungen über Abraham keinen menschlichen Überlieferungen anheimgestellt sind. „Alle Schrift ist von Gott eingegeben", sagt der Apostel Paulus gerade auch über die alttestamentlichen Bibelbücher. Gott selbst (und nicht einfach menschliche Überlieferung) ist verantwortlich für das, was im Alten Testament steht. Das bürgt für Glaubwürdigkeit und vollständige Echtheit bis ins Einzelne.

 

Nicht von ungefähr finden wir im Neuen Testament viele Hinweise auf Abraham. Mehr als 70 Mal wird er dort erwähnt. Auch der Herr Jesus spricht mehrfach von ihm. Der Schreiber des Hebräerbriefes gibt sogar sehr detaillierte Hinweise auf Abraham.

 

Nein, Christen, die an den Herrn Jesus als an ihren persönlichen Retter glauben, werden die alttestamentlichen Berichte - auch die über Abraham und Hagar - als wahr und glaubwürdig annehmen. Sie wundern sich nicht, dass der Koran solche Geschichten „aufgegriffen" hat. Denn Mohammed hat bekanntlich erst gelebt, als das gesamte Alte und Neue Testament längst vollständig vorlagen. Man wundert sich, dass dies bei den Verantwortlichen des Kirchentages noch nicht angekommen ist.

 

So bietet die Geschichte Abrahams und Hagars nicht Anknüpfungspunkte für einen interreligiösen Dialog, sondern für die glaubwürdige Verkündigung der Botschaft Gottes an Menschen. Wir wollen uns beeifern, die gute Botschaft allen Menschen zu verkündigen, unabhängig von ihrer Herkunft.