14.01.2008 Menschliches Zusammenleben

Streithammel

Die Lage

In Niedersachsen, Hessen und Hamburg wird innerhalb der nächsten Wochen gewählt. Für die jeweiligen Parteien und Ministerpräsidenten (ersten Bürgermeister) steht viel auf dem Spiel. Das hat dazu geführt, dass der eine dem anderen vorwirft, er würde sich über schlimme Gewaltvorgänge insgeheim freuen. Der giftet wieder zurück. Und beide Seiten werden intensiv unterstützt von anderen Parteifreunden, die sich gegenseitig in die Pfanne hauen.

Eigentlich arbeiten diese Politiker gut zusammen. Sie sind auf eine solche Zusammenarbeit auch angewiesen. Jetzt aber, wo es um den Wähler geht, spielt das keine Rolle. Dort geht es nur um die eigene Profilierung. Manche haben das schon mit einem Kindergarten vergleichen ...

Wir Christen müssen nicht gewählt werden. Das macht die Situation leichter für uns! Die Frage ist, ob wir deshalb auch pfleglicher und liebevoller miteinander umgehen. Kann es da wirklich Streit geben?

Geschwister sind einträchtig beieinander!

Man sollte eigentlich annehmen: Sicher nicht unter Gläubigen – unter „geistlichen“ Geschwistern. Denn die benehmen sich nie wie Kinder! Wenn Streit aufkommt, geht jeder sofort auf den anderen zu und versucht, den Streit zu schlichten. Denn wir alle kennen ja die biblische Aussage: „Wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“ (Psalm 133, Vers 1).

Was aber lernen wir von Paulus? Er musste einmal den Gläubigen der galatischen Gegenden schreiben: „Wenn ihr aber einander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet“ (Gal 5,15). Wie sieht denn die biblische Aufforderung aus für uns Gläubige, wenn Streit aufgekommen ist?

In den Ehen ist es immer der Ehemann, der nach einem Streit auf seine Frau zugeht, um ihr sein Versagen zu bekennen. Unter Brüdern ist es immer der „bekanntere“, der in der Bibel besser unterwiesene, der zu seinem Bruder fährt, um die Dinge in Ordnung zu bringen (nicht rücken!). Unter Schwestern ist es immer die ältere, die geistlichere, die sofort den Weg auf ihre Mitschwester zugeht, um die Dinge zu lösen.

Unter Familien sind es immer die größeren, die älteren, die einen Schritt auf die andere Familie zugeht, damit Probleme aus der Welt geschafft werden. Immer ist uns sofort bewusst: Nicht der andere ist schuld, nicht der andere muss sich beugen, nicht der andere muss den unteren Weg gehen, sondern ich selbst. Es kommt nur auf mich an, dass die Sache wieder in Ordnung kommt.

Wir lassen den Streit, ehe er heftig wird!

Denn von Kindern wissen wir: „Lass den Streit, ehe er heftig wird“ (Sprüche, Kapitel 17, Vers 14). Und das kann bei Kindern ganz schön zur Sache gehen. Das will man als Erwachsener unter keinen Umständen. Da wir wissen, dass Schläge mit Worten viel weher tun können als Schläge mit der Hand etc., werden wir als Brüder, Schwestern, Ehepartner zu einer solchen Waffe nie greifen. Und wenn wir uns mal verrannt haben, bringen wir die Sache sofort wieder in Ordnung!

Wir sind doch keine Kinder!

Nicht wahr, wir sind keine Kinder in Streitfragen! Und wenn doch? Dann gibt es nur eins: von den Kindern, die schnell Konflikte überbrücken, lernen. Aber das kommt ja nicht vor, oder ...