26.05.2021 Persönlicher Glaube | Menschliches Zusammenleben

Drohende schwere Hungersnot in Madagaskar

Wofür habe ich in den letzten Tagen gebetet? Überhaupt für Madagaskar? Und wenn ja, wofür? Als ich jetzt mehrere Artikel in den Medien sah zu der drohenden, schweren Hungersnot in Madagaskar, auch zu den Folgen von Corona, hat mich das betroffen gemacht. Wie egoistisch können wir doch oft sein.

 

In Deutschland geht es uns gut. Wir sind oft finanziell gut ausgestattet und können uns vieles, fast alles leisten. Wir haben Nahrung im Überfluss. Uns geht es vergleichsweise gut. Wir können zum Arzt gehen oder dieser kommt zu tun. Wir haben Anschluss an medizinische Versorgung, ob im In- oder Ausland. Um uns herum gibt es solche, denen es nicht so geht. Wir sehen das, haben es aber oft besser und können uns Hilfe holen oder bekommen diese.

 

Wie oft denken wir nur an uns und diejenigen, die uns konkret bekannt sind. Aber die vielen Christen und auch die Ungläubigen, die in großen Nöten sind, bleiben außen vor. Wir beten für solche, von denen wir konkret wissen, dass sie eine Not haben. Vor allem suchen wir Hilfe für uns selbst, wenn es uns nicht gut geht.

 

Wie ganz anders war da unser Herr. Er war in den schwierigsten äußeren Umständen und dachte doch an andere. Das sehen wir, wenn wir Ihn am Kreuz sehen. Er suchte keine Fürbitte für sich, sondern wollte seine Mitmenschen retten. Wie selbstlos war Er. Und wie viel Selbstmitleid haben wir oft für uns und unsere Umstände, obwohl es uns beispielsweise in Deutschland so gut geht.

 

Als die Gläubigen in Antiochien durch den Propheten Agabus mitbekamen, dass eine Hungersnot über den ganzen Erdkreis kommen würde (Apg 11,28), „beschlossen sie aber, dass jeder von den Jüngern, je nachdem einer von ihnen begütert war, den Brüdern, die in Judäa wohnten, etwas zur Hilfeleistung senden solle; was sie auch taten, indem sie es durch die Hand es Barnabas und Saulus an die Ältesten sandten" (Apg 11,29.30). Offenbar waren die Gläubigen in Judäa besonders von der äußeren Not betroffen.

 

Da war kein Egoismus, sondern Hilfsbereitschaft. Sicher begleiteten sie diese Gabe mit ihren Gebeten. So wollen wir an die Gläubigen in Madagaskar und vielen anderen Gebieten Afrikas denken, die sich selbst vermutlich nicht helfen können und Zeiten der Dürre und Hungersnot auf sich zukommen sehen. Die weltweiten Folgen der Entscheidungen zu Covid-19 in den Industriestaaten fordern jetzt ihren Tribut, wo es in solchen Ländern Dürrekatastrophen gibt und „im Westen" weniger finanzielle Mittel und abnehmende Bereitschaft vorhanden sind, um mit Ernten und anderen Möglichkeiten auszuhelfen.

 

Lasst uns vor allem für die ungläubigen Einwohner beten, damit sie nicht auf uns Christen zeigen, die vielleicht nicht helfen, so dass sie unempfänglich für das Evangelium werden. Sie müssen diese Not aushalten und in diesen Umständen ausharren - viele von ihnen werden wahrscheinlich daran sterben. Schenke Gott, dass sie noch ein Wort des Evangeliums erreicht, bevor sie umkommen. Viele Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Die Kinder werden gerettet sein (Mt 18,11). Aber die Erwachsenen? Sie müssen sich bekehren. Beten wir mit dafür, dass sie den Retter-Gott noch annehmen, ehe es zu spät ist. Beten wir für Wunder Gottes in den Herzen dieser Menschen. Und nutzen wir die Möglichkeiten, die der Herr uns gibt.