28.12.2020 Menschliches Zusammenleben | Römer | Versammlung / Gemeinde

Wenn man gegeneinander oder aneinander vorbeiredet ...

In unserer Gesellschaft erleben wir, dass die „eine Seite", die Skeptiker der Regierungsmaßnahmen zu Covid-19, der „anderen Seite", den Befürwortern, vorhält:

 

  1. Ihr seid Zeugen Coronas.

  2. Ihr kümmert Euch nur noch um die Toten mit oder durch Covid-19, die anderen Toten sind Euch egal.

  3. Ihr wollte Gedenktage für Covid-Verstorbene einrichten und übergeht die Trauer derer, die durch verschobene Behandlungen, Suizide durch Einsamkeit sowie Folge-Hungerkatastrophen sterben müssen.

  4. Die Millionen Toten durch die Folgeschäden der Wirtschaftslockdowns bezieht Ihr überhaupt nicht ein. Ihre Zahl ist viel höher als die Zahl der angeblich durch Covid-19 Gestorbenen.

  5. Für Euch gilt das Verhindern von einem Toten durch Covid mehr als das Verhindern von einem Toten durch einen Krankenhauskeim usw.

  6. Gesundheit ist Eure neue Gottheit.

  7. Ihr zählt alles als Covid-Schwerkranke, obwohl die überwiegende Mehrheit nicht wegen Covid stirbt, sondern wegen vieler anderer Vorerkrankungen.

  8. Ihr nehmt in Kauf, dass Kinder durch Masken psychische und lebensbedrohliche Schäden bekommen und mehrfach in Ohnmacht gefallen sind.

  9. Wenn jemand keinen Geschmack mehr hat, muss das für Euch ein Covid-Erkrankter sein. Dabei haben Influenza und auch andere Viren und Bakterien dieselbe Folge. Aber danach wird nicht mehr gesucht. Das wird nicht mal in Betracht gezogen.

  10. Obwohl der Mittelwert (Median) der Verstorbenen bei 83 Jahren und damit oberhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt, legt Ihr die gesamte Wirtschaft lahm, um den Menschen ein paar Monate mehr Lebenserwartung in Altersheimen zu geben.

  11. Alte sterben einsam nicht wegen Covid, sondern wegen Einsamkeit, unabhängig davon, ob sie einen positiven PCR-Test hatten oder nicht.

  12. Selbst der Vorzeige-Virologe Drosten hat vor einiger Zeit gesagt, dass der PCR-Test kein Instrument für eine medizinische Diagnose sein kann. Dennoch ist das Euer Allheilmittel.

  13. Prof. Drosten hat bekanntermaßen schon so oft danebengelegen. Warum sollte er dieses Mal recht haben?

  14. Sein PCR-Test ist am grünen Tisch entstanden und misst auch alte Corona-Viren mit, die es schon sehr lange gibt.

  15. Bis zur verpflichtenden Einführung von Masken (Mund-Nasen-Bedeckung) haben fast alle Studien gezeigt, dass die Maske fast nichts bringt. Jetzt, wo es um Gelder vom Staat geht, sind die von der Regierung in Auftrag gegebenen Studien letztlich gekauft. Wer zahlt bestimmt. Kein Wunder, dass es jetzt heißt: Die Mehrzahl der Studien beweist, dass Masken wirken (sollen).

  16. Es hat sich erwiesen, dass Covid-19 nur wie eine mittelschwere Grippe (Influenza) wirkt. Bei der werden auch keine Maßnahmen ergriffen und grundgesetzlich gesicherte Freiheiten eingeschränkt.

  17. Auch in früheren Jahren waren die Krankenhäuser in Deutschland und erst recht im Ausland wegen Grippeerkrankungen massiv überbelegt. Das ist durch Zeitungsartikel vielfach belegbar.

  18. Seltsamerweise gibt es keine Influenza-Erkrankungen (in Sentinel-Proben) und -tote mehr. Das ist aber eine Lüge. Denn alles wird heute auf Covid-19 gebucht, obwohl es das erste Jahr wäre, in dem die Influenza ausgerottet worden wäre. Dann müsste ja auch Covid-19 ausgerottet worden sein.

  19. Bund, Regierungen und manche Virologen haben eine Massenpanik ausgelöst und dadurch erst das Problem in den Mittelpunkt des Lebens gerückt. Die Medien haben mitgemacht und teilweise alte Bilder gezeigt, sie aber Covid zugeordnet. Logisch: Bei Angst und Panik sind Menschen bereit, auf Menschenrechte zu verzichten.

  20. Heute wird alles Covid-19 zugerechnet, was an schwerwiegenden Erkrankungen im Krankenhaus landet.

  21. Wer in der Wissenschaft anderer Meinung ist, wird in die Ecke der AfD und der Neonazis gestellt. Er wird mundtot gemacht und auf YouTube werden seine Videos gelöscht.

  22. Immer wieder wird von der Lüge der zweiten und dritten Welle gesprochen. Das wird bei anderen, vergleichbaren Atemwegserkrankungen auch nicht getan. Da zählt jede Saison wieder neu. Aber so kann man die Zahlen weiter kumulieren und Angst erzeugen.

 

Umgekehrt antworten die Befürworter den Skeptikern:

 

  1. Ihr seid Covidioten.

  2. Euch sind die gestiegenen Todeszahlen durch das neuartige Virus egal!

  3. Euch sind die schweren Verläufe durch Covid egal.

  4. Nur konsequentes Handeln heute verhindert noch mehr Tote durch Covid und Folgeschäden. Wer jetzt leichtfertig lebt, sorgt für noch schlimmere Zahlen und ist na vielen Toten schuld.

  5. Ihr handelt leichtfertig mit Leben.

  6. Ihr seid nicht bereit, um des Lebens eines Menschen willen ein paar Einschränkungen einzunehmen. Zudem geht Ihr leichtfertigt mit der Gabe des Schöpfers um. Die wenigen Einschränkungen in Deutschland wird man doch wohl mal ein paar Monate ertragen können! Vergleicht das mal mit China und Russland!

  7. Euch ist egal, dass die Intensiv-Betten fast voll belegt sind und eine Triage nötig wird.

  8. Dass Kinder umgefallen sind und psychische Erkrankungen erleiden, ist auch ohne Maske und Covid-Maßnahmen schon der Fall gewesen. Das hat damit nichts zu tun. Es gibt keinen einzigen Beweis dafür, dass die Ohnmacht mit der Maske zu tun hat.

  9. Es hat sich in vielen Fällen erwiesen, dass das Fehlen des Geschmackssinns der Covid-Erkrankung vorausging.

  10. Es ist unethisch, alte Menschen deshalb, weil sie alt sind, einfach an einer ansteckenden Krankheit sterben zu lassen.

  11. Es tut uns auch leid, wenn Alte einsam sterben. Aber dadurch retten sie viele andere vor dem Tod.

  12. Natürlich ist der PCR-Test allein nicht endgültig aussagekräftig. Aber er ist ein wichtiger Baustein in der Diagnose.

  13. Es ist bei weitem nicht Prof. Drosten allein, der bewiesen hat, wie gefährlich Covid-19 ist. Inzwischen hat das die Mehrzahl der Virologen, Epidemiologen und Wirtschaftswissenschaftler gezeigt.

  14. Es gibt inzwischen viele validierte PCR-Tests, die sich als sehr, sehr zuverlässig erwiesen haben.

  15. Es ist doch logisch, dass man sich erst intensiv um Studien zum Maskentragen kümmert, wenn diese als Problemlöser erwogen werden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade in diesem Jahr viele gute Studien dazu erstellt wurden. Man kann doch Wissenschaftlern nicht unisono vorwerfen, sie wären alle einseitig und voller Vorurteile.

  16. Wir wissen inzwischen, wie schlimm Verläufe bei Covid-19 sein können. Das zu leugnen beweist, dass man Verschwörungstheorien zuneigt.

  17. Natürlich gab es immer mal wieder schwierige Zustände in Krankenhäusern. Aber die Bilder der aktuellen Situation sprechen für sich.

  18. Es ist doch logisch, dass die Hygiene-Maßnahmen dazu geführt haben, dass es viel weniger Influenza-Erkrankungen existieren. Niemand hat gesagt, dass es Influenza gar nicht mehr gebe.

  19. Nur dank der umsichtigen Regierungspolitik haben wir in Deutschland überhaupt so wenige Tote im Vergleich zu den USA, England, Brasilien und Schweden. Wir haben das Glück, eine umsichtige, nüchterne promovierte Physikerin am der Spitze der Regierung zu haben. Dass mal ein falsches Bild gezeigt wird, ist leider wahr, aber nur dem Druck des heutigen Journalismus geschuldet.

  20. Es ist eine Erfindung der Skeptiker, dass alles Covid zugerechnet wird. Nur dann, wenn es einen positiven Test gibt, ist das so.

  21. Die Tatsache, dass es auf YouTube und anderen Kanälen so viele Filme von Covid-Skeptikern gibt, zeigt das Gegenteil von dem, was Skeptiker sagen. Natürlich gibt es Meinungsfreiheit.

  22. Natürlich gibt es Atemwegserkrankungen jedes Jahr. Aber wer Covid-19 mit der Influenza gleichsetzt, ist für die vielen Toten verantwortlich. Die Ansteckungsgefahr ist viel höher und die schweren Verläufe kommen viel häufiger vor.

 

Impfungen

Man könnte fortfahren ... Und so geschieht es jetzt auch im Blick auf die Impfungen. Die eine Seite nimmt in Anspruch, dass kurzfristige Irritationen und Erkrankungen oder sogar Todesfälle nicht automatisch dem Impfstoff oder der Impfung zugerechnet werden dürfen.

 

Dem hält die andere Seite entgegen, dass dies aber vor der Impfung genauso umgekehrt gemacht worden ist. Jetzt aber wolle man sich der Verantwortung durch die Impfung nicht mehr stellen. Alles, was Zweifel aufkommen lasse, werde bewusst ignoriert und weggedrückt.

 

So geht es weiter, wenn man sich die Köpfe gewissermaßen einschlagen möchte.

 

Christen und solche Gegensätze

Das sind jetzt drei lange Seiten gewesen. Was haben sie mit uns Christen zu tun? Mehr, als wir denken. Denn Covid hat auch unter Christen zu viel Konfliktpotential geführt. Offen oder hinter vorgehaltener Hand schimpft man über den anderen, der so naiv sei oder so empfindlich, der so verantwortungslos oder so kritiklos. Und so entstehen Gräben inmitten der Gläubigen.

 

An einzelnen Orten kommt es zum Schweigen, weil man gemerkt hat, dass man nicht mehr miteinander klarkommt. Aber so löst man kein Problem. An anderen Orten kommen manche nicht, weil gesungen wird. An anderen kommen manche nicht weil nicht gesungen wird. Und der Teufel schafft es, sein Werk inmitten der Gläubigen zu verrichten.

 

Wieder an anderen Orten ist man im offenen Streit miteinander oder kann sich nicht mehr versammeln. Schade, wie wenig wir den Geist und die Gesinnung Christi offenbaren.

 

Römer 14.15

Aus Römer 14 und 15 bekommen wir viel Hilfe, wie wir uns in solchen Situationen gut miteinander verhalten können, sollten. Dort geht es um Auseinandersetzungen in der Versammlung in Rom, die nicht mit lehrmäßigen Grundsätzen des persönlichen oder gemeinschaftlichen Glaubenslebens zu tun haben. Das ist genau in unserer aktuellen Situation der Fall.

 

Damals konnten die Juden auf alttestamentliche Gesetze verweisen, die von Gott kamen. Sie galten aber so nicht mehr, weil Christus das Ende des Gesetzes ist (Röm 10,4). Dennoch lässt der Apostel diese Auffassung, zum Beispiel nur „reines" Fleisch zu essen oder bestimmte Tage zu halten, zunächst einmal stehen.

 

Was gibt er nun den beiden sich gegenüberstehenden Konfliktparteien mit?

 

  1. Römer 14,3: Man soll den anderen weder verachten noch richten. Wenn wir uns das für heute merken könnten: nicht verachten, weil jemand empfindsamer ist als ich. Nicht richten, weil jemand innerlich freier ist als ich.

  2. Römer 14,3.4: Drei Argumente, sehr, sehr zurückhaltend im Urteil zu sein:
    a) Gott hat meinen Bruder aufgenommen - wie kann ich ihn innerlich ablehnen und verurteilen oder verachten?
    b) Jeder steht vor seinem eigenen Herrn. Warum meine ich, mich als Herrn des anderen aufspielen zu müssen? Ich nehme doch für mich auch in Anspruch, vor meinem Herrn zu stehen. Dann muss ich meinem Bruder und meiner Schwester dasselbe auch zugestehen.
    c) Der Herr hält ihn aufrecht: Wenn der Herr sich um meinen Bruder kümmert und ihn aufrecht erhält, wie komme ich auf die Idee, ihn dann zu verachten oder zu richten? Bin ich schärfer als mein Herr, der den Bruder stützt?

  3. Römer 14,5: Jeder sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt. Ich nehme für mich in Anspruch, überzeugt zu sein. Warum bin ich dann nicht bereit, das meinem Bruder auch zuzugestehen?

  4. Römer 14,6: Jeder tut das, was er persönlich für richtig hält, „dem Herrn". Wenn ich das für mich in Anspruch nehme, warum gestehe ich das meinem Bruder nicht zu?

  5. Römer 14,8.9: Im Leben und Sterben „sind wir des Herrn". Das gilt für mich genauso wie für meinen Bruder. Wir gehören Ihm. Also kann Er über meinen Bruder so bestimmen, wie Er auch über mich bestimmt. Gestehen wir dem Herrn diese Souveränität noch zu? Dafür ist der Herr sogar gestorben. Und dann will ich Autorität über das Verhalten meines Bruders für mich in Anspruch nehmen?

  6. Römer 14,10: Es wird einmal den Richterstuhl Gottes geben. Dann wird alles ein gerechtes Urteil erfahren. Warum bin ich so anmaßend, dieses Urteil a) mir zuzugestehen und b) vorwegzunehmen? Allein Gott, allein der Herr hat das Recht auf dieses Urteil! Vor diesem Richterstuhl des Christus wird auch jeder für sich Rechenschaft ablegen. Ich bin für mich verantwortlich, nicht für meinen Bruder. Warum meine ich dann heute, dieses Urteil übernehmen zu können?

  7. Römer 14,13: Prinzip unseres Handelns soll sein, keinen Anstoß zu geben. Das heißt, dass ich mich nicht so verhalte, dass mein Bruder zu Fall kommt. Wenn ich meine, bestimmen zu können, wie er handeln soll oder muss, kann ich dafür verantwortlich sein, dass er zu Fall kommt, weil er gegen sein Gewissen handelt.

  8. Römer 14,15: Liebe soll das Prinzip unseres Handelns sein. Der Herr ist sogar gestorben für meinen Bruder. Und wegen des Singens oder Nichtsingens, wegen der Maske oder Nicht-Maske verderbe ich das Werk Gottes in meinem Bruder? Was für eine hohe Verantwortung.

  9. Römer 14,17: Das Reich Gottes ist nicht Maske und Singen usw., sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Ist mir das immer bewusst? Daher sollen wir dem Frieden nachjagen und nacheifern.

  10. Römer 14,23: Alles, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde. Ich kann meinem Bruder nicht meine Überzeugung aufzwingen. Wenn ich das tue, sorge ich dafür, dass er etwas tun muss, was er nicht aus Glauben tut. Und damit sündigt er. Bin ich daher bereit, auf etwa zu verzichten, damit mein Bruder in innerem Frieden leben und handeln kann?

  11. Römer 15,1: Wenn Du meinst, die Sache richtig zu verstehen, richtig zu übersehen, richtig zu beurteilen, bist Du in Deinen Augen ein Starker. Dann sollst Du die Schwachheiten der Schwachen tragen. Wir wissen, dass wir selbst so oft schwach sind. Es gibt also keinen Anlass für Hochmut. Aber wenn wir meinen ..., dann sollen wir tragen und ertragen zum Guten.

  12. Römer 15,7: „Deshalb nehmt einander auf, wie auch der Christus euch aufgenommen hat, zu Gottes Herrlichkeit." Wenn wir einander mehr aufnehmen würden zum Guten, aufnehmen, wie Christus uns aufgenommen hat, würde es uns allen besser gehen. Dann setze ich nicht meinen Willen durch, sondern nehme Rücksicht auf die Gefühle des anderen. Dann mache ich nicht mich zum Maßstab für andere, sondern bin in Fragen, die keine Grundsätze berühren, den unteren Weg. Mein Herr sieht doch meine Freiheit und handelt mir gegenüber so, als ob ich in dieser Freiheit auch leben würde. Freiheit ist übrigens auch, aus Liebe verzichten zu können. Das hilft uns am Ort im Miteinander sehr. Christus ist hier unser großes Vorbild!