04.04.2020 Jesus Christus / Gott | Dienst

Der gute Hirte, der sich um seine Herde kümmert

In Johannes 10 zeigt uns der Herr, warum Er wirklich der „gute Hirte" ist: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe" Joh 10,11). Der Herr Jesus ist am Kreuz für uns gestorben, so groß war seine Liebe zu uns, den verlorenen Schafen. Ewig sei Ihm dafür Dank.

 

Dem Meister nacheifern

Aber die Fußnote der Elberfelder Übersetzung (CSV) zeigt, dass man auch daran denken kann, dass dieser gute Hirte sich für seine Schafe einsetzt. Das macht auch heute einen Gott wohlgefälligen Hirten aus, sei er im als Ältester am Ort, als Gabe des verherrlichten Herrn besonders im Inland oder als Missionar im Ausland tätig: Er lässt diejenigen, die der Herr ihm anvertraut hat, nicht allein.

 

Er kümmert sich um sie, wenn es ihnen gut geht und wenn es ihnen schlecht geht. Er nimmt keine Rücksicht auf sich, sondern hat das Wohl der „Schafe" vor Augen. Sein Ansporn ist es, die Schafe - die Gläubigen - zu befähigen, eine bewusstes Leben mit dem Herrn Jesus zu führen. Er macht sie nicht von sich abhängig, sondern von dem Herrn. Er liebt sie und wird sie, gerade in schwierigen Umständen - innerlich oder äußerlich - nicht allein lassen. Er eifert seinem Herrn und Meister nach.

 

Hirte oder Mietling

Der Herr macht den Unterschied sehr deutlich zwischen Ihm und solchen, die sich für die Schafe nicht verantwortlich fühlen, weil es nicht „ihre" Schafe sind, weil ihnen letztlich nichts an den Schafen liegt: „Der Mietling aber und der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert" (Joh 10,12.13).

 

Es kommen immer Schwierigkeiten auf einen Hirten zu. Die können äußerlicher Natur sein, wie wir das jetzt erleben auf der ganzen Welt: Gesundheit und gesundheitliche Herausforderungen, Bewegungsfreiheit, Kontakteinschränkung, wirtschaftliche Nöte, Versorgungslage, Dürre- und Hitzeperioden, usw. Das kann wie in vielen Ländern der Erde auch die Verfolgung von anderen Menschen sein, Lebensumstände und Bedrohungen, die bei Familien Angst auslösen, usw.

 

Keine Rücksicht auf sich selbst

Der Herr Jesus hat uns vorgelebt, dass er keine Rücksicht auf sich selbst genommen hat. Er stellte sich vor seine Jünger und hinter sie, wenn sei angegriffen wurden. Als sie - sogar nicht verbotenerweise - von den Ähren gepflückt hatten, während Er verzichtete, stellt Er sich vor sie, als die Feinde kamen. Immer war Er für die Seinen da.

 

Was für ein Vorbild auch für uns. Wir denken an Glaubensvorbilder, die in ihrem Dienst keine Rücksicht auf ihr Leben genommen haben und dabei sogar ihr Leben nicht nur aufs Spiel setzten, sondern sogar verloren. Sie haben einen Auftrag vom Herrn gesehen und angenommen und sind dann auch nicht in herausfordernden Zeiten davon abgewichen, sondern ihrem Herrn und seinem Auftrag treu geblieben.

 

Wir denken auch an Aquila und Priszilla, die für den Apostel ihren eigenen Hals preisgegeben hatten - ihr Leben war offenbar in höchster Lebensgefahr (Röm 16,3.4). Sie haben damit bewiesen, dass sie wirklich Diener des Herrn, Nachfolger des Meisters und Hirten in Ihm wohlgefälliger Weise waren. Wir denken auch an den Apostel Paulus. Er konnte glaubwürdig sagen: „Aber ich nehme keine Rücksicht auf mein Leben als teuer für mich selbst, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium der Gnade Gottes" (Apg 20,24).

 

Gegenseitiger Ansporn

Wir sehen an alledem: Es ist immer leichter, mit einem solchen Hirtendienst anzufangen, als ihn auf Dauer für Ihn weiterzuführen. Dann in der Prüfungszeit auszuharren, ist die Bewährungsprobe, die der Herr vermutlich keinem von uns erspart.

Wir wollen von unserem Herrn lernen, auch von Vorbildern, die Er uns in der Schrift und darüber hinaus gegeben hat. Und wir dürfen uns gegenseitig anspornen, im Glaubensvertrauen auszuharren, wohin der Herr uns gestellt hat. Der Herr, Gott, hatte zu Josua gesagt: „Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wohin du gehst" (Jos 1,9). Das dürfen auch wir uns heute zurufen. Er schenke uns den Mut auszuharren und weiterzumachen, wie die Umstände auch sein mögen, bis Er kommt.