Eine gewaltige Kraft und Freude: göttliche Liebe (FMN)

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Liebe ist ein abstrakter (nicht gegenständlicher) Begriff. Aber sie äußert sich immer in konkreten Taten. Ich kann viel von Liebe reden. Wenn man diese Liebe aber nicht an mir sehen kann, handelt es sich um leeres Gerede.

Warum ist Liebe so wichtig? Sie ist ein Wesenszug Gottes, „denn Gott ist Liebe“ (1. Joh 4,8.16). Gott ist zugleich Licht (1. Joh 1,5). Und es gibt ein wunderbares Vorbild, das uns zeigt, was Liebe ist und wie man sie auslebt: unser Herr Jesus Christus! In all seinem Tun sehen wir – neben anderen Beweggründen – seine Liebe.

Was ist Liebe eigentlich?

·      Liebe ist Dienen!
Gott hat den tiefsten Bedürfnissen des Menschen gedient, als Er seinen Sohn in diese Welt gesandt hat. Wir waren Sünder und Gott hatte jedes Recht, uns ewig zu verdammen. Aber Er wollte uns Menschen dienen: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Röm 5,8).

·      Liebe ist Hingabe!
Wer liebt, gibt sich dem hin, den er liebt. Das hat uns der Herr Jesus vorgelebt: „Was ich aber jetzt lebe im Fleisch, lebe ich durch Glauben, durch den an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20). Wenn wir lieben, dann ebenfalls dadurch, dass wir uns dem Herrn und den Menschen in Gott gewollter Weise hingeben: „Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben“ (1. Joh 3,16).

·      Liebe ist Gottes-Offenbarung!
Jedes Mal, wenn Gott, der Vater, oder Gott, der Sohn, Taten der Liebe vollbracht hat, wurde Gott in seinem tiefsten Wesen offenbart. Und wo immer ein Gläubiger liebt, zeigt er etwas von Gott selbst: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet ... Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm“ (1. Joh 4,12.16b; vgl. 4,9).

·      Liebe ist eine Entscheidung!
Liebe überkommt einen nicht und kann nicht mit „verliebt sein“ verglichen werden. Sie ist eine feste Willensentscheidung. Das sehen wir erneut am Herrn Jesus. Es war sein Ratschluss zu kommen, um für uns das Erlösungswerk zu vollbringen. Das zeigen die Verse, die prophetisch und im Vorausbild von Ihm sprechen: „Wenn aber der Knecht etwa sagt: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht frei ausgehen“ (2. Mo 21,5).

·      Liebe ist eine Schuld!
Wir sind nicht frei zu überlegen, ob wir lieben sollen oder nicht. Paulus macht uns deutlich, dass wir schuldig sind, einander zu lieben. Wenn wir nicht bereit sind, unsere Zeit, unsere Energie, uns selbst für die Mitgläubigen einzusetzen, sind wir dem Herrn ungehorsam: „Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur, einander zu lieben“ (Röm 13,8). Das gilt auch für die Weitergabe des Evangeliums (vgl. 1. Kor 9,16).

·      Liebe ist freiwillig!
Das mag widersprüchlich klingen, ist es aber nicht. Einerseits ist der Herr freiwillig gekommen, um sein Leben in den Tod zu geben. Andererseits war Er gehorsam und hat ein Gebot Gottes erfüllt (Joh 10,17.18). So gilt das auch für die Liebe in unserem Leben. Einerseits sind wir schuldig. Andererseits sucht Gott ein freiwilliges und bereitwilliges Herz dafür. „Ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; nur gebraucht nicht die Freiheit zu einem Anlass für das Fleisch, sondern durch die Liebe dient einander“ (Gal 5,13).

·      Die Liebe ist selbstlos!
In 1. Korinther 13 nennt Paulus in einem Absatz 14 Merkmale der Liebe. Zwei davon sehen wir uns an. Die erste (im Text die siebte) ist eine wesentliche Haltung der Liebe: „Sie sucht nicht das Ihre“ (V. 5). Die Liebe ist das Gegenteil eines Egoisten (Narzissten): Sie ist denkt nie an sich selbst. Sie will nicht im Vordergrund stehen, sondern weist auf Christus hin. Sie will nicht beachtet werden, sondern beachten.

·      Die Liebe hat einen langen Atem!
Als letzte und 14. Eigenschaft der Liebe nennt Paulus: „Sie erduldet alles“ (V. 7). Jemand, der liebt, beklagt sich nicht, sondern erträgt. Die Liebe schimpft nicht, sondern erduldet. Sie klagt nicht an, sondern trägt mit.

Das alles findest du vollkommen im Leben unseres Herrn. Fang an oder mach weiter, Ihn im Wort Gottes zu betrachten! Ahme seinen Glauben, seine Hingabe nach! Dann wirst auch du lieben und etwas von seiner Herrlichkeit in deiner Umgebung widerstrahlen.

Folge mir nach – Heft 8/2022

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